Klinische Studien

Nicht-invasive Beatmung mit Lippenbremse bei COPD

13. Dez 2018

Deutsche Forschende haben ein nichtinvasives Beatmungsgerät entwickelt, das mit einer integrierten Lippenbremsenbeatmung arbeitet. So sollen COPD-Patienten auch in der Nacht von den entblähenden Effekten der Lippenbremse profitieren. In einer klinischen Studie wird das Gerät momentan an mehreren deutschen Standorten getestet.

NIV mit Lippenbremse. Grafik einer Lunge.

© ambassador806 - Fotolia.com

Die sogenannte dosierte Lippenbremse ist eine besondere Atemtechnik. Sie hilft Sekret zu lösen, tiefe Lungenbereiche zu belüften und die Atemmuskulatur zu stärken. Dabei werden die Lippen erst entspannt aufeinander gelegt, dann aufeinander gepresst und die Luft langsam durch die verengte Atemöffnung ausgeatmet. Auf diese Weise wird das Ausatmen verlangsamt, der Atemstrom abgebremst und die Bronchien bleiben durch den nun höheren Innendruck länger geöffnet. 

Auf einem ähnlichen Prinzip beruht das Beatmungsgerät, das am Forschungszentrum Borstel entwickelt wurde. In der Ausatemphase herrscht hier zunächst ein ansteigender Druck, der dann wieder abfällt. Dadurch bleiben die inneren Atemwege während der Ausatmung länger offen eine Überblähung der Lunge wird vermieden.

Studie: Vergleich mit konventionellen nicht-invasiven Beatmungsverfahren

In einer multizentrischen Studie werden momentan Nutzen, Sicherheit und Verträglichkeit der neuen Methode bei Patienten mit einer stabilen, fortgeschrittenen COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) untersucht und mit konventionellen nicht-invasiven Beatmungsverfahren verglichen. Die Studienteilnehmer*innen werden dabei zufällig in zwei, gleich große Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhält das neue Gerät, die andere wird mit ihrem aktuell verwendeten Gerät weiter behandelt. Noch werden Studienteilnehmer gesucht. 

Die Behandlungsdauer im Rahmen der Studie beträgt für beide Gruppen drei Monate. Teilnehmen können Männer und Frauen im Alter von mindestens 40 Jahren, bei denen die COPD-Diagnose seit mindestens zwölf Monaten bekannt ist. Zudem sollten sie seit drei Monaten oder länger regelmäßig eine nicht-invasive Beatmungstherapie nutzen und keine weiteren relevanten Lungenerkrankungen haben. Alle teilnehmenden Prüfzentren sind Mitglieder des Deutschen Zentrums für Lungenforschung:

  • Forschungszentrum Borstel
  • LungenClinic Grosshansdorf
  • Thoraxklinik Heidelberg
  • Medizinische Hochschule Hannover
  • Universitätsklinikum Lübeck

Mehr Informationen zur Studie und Kontaktmöglichkeiten haben wir auch in unserer Studienplattform zusammengestellt: Studie: Nicht-Invasive Beatmung mit Lippenbremse bei COPD

Quellen:

Patientenbibliothek / Atemwege und Lunge: NIV mit integrierter Lippenbremse. Winterausgabe 2018, S. 48-49

Forschungszentrum Borstel:  Studie zur nicht-invasiven Beatmung mit Lippenbremse.


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