Online-Patientenforum zum Lungenkongress 2026: Patienten fragen - Experten antworten
Zum Deutschen Lungenkongress im München beantworteten namhafte Expertinnen und Experten am 17. März 2026 live zahlreiche Fragen von Menschen mit Lungenerkrankungen und ihren Angehörigen. Rund 380 Teilnehmende nahmen die Gelegenheit war, ihre Fragen zu stellen.
Unsere Expertinnen und Experten
Die Moderation der zweistündigen Fragerunde übernahmen Kongresspräsident Prof. Robert Bals und Prof. Christiane Lex, stellvertretende Sektionssprecherin des Deutschen Lungentags. Sie behielten den Überblick über die zahlreichen eingereichten Fragen und leiteten sie zur Beantwortung an die entsprechenden Fachleute weiter:
- Prof. Bianca Schaub: Allergien und Asthma bei Kindern und Jugendlichen
- Prof. Marek Lommatzsch: Asthma bei Erwachsenen
- Prof. Klaus F. Rabe: COPD
- Prof. Martin Witzenrath: Infektionen der Atemwege
- Prof. Jürgen Behr: Interstitielle Erkrankungen, zum Beispiel Lungenfibrose
- Prof. H. Ardeschir Ghofrani: Lungenhochdruck
- Prof. W. Schütte: Lungenkrebs
Programm als PDF herunterladen
Veranstalter: Lungeninformationsdienst (Helmholtz Munich), Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL) und Lungentag in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)
Fachkundige Antworten auf individuelle Fragen
Hier finden Sie in anonymisierter Form und thematisch sortiert die Fragen und Antworten, die während der Online-Veranstaltung besprochen wurden.
Suche nach Fachleuten und anderen Betroffenen
Wie finde ich Expertinnen und Experten für meine Lungenerkrankung?
Wie finde ich Expertinnen und Experten für meine Lungenerkrankung?
Der Lungeninformationsdienst kann und darf keine konkrete Empfehlungen für Fachleute aussprechen. Selbst verfügen wir über keine eigene Untersuchungspraxis und bieten keine Diagnostik, Behandlung oder klinische Studien an.
Für einen ersten Überblick haben wir eine Liste mit Fachkliniken für Lungenheilkunde in Deutschland zusammengestellt. Dort können Sie nach Postleitzahlen geordnet Fachkliniken in Ihrer Nähe recherchieren. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist als orientierender Überblick gedacht.
Wie kann ich mich mit anderen Betroffenen austauschen?
Wie kann ich mich mit anderen Betroffenen austauschen?
Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, andere Betroffene kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen. Wir haben eine Liste mit Patientenorganisationen für Sie zusammengestellt. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Liste mit Patientenorganisationen
Auch Fachverbände und Stiftungen bieten manchmal Vernetzungsmöglichkeiten.
Teilnahme an klinischen Studien
Welchen Vorteil habe ich persönlich, wenn ich an einer klinischen Studie teilnehme?
Welchen Vorteil habe ich persönlich, wenn ich an einer klinischen Studie teilnehme?
Prof. Jürgen Behr: Das ist ein sehr großer Gewinn. Zum einen sind die heutigen Studien so konzipiert, dass man die Standardtherapie fortführen kann. Man verliert also schon einmal nichts. Mit dem zusätzlichen Medikament hat man unter Umständen eine Therapie schon Jahre bevor dieses Medikament allgemein verfügbar wird. Wenn sich herausstellt, dass dieses Medikament einen positiven Effekt hat, dann ist man Nutznießer dieses positiven Effektes.
Umgekehrt ist das Risiko, dass man in einer Studie tatsächlich zu Schaden kommt, in einem Sinne, dass ein Schaden auftritt, der sonst nicht aufgetreten wäre, sehr gering, denn diese Patienten werden besonders gut überwacht. Es wird sehr genau darauf geachtet, dass ihnen kein Schaden widerfährt. Die Ethikkommissionen sind da extrem aufmerksam, auch bei den Studienprotokollen. Dementsprechend kann man meiner Meinung nach sagen, dass der Nutzen für die Teilnehmenden größer ist als der potenzielle Schaden. Ich ermutige meine Patienten dazu, an klinischen Studien teilzunehmen, wenn sie dazu geeignet sind und es bewältigen können.
