Wie wird Asthma festgestellt?

Diagnose

Erste Hinweise auf die Erkrankung erhalten Ärzte bereits durch die Schilderung der Beschwerden: Atemnot (häufig anfallsartig), Giemen (Atemnebengeräusche), Brustenge (Beklemmungsgefühl) und Husten. Durch gezielte Fragen können Ärzte bereits herauszufinden, ob es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Asthma bronchiale handelt. Dabei spielt eine wichtige Rolle, ob spezielle Faktoren (z.B. Rauch, Staub, Aufenthaltsort, körperliche Anstrengung) eine Verschlimmerung auslösen. Zusätzlich zur Schilderung der Krankengeschichte wird auch eine körperlichen Untersuchung, eine einfache Lungenfunktionsprüfung und gegebenenfalls ein Allergietest durchgeführt.

In Kürze:

Eine Asthmauntersuchung findet in drei Abschnitten statt: Der körperlichen Untersuchung folgt zunächst eine einfache Lungenfunktionsprüfung. Sollten die Befunde in die entsprechende Richtung deuten, kann noch ein Allergietest durchgeführt werden.

Erhärtet sich der Verdacht bei der Befragung und anschließenden körperlichen Untersuchung – hierbei klärt der Arzt ab, ob zum Beispiel trockene Nebengeräusche beim Atmen zu hören sind – erfolgt anschließend die Lungenfunktionsdiagnostik. Dabei wird unter anderem getestet, wie viel Luft die Bronchien durchströmt. Das kann mit verschiedenen Methoden gemessen werden. Ganz einfach und auch für Patienten zuhause kann das sogenannte Peak-Flow-Meter eingesetzt werden. Die Spirometrie dagegen kann nur der Arzt durchführen. Um den Verdacht auf Asthma zu erhärten, stehen dem Arzt außerdem der Peak-Expiratory-Flow, die Ganzkörperplethysmographie und der Reversibilitätstest zur Verfügung. Bei letzterem wird der Einfluss von atemwegserweiternden Medikamenten wie etwa den kurzwirkenden Beta-2-Sympathomimetika gemessen. Ein zusätzlicher Allergietest gibt Aufschluss über mögliche Krankheitsauslöser.

Wenn der Patient gerade beschwerdefrei ist, können die Befunde dieser Lungenfunktionstests aber weitgehend normal ausfallen. In diesem Fall kann ein Provokationstest, bei dem die Lunge gezielt gereizt wird, weiteren Aufschluss geben.

Wie stellt man die Diagnose bei Kindern?

Die Diagnose eines Asthma bronchiale basiert auch bei Kindern auf vier Pfeilern: Der Anamnese (Art, Häufigkeit und Zeitpunkt der Beschwerden, andere allergische Erkrankungen beim Kind selbst und familiäre Belastung für allergische Erkrankungen, Umgebungsanamnese), der körperlichen Untersuchung mit Abhören der Lunge, der Lungenfunktionsprüfung, sowie der Abklärung einer etwaigen Allergie als möglicher Auslöser eines Asthma bronchiale.

Ein Allergietest bei  Kindern ist mit Hilfe  eines Hauttestes (Prick-Test) sowie einer Blutabnahme zur Bestimmung des Gesamt-IgE und spezifischer IgE-Antikörper möglich. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Asthmadiagnose oft  erst im Verlauf zu stellen. Bei vielen Kleinkindern treten spastische und obstruktive Entzündungen der Atemwege auf, die nicht unbedingt eine Asthmaerkrankung nach sich ziehen. Die Entzündungen treten bei Infekten auf und vergehen dann spätestens bis zum Schulalter wieder. Sie sind allerdings in ihrem klinischen Erscheinungsbild kaum von einem echten Asthma bronchiale zu unterscheiden.

Lungenfunktionstests, die die Mitarbeit der Kinder erforden, können ab einem Alter von etwa vier bis fünf Jahren durchgeführt werden. Bei Kindern ist mehr Geduld, Motivation und Übung nötig als bei Erwachsenen. Kindgerechte Software, bei der die Kinder zum Beispiel virtuelle Kerzen auspusten dürfen, erleichtern die Lungenfunktionsprüfung in einer kinderpneumologisch ausgerichteten Praxis oder Klinik erheblich. Es gibt auch Kliniken, die sich auf Lungenfunktionsprüfungen von Säuglingen spezialisiert haben. Bei der Lungenfunktionsprüfung wird das Fassungsvermögen der Lunge sowie weitere Messwerte, wie etwa die Einsekundenkapazität (FEV1 = forciertes exspiratorisches Volumen in einer Sekunde) bestimmt. Je stärker die Bronchien verengt sind, desto weniger Luft kann ausgeatmet werden.

 

Das Peak-Flow-Meter für zu Hause

Zusätzlich kann zu Hause ein Peak-Flow-Protokoll mit dem Peak-Flow-Meter durchgeführt werden. Damit wird der sogenannte Peak Expiratory Flow (PEF) gemessen, also wie kräftig der Luftausstrom aus der Lunge ist. Mit dem Peak-Flow-Meter sind Messungen zu Hause möglich – zum Monitoring, aber auch für eine verbesserte Selbsteinschätzung des Patienten. Bereits bevor Symptome sichtbar werden, misst das Gerät eine Verschlechterung der Atmung. Liegt an zwei oder drei aufeinander folgenden Tagen zwischen morgendlichem und abendlichem PEF eine Variation von 20 Prozent bzw. fällt das PEF um 20 Prozent oder mehr ab, sollte das betroffene Kind dringend gründlich untersucht werden. Es ist davon auszugehen, dass eine akute Verschlechterung des Asthmas bevorsteht.
 

In Kürze:

Das Peak-Flow-Meter kann wichtige Hinweise zur Asthmakontrolle  liefern, wenn  zu Hause gemessen wird.

Gibt es Parameter, die die Diagnose erleichtern?

Die oben beschriebenen Lungenfunktionsmessungen lassen nur wenig Rückschlüsse auf das Ausmaß der zugrundeliegenden Entzündungsrekation zu. Ein Maß für die Atemwegsentzündung ist die Menge an Stickstoffmonoxid (NO) in der Ausatemluft (FeNO). Die NO-Konzentration in der Ausatemluft ist insbesondere bei TH2-Asthma erhöht. Eine erfolgreiche Therapie mit zu inhalierenden Steroiden senkt die NO-Konzentration in der Ausatemluft, weswegen die NO-Messung zur Therapiesteuerung eingesetzt werden kann. Die Messung ist allerdings durch Zigarettenrauch beeinflussbar und Patienten mit einem Nicht-TH2 Asthma zeigen in der Regel keine erhöhten NO-Werte. Die NO-Messung hat deshalb in der Diagnostik des Asthma bronchiale keinen festen Stellenwert. In spezialisierten Zentren und bei Patienten mit schwerem Asthma kann allerdings die inhalative Kortisontherapie an den Messwerten der NO-Messung orientiert werden.

Nach weiteren Markern, die eine einfache Diagnose des Asthma bronchiale ermöglichen, wird zwar intensiv gesucht, im medizinischen Alltag hat sich aber noch keiner der möglichen Kandidaten etabliert.

 

 

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

 

    
  • Association of Asthma with Serum IgE Levels and Skin-Test Reactivity to Allergens; Benjamin Burrows, et al.; N Engl J Med 1989; 320:271-277 February 2, 1989
 

 

Datum:

27.02.2016

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