Allergien: Diagnose

Es gibt eine Reihe von typischen Anzeichen insbesondere für den saisonal auftretenden Heuschnupfen, die eine Abgrenzung zu viral bedingten Erkältungsbeschwerden erlauben: Die Beschwerden treten nur während einer bestimmten Zeit des Jahres auf, sie kommen jedes Jahr wieder und verschlimmern sich bei windigem, schönem und warmem Wetter. Bei längeren Regenperioden und kühleren Temperaturen bessern sich die Symptome wieder.

Nach einer ersten Untersuchung der Nasenschleimhaut, einer Nasenendoskopie, auf mögliche Schwellungen und Rötungen führt der behandelnde Arzt bei Verdacht auf Heuschnupfen einen ersten Allergietest auf der Haut durch. Bei Kindern kann auch ein Allergietest (Haut oder Blut) am Anfang der Diagnose stehen. Mit diesem Pricktest trägt er auf die Innenseiten der Unterarme mögliche gelöste Allergene in Tröpfchen auf und ritzt die Haut mit Pricknadeln oberflächlich an. Hautrötungen bzw. Pustel- oder Quaddelbildung an den behandelten Stellen weisen auf eine allergische Reaktion gegenüber der aufgetragenen Substanz hin.


Pricktest
Beim Pricktest tropft der Arzt gelöste Allergene auf die Haut auf und ritzt die Stelle an. Foto: Alk-Scherax

Eine Abwandlung des Pricktests ist der sogenannte Prick-to-Prick-Test. Bei diesem wird die Pricknadel zuerst in das zu testende Allergen (z.B. Obst) eingestochen und anschließend in die Haut geprickt. Der Intrakutantest kommt zum Einsatz, wenn der Pricktest kein eindeutiges Ergebnis gebracht hat, oder schwächere Allergene wie etwa Hausstaubmilbenallergene im Spiel sind. Die Testsubstanz spritzt der Arzt in das Bindegewebe der Haut ein, Rötungen und Schwellungen der Haut rund um die Einstichstelle geben nach spätestens 30 Minuten einen sicheren Hinweis auf eine vorhandene Allergie.

 

GUT ZU WISSEN:

Um letzte Klarheit zu erhalten, führt der Arzt gegebenenfalls einen sogenannten nasalen Provokationstest durch, bei dem er das vermutete Allergen auf die Nasenschleimheit aufbringt und die anschließende Sofortreaktion festhält.

Wie antwortet das Immunsystem?

Weitere Hinweise für das Vorliegen einer Allergie vom Soforttyp I gibt auch der RAST-Test (Radio-Allergo-Sorbent-Test). Mit dieser Methode wird im Blutserum die Menge an spezifischen IgE-Antikörpern bestimmt, die der Körper gegen ein bestimmtes Allergen gebildet hat. Der Test bietet wie der Pricktest den zuverlässigen Beleg für eine Immunantwort auf ein Allergen. Das ist jedoch noch nicht gleichzusetzen mit dem Nachweis einer allergischen Erkrankung.

Der Epikutantest kann dann sinnvoll sein, wenn der Verdacht einer allergischen Reaktion gegenüber einem Kontaktallergen (Spättyp, Typ IV) besteht. Dabei trägt der Arzt die Testsubstanzen mit einem Pflaster auf den Rücken auf, wo eine mögliche Reaktion nach einem längeren Zeitraum von etwa 48 bis 72 Stunden abgelesen wird.

Generell gilt, dass alle Allergietests unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden müssen, da es im Einzelfall zu heftigen Reaktionen wie dem sogenannten anaphylaktischen Schock kommen kann, der umgehend behandelt werden muss.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Wiss.Beratung: Prof. Dr. Erika von Mutius, 2016
  • Wiss.Beratung: Prof. Dr. Carsten Schmidt-Weber, 2010
  • Wiss.Beratung: Prof. Dr. Heidrun Behrendt, 2009

Letzte Aktualisierung:

06.05.2016

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