Allergisches Asthma und Ernährung

Zu viel Zucker in der Schwangerschaft könnte Asthma beim Kind fördern

20. Jul 2017

Eine englische Studie gibt Hinweise darauf, dass viel Zucker in der Schwangerschaft zu einem erhöhten Risiko für allergisches Asthma und Allergien beim Kind führen könnte. Die Forscherinnen und Forscher analysierten für ihre Studie fast 9000 Mutter-Kind-Paare. Ihre Ergebnisse wurden im ‚European Respiratory Journal‘ veröffentlicht.

Schwangere hält Schokolade und Apfel in ihren Händen. Bild: © dima_sidelnikov/fotolia.com

Bild: © dima_sidelnikov/fotolia.com

Schon länger wird vermutet, dass die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft eine Rolle bei der Entstehung  von Krankheiten wie Asthma oder Allergien beim Kind spielen könnte. Englische Forscherinnen und Forscher gingen in der aktuellen Studie der Frage nach, ob der Zuckerkonsum der Mutter die Krankheitsentstehung beim Kind eventuell beeinflusst. Denn von 1970 bis 2000 stieg der pro Kopf Konsum von raffiniertem Zucker weltweit stark an. In der gleichen Zeit nahm auch die Zahl an Asthmaerkrankungen und Allergien deutlich zu.

Um ihre These zu überprüfen sammelten die Autoren für die bevölkerungsbasierte Kohortenstudie Daten von 8956 Mutter-Kind-Paaren. Die Kalorien- und Nährstoffaufnahme der Mutter während der Schwangerschaft wurde mit Hilfe von Ernährungs-Fragebögen ermittelt. So konnten die Autoren auch die Menge an aufgenommenem freiem Zucker einschätzen. Als 'freier Zucker' gilt hierbei jeglicher Zucker, der Lebensmitteln zugesetzt wird. Auch Zucker in Honig oder Furchtsäften zählt zu freiem Zucker, nicht aber Laktose in Milch und Milchprodukten oder Zucker in Früchten oder Gemüse. Die Kinder wurden im Alter von sieben bis neun Jahren ärztlich auf Asthma oder allergische Erkrankungen hin untersucht.

Risiko für allergisches Asthma verdoppelt

Um einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Zuckerkonsum der Mutter und der Entstehung von Asthma und Allergien beim Kind zu untersuchen, verglich das Forscherteam die 20 Prozent der Mütter mit dem geringsten Zuckerkonsum mit den 20 Prozent aller Mütter, die am meisten freien Zucker aufgenommen hatten. Ihre Analyse ergab, dass das Risiko für allergisches Asthma und Allergien beim Kind in der Gruppe der Mütter mit dem größten Zuckerkonsum erhöht war. Diese Kinder hatten ein 38 Prozent höheres Risiko eine Allergie zu entwickeln und ihr Risiko für allergisches Asthma war sogar doppelt so hoch als bei den Kindern deren Mütter am wenigsten Zucker gegessen hatten. Die Ergebnisse waren zudem unabhängig davon, wieviel Zucker die Kinder selbst in ihrer frühen Kindheit zu sich genommen hatten.

Hinweis – aber kein Beweis, dass Zucker das Asthma-Risiko erhöht

Die Autoren weisen allerdings darauf hin, dass ihre Ergebnisse noch keinen Beweis dafür liefern, dass der Verzehr von Zucker in der Schwangerschaft tatsächlich allergisches Asthma oder Allergien beim Kind verursacht. Die Beobachtungsstudie könne lediglich einen Zusammenhang dieser beiden Faktoren aufzeigen. Zudem seien an dieser Stelle auch noch einige Einschränkungen der Studie zu nennen: Die Ernährung der Frauen wurde nicht kontinuierlich, sondern erst im Nachhinein, in der 38. Schwangerschaftswoche, abgefragt. So wäre es möglich, dass die Angaben durch falsche Erinnerung oder bewusste/unbewusste Falschangaben beeinflusst sind. Außerdem wurden über den Fragebogen keine Informationen zum Konsum von Softdrinks gesammelt, die bekanntlich eine große Menge an Zucker enthalten können.

Ziel der Wissenschaftler ist es nun, die Ergebnisse mit einer anderen Gruppe von Mutter-Kind-Paaren zunächst zu überprüfen und dann in einer weiteren Studie zu testen, ob eine zuckerarme Ernährung der Mutter die Krankheitsentstehung beim Kind verhindern kann.

Quellen:

Bédard A. et al.: Maternal intake of sugar during pregnancy and childhood respiratory and atopic outcomes. In: European Respiratory Journal, online publiziert am 5. Juli 2017

Queen Mary university of London: Sugar intake during pregnancy is associated with allergy and allergic asthma in children. Pressemitteilung 6. Juli 2017


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