Prof. Ardeschir Ghofrani: Es gibt groß angelegte Untersuchungen, die den Nutzen für Studienteilnehmende zeigen. Es ist eine häufige Sorge unserer Patienten, wenn sie an solchen Studien teilnehmen, dass sie „nur“ das Scheinmedikament, also die „Zuckerpille“ bekommen. Aber selbst Patienten, die in kontrollierten klinischen Studien das sogenannte Scheinmedikament bekommen haben, profitieren insgesamt aus den von Prof. Behr genannten Gründen. Und möglicherweise auch, weil diese Studien häufig in Expertenzentren durchgeführt werden. Patienten in klinischen Studien aus den Placebo-Gruppen haben in vielen, vielen Indikationsbereichen der Medizin eine bessere Prognose, als wenn sie nicht an der Studie teilgenommen hätten. Dazu kommt natürlich noch der erhoffte Nutzen des aktiven Medikamentes, der in solchen Studien erst mal bewiesen werden soll.
Ich möchte an einer klinischen Studie teilnehmen. An wen kann ich mich wenden?
Ich möchte an einer klinischen Studie teilnehmen. An wen kann ich mich wenden?
In unserer Studienplattform finden Sie klinische Studien, die derzeit an den Studienzentren des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) laufen und für die Teilnehmende gesucht werden. Bei jeder Studie sind Ansprechpersonen aufgeführt, an die Sie sich direkt wenden können.
Wichtig: Der Lungeninformationsdienst führt selbst keine klinischen Studien durch. Außerdem können wir keine weitergehenden Informationen zu den in der Studienplattform genannten Studien geben. Wenden Sie sich hierfür bitte an die bei der jeweiligen Studie angegeben Ansprechpersonen.
Asthma und Allergien bei Kindern und Jugendlichen
Mein Kind hat eine auffällige Lungenfunktion im Sinne einer obstruktiven Ventilationsstörung. Es hat keine Symptome, ist aber als Asthmatiker diagnostiziert worden. Ist eine medikamentöse Behandlung notwendig?
Mein Kind hat eine auffällige Lungenfunktion im Sinne einer obstruktiven Ventilationsstörung. Es hat keine Symptome, ist aber als Asthmatiker diagnostiziert worden. Ist eine medikamentöse Behandlung notwendig?
Prof. Bianca Schaub: Ich gehe davon aus, das Kind ist über sechs Jahre, weil bereits eine Lungenfunktion durchgeführt werden konnte. Wir behandeln bei Kindern vor allem die Symptome der Kinder. Es ist aber zentral, die Lungenfunktion im Kindesalter gut einzustellen, da das Kind mit dieser Lungenfunktion ins Erwachsenenalter übergehen wird. Die Behandlung muss daher gut abgewogen werden.
Man wird vielleicht noch eine Belastungslungenfunktion durchführen, ob das Kind bei Belastung eine Einschränkung hat und vielleicht auch dort Symptome bekommt.
Es ist gut möglich, dass eine niedrig dosierte Dauertherapie, die idealerweise die Lungenfunktion normalisiert, für ihr Kind richtig sein wird. Das sollte man mit dem Kinderarzt, mit dem Kinderlungenarzt genau einstellen und bei den Besuchen, die sie regelmäßig durchführen sollten, mit Messungen der Lungenfunktion, jeweils anpassen.
Welche langfristigen Nebenwirkungen sind bei einer Behandlung mit Dupilumab im Kindes- und Jugendalter bekannt?
Welche langfristigen Nebenwirkungen sind bei einer Behandlung mit Dupilumab im Kindes- und Jugendalter bekannt?
Mein Kind hat die seltene Erkrankung Pulmonary Surfactant Metabolism Dysfunction-2 (SMDP2). Es bekommt 24/7 Sauerstoff und eine Therapie mit 3x wöchentlich Azithromycin. Gibt es weitere sinnvolle Therapien oder Medikamente?
