Allergien: Therapieansätze

Die wichtigste Maßnahme bei Heuschnupfen ist, den Kontakt mit dem oder den verantwortlichen Allergenen möglichst vollständig zu vermeiden.

Ein Pollenflugkalender (zum Beispiel von der Stiftung deutscher Polleninformationsdienst) sowie aktuelle Hinweise des Deutschen Wetterdienstes auf Pollenflug können dabei hilfreiche Information bieten.

Im Falle einer Hausstaubmilbenallergie können spezielle Bezüge für Matratzen, Kissen und Bettdecke die Allergenbelastung reduzieren und damit Symptome vermindern.

Das Münchner Allergieforschungszentrum MARC bietet Studienteilnehmern über das Internet ein Pollen-Tagebuch an, das die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst und die Medizinische Universität Wien mitentwickelt haben. Teilnehmer an der Studie profitieren persönlich: Sie können täglich ihre Beschwerden in direkten Zusammenhang mit dem aktuellen, regional gemessenen Pollenflug bringen – egal wo in Europa sie sich gerade aufhalten. Ein genaueres Verständnis für das Auftreten ihrer Symptome kann ihnen helfen, sie besser in Griff zu bekommen. Auch können Studienteilnehmer z.B. bei gleichzeitigem Flug mehrerer Pollen auf einfache Art feststellen, gegen welche sie tatsächlich allergisch sind oder etwa den Erfolg einer laufenden Therapie verfolgen. Am Ende der Saison erhalten die Teilnehmer eine individuelle Gesamtauswertung ihrer Daten.

Medikamentöse Therapien

Antihistaminika sind die Gegenspieler von Histamin, einem körpereigenen Botenstoff des Immunsystems, der in den Haut- und Schleimhautzellen das Entzündungsgeschehen beeinflusst: Sie blockieren die Wirkung des Histamins und lindern damit - als Nasenspray oder oral eingenommen - Heuschnupfensymptome rasch und wirkungsvoll (siehe Grafik). Unangenehme Nebenwirkungen wie Müdigkeit und reduzierte Reaktionsfähigkeit konnten die Hersteller in den neueren Präparaten deutlich reduzieren.

Histaminrezeptor-Blocker
Werden die Histaminrezeptoren blockiert, mindert das die allergischen Symptome

Die Wirkung von Cromonen, darunter Nedocromil, ist lediglich bei lokaler Anwendung als Nasenspray oder Augentropfen nachgewiesen. Cromone sind allerdings weniger wirksam als Antihistaminika und werden in erster Linie beispielsweise zur Anwendung während der Schwangerschaft empfohlen. Sie werden nur noch selten eingesetzt, da ihr Wirkerfolg laut dem Deutschen Allergiker und Asthma Bund (DAAB) eher gering ist.

Als die derzeit wirksamste Gruppe von Arzneimitteln zur Behandlung von Heuschnupfen gelten die Glukokortikosteroide (GKS). Ihre regelmäßige lokale Anwendung verringert alle Symptome in der Nase bei minimalen Nebenwirkungen. Erste Wahl bleiben aber die Antihistaminika. Entsprechend lauten die Empfehlungen in der Leitlinie, die Gabe solcher systemischen GKS bei Kindern, Schwangeren und Patienten mit GKS-Empfindlichkeit zu vermeiden. Von längerfristiger oraler Gabe zur Heuschnupfenbehandlung wird generell abgeraten.

Spezifische Immuntherapie

Die spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hypo- oder Desensibilisierung genannt, reduziert wissenschaftlichen Studien zufolge das Risiko für eine Verschlimmerung allergischer Beschwerden deutlich. Heuschnupfenpatienten sollten mit der Therapie zwei bis vier Monate vor dem ersten Pollenflug starten - der beste Zeitpunkt ist also das Winterhalbjahr. Nach Angaben des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen können sich die Heuschnupfensymptome bei rechtzeitigem Therapiebeginn bereits im folgenden Frühjahr und Sommer bessern. Wissenschaftliche Studien lassen vermuten, dass sich die spezifische Immuntherapie nicht nur zur Therapie der allergischen Rhinitis, sondern auch zur Prävention von allergischem Asthma eignet.

Eine neue Therapieform bietet die spezifische Immuntherapie. Dabei wird unter anderem erfolgreich bei Patienten mit milden Formen von allergischem Asthma eingesetzt. Bei Patienten mit schweren Formen des allergischen Asthmas kann gegebenenfalls eine kombinierte Therapie von SIT mit dem monoklonalen Antikörper Omalizumab zum Einsatz kommen.

 

 

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

 

  • Wiss.Beratung: Prof. Dr. Erika von Mutius, 2016
  • Wiss.Beratung: Prof. Dr. Carsten Schmidt-Weber, 2010
  • Wiss.Beratung: Prof. Dr. Heidrun Behrendt, 2009

 

Datum:

06.05.16

 

 

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