Wie wird COPD behandelt?

Trotz intensiver Forschungsbemühungen ist eine Heilung von COPD bis heute nicht möglich. Die Ziele der Behandlung sind deshalb:

  • das Fortschreiten der Erkrankung zu verringern
  • die körperliche Belastbarkeit der Betroffenen zu verbessern
  • die Beschwerden zu lindern und den allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten zu verbessern
  • Exazerbationen, Komplikationen und Begleiterkrankungen vorzubeugen und zu behandeln
  • eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten

Um dies zu erreichen stehen verschiedene medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsverfahren zur Verfügung. Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist nach wie vor das Beenden des inhalativen Zigarettenkonsums.

Welche Medikamente werden bei COPD eingesetzt?

Basistherapie bei Patienten mit symptomatischer COPD sind unbedingt die inhalierbaren, bronchienerweiternden Medikamente. Diese so genannten Bronchodilatatoren verringern die Muskelspannung der Bronchien und führen so zu einer Erweiterung der Atemwege und einer Abnahme der Lungenüberblähung. Durch die Verringerung des Luftstaus bei der Atmung wird entscheidend die Belastungsluftnot und Belastbarkeit der Patienten verbessert. Die wichtigsten Bronchodilatatoren sind die Beta-2-Sympathomimetika (kurz auch Betamimetika genannt) und die Anticholinergika. Ihre bronchienerweiternde Wirkung ist vergleichbar; sie unterscheiden sich jedoch in ihrem pharmakologischen Wirkmechanismus, so dass sie auch kombiniert werden können, um eine optimale Wirkung zu erzielen.

Mittlerweile steht eine ganze Reihe von lang-wirksamen Bronchodilatatoren zur Verfügung, die über 12 oder auch über 24 Stunden wirken. Die Verabreichung der lang-wirksamen Bronchodilatatoren erfolgt mit Pulverinhalatoren oder Verneblern. Hier berät Sie Ihr behandelnder Lungenfacharzt. 

Ein weiteres, wenn auch schwächeres bronchienerweiterndes Medikament ist Theophyllin aus der Gruppe der Xanthine. Es kann in den höheren Schweregraden der Erkrankung zusätzlich zu den inhalierbaren bronchienerweiterenden Medikamenten gegeben werden. Allerdings treten bei diesem Medikament häufig Nebenwirkungen auf – von Kopfschmerzen über Unruhe und Schlaflosigkeit bis hin zu Herzrhythmusstörungen. Deshalb muss die Dosierung an die gemessenen Blutspiegel angepasst werden. Theophyllin sollte nur in seltenen Ausnahmen eingesetzt werden. Ein Teil der schwerkranken COPD-Patienten, die viel Husten und Auswurf mit gehäuft akuten Verschlechterungsereignissen haben, können zudem von dem Einsatz von Roflumilast, einem selektiven Phosphodiesterase-4-(PDE-4)-Inhibitor, profitieren.

Aktuelle Therapieansätze: Möglichkeiten der Behandlung von Asthma und COPD

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Interview mit Prof. Michael Pfeifer, Universitätsklinikum Regensburg, Klinik Donaustauf:
Aktuelle Therapieansätze: Möglichkeiten der Behandlung von Asthma und COPD. Er spricht auch über die Einsatzmöglichkeiten und Vorteile der Sauerstofflangzeittherapie.

Kurz erklärt:

Die wichtigsten Medikamente in der Dauer-Therapie der COPD sind die Bronchodilatatoren. Sie bewirken eine Erweiterung der Atemwege und lindern die Luftnot bei Belastung. Bei häufigen Verschlechterungs-
ereignissen werden auch inhalierbare Kortikosteroide oder Roflumilast in den höheren Schweregraden der Erkrankung eingesetzt.

Was bringt Cortison bei COPD?

Einen weiteren medikamentösen Behandlungsansatz in der Therapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung stellen die Kortikosteroide dar, welche synthetische Abkömmlinge des körpereigenen Hormons Kortisol sind und im allgemeinen Sprachgebrauch als Kortison bezeichnet werden. Kortison wirkt entzündungshemmend. Verschiedene Kortison-Varianten werden in inhalierbarer Form typischerweise mit Beta-2-Sympathomimetika gemeinsam verabreicht.

Diese Kombination aus inhalierbaren Kortikosteroiden und langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika wird für Patienten in den höheren Schweregraden empfohlen, die gehäuft akute Verschlechterungsereignisse (Exazerbationen) hatten. Eine Verordnung von inhalierbaren Kortikosteroiden in den leichteren Schweregraden der COPD oder bei Patienten ohne aufgetretene Exazerbationen wird generell nicht empfohlen. Nachweislich wirksam ist Kortison bei der Therapie von akuten Verschlechterungsereignissen, die mit viel Atemnot einhergehen und nicht mehr auf die inhalierbare bronchienerweiternde Therapie ansprechen. Hier wird Kortison dann als Tablette über einen kurzen Zeitraum von einigen Tagen oder im Notfall als Spritze durch den Arzt verabreicht, bis die Erkrankung sich wieder stabilisiert hat.