Mein Kind hat die seltene Erkrankung Pulmonary Surfactant Metabolism Dysfunction-2 (SMDP2). Es bekommt 24/7 Sauerstoff und eine Therapie mit 3x wöchentlich Azithromycin. Gibt es weitere sinnvolle Therapien oder Medikamente?
Prof. Bianca Schaub: Die Sauerstofftherapie und das Azithromycin sind auf jeden Fall sinnvoll. Wichtig ist zu prüfen, wie die Atmung ist, ob viel Husten und Schleim vorhanden sind, und ob man gegebenenfalls hier eine Unterstützung mit einer Feuchtinhalation vornehmen kann. Da gibt es zum Beispiel Inhalationen mit Kochsalz. Das kann man auch etwas höherprozentig geben, damit sich der Schleim löst.
Wenn Infektionen dazukommen, was bei dieser Erkrankung möglich ist, dann müssten diese frühzeitig behandelt werden. Das sollte mit dem Pneumologen engmaschig abgestimmt werden.
Prof. Christiane Lex: Hier ist eine Aufnahme in das Europäische Patientenregister für seltene Lungenerkrankungen bei Kindern sinnvoll. Dieses ist in München ansässig. Dort werden solche Therapien dokumentiert und in großen Gremien über solche Therapien entschieden.
Prof. Bianca Schaub: Das Register ist auch für Patienten, die außerhalb von München wohnen, zugänglich. Hier gibt es interdisziplinäre Fallkonferenzen, sodass jedes Kind hier in Deutschland auch analog und adäquat betreut werden kann. Da findet der Austausch statt, das heißt, ihr Pneumologe hat jederzeit die Möglichkeit, die Kollegen zu kontaktieren.
Ist der Einsatz von Fluticason bei Kindern im Wachstum immer nur vorübergehend sinnvoll? Sollte immer wieder probeweise abgesetzt werden oder ist ein langfristiger Einsatz bis ins Jugendalter sinnvoll, um ständige Obstruktionen zu verhindern?
Ist der Einsatz von Fluticason bei Kindern im Wachstum immer nur vorübergehend sinnvoll? Sollte immer wieder probeweise abgesetzt werden oder ist ein langfristiger Einsatz bis ins Jugendalter sinnvoll, um ständige Obstruktionen zu verhindern?
Prof. Bianca Schaub: Die Diagnose Asthma sollte zuerst mit der Patientengeschichte, der Lungenfunktion und einer Allergiediagnostik gestellt werden. Bei der Diagnose Asthma sollte abhängig von der Symptomatik eine Therapie erfolgen. Eine Dauertherapie kann erforderlich sein, sollte jeweils so niedrig wie möglich dosiert werden.
Asthma bei Erwachsenen
Gibt es Erkenntnisse zur langfristigen Behandlung mit Dupilumab – insbesondere in Bezug auf die Dosis, alternative Intervalle und langfristige Nebenwirkungen?
Gibt es Erkenntnisse zur langfristigen Behandlung mit Dupilumab – insbesondere in Bezug auf die Dosis, alternative Intervalle und langfristige Nebenwirkungen?
Prof. Marek Lommatzsch: Bei Dupilumab gibt es selten kurzfristige Nebenwirkungen, die in den ersten Wochen der Therapie auftreten können.
Die Nebenwirkungen über einen längeren Zeitraum, die erst später auftreten, sind weniger bekannt. Wenn das Medikament gut vertragen wird, ist das auf die Dauer sehr gut verträglich ist. Wir haben Daten aus mehreren Jahren, dass der Wirkstoff über mehrere Jahre gut verträglich ist.
Das Thema Intervallverlängerung wird weiter untersucht. Es gibt Patienten, bei denen man die Intervalle verlängern kann. Das ist aber außerhalb der Zulassung.
Aus meiner Sicht ist eine Intervallverlängerung in Einzelfällen sinnvoll, sodass man das im Einzelfall besprechen kann. Ganz absetzen sollte man diese Medikamente nicht, weil die Wirkung dann verloren geht und die Erkrankung wiederkommt.
