Bei Menschen mit eosinophilem Asthma können Biologika gute Ergebnisse erzielen. Bei COPD konnten die Wirkstoffe bisher keine vergleichbaren Erfolge vorweisen. Bislang einzige Ausnahme ist der monoklonale Antikörper Dupilumab, den Menschen mit COPD unter bestimmten Voraussetzungen seit Mitte 2024 erhalten können.
Sechs Biologika unter der Lupe
Für die Übersichtsarbeit analysierte eine Forschungsgruppe aus Kanada und Großbritannien elf randomisierte klinische Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener Biologika bei COPD untersuchten, und zwar von
- Dupilumab,
- Astegolimab,
- Itepekimab,
- Tezepelumab,
- Benralizumab und
- Mepolizumab.
An den Studien waren insgesamt 6.392 Teilnehmende beteiligt. Die Forschungsgruppe wertete die Studie hinsichtlich der Effekte auf
- die Lungenfunktion (FEV1),
- Krankheitsverschlechterungen (Exazerbationen),
- die Lebensqualität,
- schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und
- Veränderungen in den Eosinophilen-Werten im Blut aus.
Eosinophilen-Wert für Wirksamkeit entscheidend
Relevante Verbesserungen brachten die Biologika nur bei Menschen mit einer erhöhten Eosinophilen-Anzahl im Blut. In den analysierten Studien reduzierte Dupilumab in dieser Personengruppe die Häufigkeit von COPD-Schüben. Bei den anderen untersuchten monoklonalen Antikörpern war dies nicht der Fall. Nachträglich durchgeführte Datenanalysen (sogenannte Post-hoc-Analysen) zeigten für Mepolizumab ebenfalls eine Reduktion der Exazerbationen.
Die Lungenfunktion verbesserte sich unter Dupilumab und Tezepelumab bei Menschen mit einer erhöhten Anzahl an Eosinophilen im Blut. Dupilumab verbesserte zudem die Lebensqualität. Für Astegolimab fanden die Forschenden ebenfalls eine verbesserte atemwegsbezogene Lebensqualität – allerdings ohne Auswirkungen auf Krankheitsschübe oder die Lungenfunktion.
Insgesamt bewerten die Autor:innen der Übersichtsarbeit die wissenschaftliche Beweislage (Evidenz) zu Biologika bei COPD nach wie vor als gering. Lediglich für Dupilumab gibt es eine mittlere Evidenz.
Zulassung von Mepolizumab bei COPD?
Für Mepolizumab hat sich der Ausschuss für Humanarzneimittel bei der europäischen Zulassungsbehörde (EMA) im Dezember 2025 für eine Zulassung bei COPD ausgesprochen. Voraussetzung ist, wie auch bei Dupilumab, eine erhöhte Anzahl eosinophiler Blutkörperchen. Ob und wann die Zulassung tatsächlich erfolgt, ist noch unklar.
Quellen
- European Medicines Agency (EMA): Meeting highlights from the Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP) 8-11 December 2025
- Pitre, T. et al.: Biologic Therapies for Chronic Obstructive Pulmonary Disease: A Systematic Review and Network Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. In: COPD 2025, 22 (1): 2449889