Wie häufig ist Asthma?

Verbreitung

Die Angaben zur Asthma-Prävalenz, also zur Häufigkeit, sind weltweit sehr unterschiedlich. Nach der aktuellen Asthma-Leitlinie schwanken die Angaben je nach Region zwischen knapp zwei (Vietnam) und 33 Prozent (Australien) der Gesamtbevölkerung.

Kurz erklärt:

Schätzungen zu Folge gibt es weltweit etwa 300 Millionen Menschen mit Asthma. Exakte Zahlen zur Häufigkeit der Erkrankung zu erheben ist allerdings schwierig. Dies hat mit der Art der Diagnosestellung, dem Krankheitsverlauf und der Krankheitsschwere zu tun.

Im Global Asthma Report 2018 gehen die Experten von weltweit etwa 339 Millionen Menschen mit Asthma bronchiale aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind es weltweit etwa 235 Millionen Betroffene. Damit gehört Asthma zu den häufigsten chronischen Krankheiten überhaupt. Die Zahl der krankheitsbedingten Todesfälle liegt weltweit jährlich bei etwa 250.000.

In Deutschland sind etwa 10 Prozent der Kinder und 5 Prozent der Erwachsenen an Asthma erkrankt. 

In vielen Ländern haben die Asthma-Zahlen in den vergangenen Jahrzehnten insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zugenommen. In westlichen Ländern steigen die Zahlen seit einigen Jahren jedoch nicht weiter an. Vor allem in den USA, Großbritannien und Australien – den Ländern, die die weltweite Asthmastatistik anführen - bleibt die Rate der Betroffenen seit wenigen Jahren konstant oder nimmt sogar leicht ab.

Die wenigsten Asthmakranken leben in Südostasien und dem Pazifikraum. Weltweit ist Asthma nichtsdestotrotz weiterhin auf dem Vormarsch. Vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern Afrikas, Lateinamerikas und Teilen Asiens verzeichnen Statistiken einen Anstieg der Patientenzahlen. 

Kurz erklärt:

Nach jahrzehntelangem Anstieg stagniert die Zahl der Asthmapatienten seit Kurzem in den westlichen Industrienationen. In den Schwellen- und Entwicklungsländern gibt es aber immer mehr Betroffene.

Wie häufig ist Asthma bei Kindern?

Asthma ist nach Neurodermitis die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Mehrere Studien konnten zeigen, dass bei drei bis zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen schon einmal im Leben die Diagnose Asthma gestellt wurde.

In der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) des Robert Koch-Instituts lag die Häufigkeit von Asthma bei Kindern und Jugendlichen bei etwa vier Prozent. Jungen waren häufiger betroffen als Mädchen.

Bei mindestens sieben von zehn Kindern, die Asthma entwickeln treten erste Symptome vor dem fünften Lebensjahr auf. Bei etwa der Hälfte aller Kleinkinder verschwinden diese bis zum siebten Lebensjahr oder im Verlauf der Pubertät wieder. Bei der anderen Hälfte wird das Asthma chronisch, sodass Asthmaanfälle auch noch im Erwachsenenalter auftreten.

Spielt das Geschlecht eine Rolle?

Das Geschlecht scheint beim Auftreten von Asthma im Kindesalter eine Rolle zu spielen. Jungen erkranken 1,5 bis 2-Mal häufiger als Mädchen – insbesondere im Vorschul- und Grundschulalter. Ab der Pubertät verblasst dieser Geschlechtsunterschied allerdings.
Wissenschaftler der Harvard University konnten außerdem zeigen, dass die Überempfindlichkeit der Atemwege bei Jungen mit dem Alter oft nachlässt, während sie bei Mädchen eher bestehen bleibt.

Tritt Asthma erst im Erwachsenenalter auf, sind Frauen häufiger betroffen als Männer.

Video-Interview: Kindliches Asthma: Entstehung, Behandlung und Prognose

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Der Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München hat Prof. von Mutius gefragt, was die Besonderheiten kindlichen Asthmas sind, welche Risikofaktoren es gibt und wie die Prognose ist. Von Mutius ist Oberärztin am Dr. von Haunerschen Kinderspital, Klinikum der Universität München. 

Warum schwanken die Angaben?

Die Zahlen zur Asthma-Häufigkeit variieren von Studie zu Studie. Dies hat verschiedene Gründe: Zum einen existieren international verschiedene Definitionen von Asthma. In Studien werden deshalb oft unterschiedliche Kriterien genutzt, die definieren, ob eine Person an Asthma erkrankt ist. Dies macht es schwierig, einen allgemein gültigen Maßstab anzulegen.

Zum anderen gibt es viele verschiedene Erhebungsmöglichkeiten, vom Fragebogen über die vom Arzt gestellte Diagnose, dem Auftreten eines bestimmten Symptoms bis hin zur Lungenfunktionsprüfung. Zusammen führt das dazu, dass die Ergebnisse von Studien zur Asthmaepidemiologie voneinander abweichen und oft nur eingeschränkt miteinander vergleichbar sind. 

Unsere wissenschaftliche Beratung für diesen Text:

Quellen:

Letzte Aktualisierung: 14. November 2019

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