Ich habe Asthma und COPD in einer leichten Ausprägung. Ich nehme Cortison-Spray und ein Kombi-Präparat mit langwirksamen Bronchodilatatoren. Vor dem Sport nehme ich Salbutamol, sehe aber keine große Wirkung. Gibt es Alternativen zur Bedarfsbehandlung?
Ich habe Asthma und COPD in einer leichten Ausprägung. Ich nehme Cortison-Spray und ein Kombi-Präparat mit langwirksamen Bronchodilatatoren. Vor dem Sport nehme ich Salbutamol, sehe aber keine große Wirkung. Gibt es Alternativen zur Bedarfsbehandlung?
Prof. Marek Lommatzsch: Das ist abhängig davon, ob das Asthma oder die COPD überwiegt.
Wenn das Asthma dominiert, wäre möglicherweise eine verstärkte antientzündliche inhalative Therapie sinnvoll, zum Beispiel eine Bedarfstherapie mit einer Kombination aus einem atemwegserweiternden und einem anti-entzündlichen Medikament sinnvoll.
Wenn die COPD im Vordergrund steht, dann würde man doch eher zum Salbutamol neigen.
Wenn generell noch Beschwerden bestehen, muss man überlegen, ob die inhalative Dauertherapie richtig eingestellt ist. Die genannte Kombination der Dauertherapie ist etwas ungewöhnlich. Das geht natürlich. Aber man könnte überlegen, ob man das kombiniert. Es gibt Dreifachkombinationen, wo man drei Wirkstoffe auf einmal inhalieren kann, die dann wirksamer sein können als die getrennte Inhalation.
Ich habe Asthma und seit 2023 gelblichen Auswurf und Atemnot. Dagegen hilft eine Dreifachkombi aus Cortison, LABA + LAMA und Antibiotika. Warum kommt der Auswurf nach Absetzen der Medikamente immer wieder?
Ich habe Asthma und seit 2023 gelblichen Auswurf und Atemnot. Dagegen hilft eine Dreifachkombi aus Cortison, LABA + LAMA und Antibiotika. Warum kommt der Auswurf nach Absetzen der Medikamente immer wieder?
Prof. Marek Lommatzsch: Beim Asthma ist immer die Frage: Ist dieser Auswurf Ausdruck einer Asthmaaktivität im Sinne einer Asthmaentzündung? Dann würde man zum Beispiel bestimmte Immunzellen wie die Eosinophilen oder einen bestimmten Entzündungswert in der Ausatemluft – das erhöhte FeNO erwarten.
Oder es könnte sich um eine chronische Infektion handeln, die auf dem Asthma schwelt.
Das muss man differenzieren. Ein guter Lungenfacharzt kann das differenzieren mit diagnostischen Maßnahmen, dass wir herausfinden, ob entweder das Asthma aktiv ist oder eine Infektion zusätzlich schwelt.
Hierzu ist ein kleines Maßnahmenbündel notwendig:
- Zunächst die Blutuntersuchung auf Entzündungswerte.
- Eine Sputum-Untersuchung, um zu sehen, ob da Bakterien drin sind.
- Eine FeNO-Messung, also exhaliertes Stickstoffmonoxid, um die Asthma-Entzündungsaktivität zu prüfen.
Im Einzelfall kann auch eine CT-Untersuchung des Brustkorbs und eine Bronchoskopie sinnvoll sein. Aber es gibt zuerst einfache Untersuchungen, mit denen man schon viel klären kann. Das sollte man bei einem Lungenspezialisten abklären. Beide Eventualitäten kann man gut behandeln.
Ich habe schweres Asthma. Nachts leide ich unter starker Übelkeit mit Erbrechen. Es wurden ein Zwerchfellbruch und eine Refluxerkrankung festgestellt. Mir wurden erhöhtes Liegen und nicht zu spätes Essen empfohlen. Gibt es weitere Therapien?
Ich habe schweres Asthma. Nachts leide ich unter starker Übelkeit mit Erbrechen. Es wurden ein Zwerchfellbruch und eine Refluxerkrankung festgestellt. Mir wurden erhöhtes Liegen und nicht zu spätes Essen empfohlen. Gibt es weitere Therapien?
Prof. Marek Lommatzsch: Ein solches Zwerchfellproblem kann
- einerseits ein schweres Asthma verstärken und
- sich andererseits wie ein schweres Asthma äußern.