Welche nicht-medikamentösen Behandlungsverfahren gibt es bei COPD?

Beendigung des Rauchens

Die Beendigung des Rauchens ist unabdingbar, um den Verlust von Lungenfunktion langfristig zu verringern. Im Vergleich zu Patienten, die mit dem Rauchen aufgehört haben, ist der Verlust von Lungenfunktion bei weiterrauchenden COPD-Patienten pro Jahr ungefähr verdoppelt. Auch die Häufigkeit von akuten Verschlechterungsereignissen und Krankenhauseinweisungen kann durch die Beendigung des Rauchens deutlich verringert werden. Letztlich führt die Aufgabe des Rauchens auch zu weniger Lungenkrebs-bedingten Todesfällen und zu weniger Herzinfarkten oder Schlaganfällen. 

Die Aufgabe des Rauchen ist ein schwieriges Unterfangen und von häufigen Rückschlägen gekennzeichnet. Dennoch kann der inhalative Zigarettenkonsum in den meisten Fällen beendet werden. Unterstützend wird die Nikotinersatztherapie zum Beispiel in Form von Pflastern und Kaugummis empfohlen. Auch kann der Prozess der Entwöhnung medikamentös unterstützt werden. Die E-Zigarette wird für die Entwöhnung nicht empfohlen.

Regelmäßige körperliche Aktivität

Regelmäßige körperliche Aktivität ist für den Krankheitsverlauf von Patienten mit COPD von enormer Bedeutung. Insbesondere für Patienten mit schwerer COPD gilt, dass ein bisschen körperliche Aktivität immer besser ist, als gar nicht mehr körperlich aktiv zu sein. Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus mit weniger Krankenhauseinweisungen, Erhalt der Muskulatur und auch einer geringeren Sterblichkeit. Körperliche Aktivität ist nicht unbedingt gleich zu setzen mit Sport, sondern beinhaltet auch die Aktivitäten des täglichen Lebens wie beispielsweise Spaziergänge, Einkaufstätigkeit oder Gartenarbeit. Jeder Patient kann hier entsprechend seiner persönlichen Neigungen die Tätigkeit verfolgen, die ihm am meisten Spaß bereitet und zu der er sich noch in der Lage fühlt. So können regelmäßige Spaziergänge in einem der Luftnot entsprechend angepassten Tempo schon sehr gute Effekte erzielen.

Pneumologische Rehabilitation

Die pneumologische Rehabilitation ist ein wichtiger multidisziplinärer, mehrstufiger Therapieansatz, um der Abwärtsspirale der Erkrankung mit Luftnot und Angst, Vermeidung Luftnot-auslösender Situationen, daraus entstehender sozialer Isolation, abnehmender Lebensfreude und Depression entgegenzuwirken. Sie verbessert nachgewiesenermaßen nicht nur Lebensqualität und Belastbarkeit der Patienten, sondern auch die Prognose, insbesondere, wenn sie im Anschluss an einer schwere Exazerbation mit Krankenhausbehandlung erfolgt. Weitere Krankenhauseinweisungen werden seltener notwendig.

Die pneumologische Rehabilitation umfasst unter anderem Maßnahmen wie Lungensport, Atemschulung, Tabakentwöhnung, Ernährungsberatung und umfassende Patientenschulung. Neuere Trainingstherapien wirken dem Muskelabbau auch bei schwerst-kranken Patienten mit neuromuskulärer Elektrostimulation und Vibrationstraining entgegen. Die Trainingsmaßnahmen sollten schon möglichst früh auch im Akutkrankenhaus beginnen.

Impfung

Die jährliche Grippeschutzimpfung wie auch die Pneumokokkenschutzimpfung wird in Deutschland bei Patienten mit COPD unbedingt empfohlen.

Sauerstofflangzeittherapie

Bei Patienten mit schwerer COPD mit chronischem Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxämie) wird die Sauerstofflangzeittherapie empfohlen. Durch die Verabreichung von zusätzlichem Sauerstoff wird die Versorgung des Körpers mit diesem lebenswichtigen Element gewährleistet und die Atemmuskulatur entlastet. Für den Therapieerfolg sollte eine Anwendungsdauer von mindestens 16 Stunden pro Tag eingehalten werden.

 

Lungenvolumenreduktion

Bei Patienten, die sehr schwer erkrankt sind und bei denen die Lunge stark überbläht ist (ausgeprägtes Lungenemphysem), kann es - in Einzelfällen - sinnvoll sein, die Lunge „zu verkleinern“. Hierfür stehen verschiedene endoskopische und operative Verfahren der Lungenvolumenreduktion zur Verfügung.

 

 

Praktische Tipps für Lungensport und Rehabilitation

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Interview mit Michaela Frisch, Vorstandsmitglied der AG Lungensport und Therapieleiterin: Sie gibt praktische Tipps, wie Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen können, wie sie von körperlichem Training profitieren und was beim Antrag auf Rehabilitation zu beachten ist.

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