Wenn jemand zusätzlich zu seinem schweren Asthma ein Problem mit dem Zwerchfell bekommt, dass also das Zwerchfell anatomisch beeinträchtigt ist oder gelähmt ist oder möglicherweise auch Organe des Bauchraums in den Brustkorb hineintreten, dann ist die Frage, was man chirurgisch machen kann, um das zu unterstützen. Hier würde ich mich in einem spezialisierten chirurgischen Zentrum vorstellen.
Ich habe schweres, chronisch unkontrolliertes Asthma mit Eosinophilie. Ich nehme eine Kombination aus Kortison und LABA, ein bronchienerweiterndes Spray und Mepolizumab. Ich erwache jede Nacht mehrfach mit Atemnot. Wie kann ich besser durchschlafen?
Ich habe schweres, chronisch unkontrolliertes Asthma mit Eosinophilie. Ich nehme eine Kombination aus Kortison und LABA, ein bronchienerweiterndes Spray und Mepolizumab. Ich erwache jede Nacht mehrfach mit Atemnot. Wie kann ich besser durchschlafen?
Prof. Bianca Schaub: Bitte stellen Sie sich zeitnah bei Ihrem Lungenarzt vor. Es sollte eine ausführliche Anamnese gemacht werden, seit wann Sie diese Symptome haben, und wie gut die Inhalationstherapie klappt. Auch an eine Infektion sollte gedacht werden. Gegebenenfalls sollte die Therapie umgestellt und angepasst werden. Auch ein anderes Biologikum kann erforderlich sein.
Mein Sohn ist 21 Jahre, Nichtraucher, sehr sportlich. Vor einem Jahr hat er Atemprobleme beim Sport bemerkt. Jetzt ist die Diagnose: Belastungsasthma. Er hat zwei verschiedenen Asthmasprays erhalten. Gibt es weitere Möglichkeiten?
Mein Sohn ist 21 Jahre, Nichtraucher, sehr sportlich. Vor einem Jahr hat er Atemprobleme beim Sport bemerkt. Jetzt ist die Diagnose: Belastungsasthma. Er hat zwei verschiedenen Asthmasprays erhalten. Gibt es weitere Möglichkeiten?
Prof. Bianca Schaub: Wichtig ist, eine Lungenfunktion durchzuführen und auch ein Röntgenbild anzufertigen. Dies ist vermutlich bereits durchgeführt worden. Zudem gibt es Asthmaschulungen, die sehr hilfreich für den Umgang mit der Erkrankung und vor allem für die Inhalationstherapie sind. Ihr Hausarzt oder Pneumologe kann Ihnen die Schulungszentren in Ihrer Nähe nennen. Wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle bei Ihrem Lungenfacharzt und gegebenenfalls auch eine Physiotherapie.
Kann der Lungenfacharzt bei schwerstem eosinophilem Asthma Terbutalin verschreiben, um einen Intensivstation-Aufenthalt zu vermeiden?
Kann der Lungenfacharzt bei schwerstem eosinophilem Asthma Terbutalin verschreiben, um einen Intensivstation-Aufenthalt zu vermeiden?
Prof. Bianca Schaub: Wenn Sie zunehmende Symptome haben, stellen Sie sich bitte bei Ihrem Lungenfacharzt vor. Gegebenenfalls sollte die Dauertherapie angepasst werden oder eine aktuelle akute Verschlechterung therapiert werden. Auch eine Infektion sollte ausgeschlossen beziehungsweise behandelt werden.
Gibt es einen Unterschied zwischen "normalem" Asthma und solchem, das nach COVID-19 aufgetreten ist? Ich habe Post-COVID und Asthma. Ich habe den Eindruck, dass die Dreifachkombi aus LAMA, LABA und Kortison bei Belastung kaum hilft.
Gibt es einen Unterschied zwischen "normalem" Asthma und solchem, das nach COVID-19 aufgetreten ist? Ich habe Post-COVID und Asthma. Ich habe den Eindruck, dass die Dreifachkombi aus LAMA, LABA und Kortison bei Belastung kaum hilft.
COPD
Welche Antikörper gibt es für die Behandlung der COPD?
Welche Antikörper gibt es für die Behandlung der COPD?
Prof. Klaus F. Rabe: Es gibt Antikörper für die Behandlung von COPD. Es gibt aktuell das Dupilomab und das Mepolizomab. Es gibt klinische Daten, dass Patienten davon profitieren können – aber nur solche, die eine sogenannte Typ-2-Entzündung haben. Dies erkennt man an einer Eosinophilen-Anzahl ab 300.
Voraussetzung für die Anwendung von Antikörpern ist außerdem, dass die Betroffenen häufige Krankheitsverschlechterungen haben, obwohl sie bereits eine sogenannte Triple-Therapie aus einem inhalativen Cortison plus LABA plus LAMA.
Das ist nur bei einem relativ geringen Prozentsatz der COPD-Betroffenen der Fall.
Wie ist die Studienlage zu Dupilumab bei COPD?
Wie ist die Studienlage zu Dupilumab bei COPD?
Prof. Klaus F. Rabe: Es gibt zwei größere Zulassungsstudien mit insgesamt 1.800 Patienten. Die Zulassungsstudien sind im Jahre 2024 und 2023 publiziert worden. Einschlusskriterien waren
- die Diagnose einer COPD eines höheren Schweregrades,
- das Vorhandensein von Exazerbationen in der Vergangenheit und
- die Behandlung mit einer Tripletherapie über mindestens 3 Monate,
- das Auftreten einer chronischen Bronchitis
- plus einem Biomarker: Blut-Eosinophile von 300 Zellen pro Mikroliter.
Die Blut-Eosinophilen können mit einem einfachen Blutbild erfasst werden.
Wenn man Patienten mit diesen Einschlusskriterien über ein Jahr mit der Substanz behandelt und vergleicht sie mit der Tripletherapie in Kombination mit einem Placebo, reduziert sich die Exazerbationsrate dieser Patienten noch einmal um weitere 30 Prozent, verglichen zu dem Effekt der Tripletherapie allein.
Die Zulassung ist also erfolgt für genau diese Patientengruppe:
- schwere Erkrankung
- chronische Bronchitis
- Exazerbationen
- Eosinophilie im Blut
Für diese Patienten ist Dupilumab eine Behandlungsmöglichkeit. Das sind meiner Erfahrung nach etwa fünf Prozent der Patienten. Es werden andere Biologika kommen, die dieses Verhältnis erhöhen. Aber es sind keine Medikamente für jeden Patienten.
Für die Behandlung mit Antikörpern ist eine Eosinophilen-Anzahl über 300 notwendig. Kann eine inhalative Behandlung, die inhalatives Kortison enthält, die Eosinophilen-Anzahl sinken, sodass man für eine Behandlung mit Antikörpern nicht infrage kommt?
Für die Behandlung mit Antikörpern ist eine Eosinophilen-Anzahl über 300 notwendig. Kann eine inhalative Behandlung, die inhalatives Kortison enthält, die Eosinophilen-Anzahl sinken, sodass man für eine Behandlung mit Antikörpern nicht infrage kommt?
Prof. Klaus F. Rabe: Das Kriterium einer Eosinophilen-Anzahl von mindestens 300 wird relativ streng gehandhabt. Es kann im Einzelfall so sein, dass bei einer Cortison-Behandlung die Eosinophilen sinken. Wir versuchen dann zu schauen, wie die Eosinophilen-Anzahl wäre, wenn jemand gar keine Steroide hätte. Das geht durch eine kurze Reduktion der Medikation oder einen kurzen Auslassversuch.
Haben Acetylcholin-Antagonisten, die zur Behandlung von COPD eingesetzt werden, eine Wirkung auf Patienten mit leichter Alzheimer-Demenz?
Haben Acetylcholin-Antagonisten, die zur Behandlung von COPD eingesetzt werden, eine Wirkung auf Patienten mit leichter Alzheimer-Demenz?
Anmerkung der Redaktion: Ein Mangel an dem Botenstoff Acetylcholin im Gehirn wird als zentraler Faktor bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Demenz-Erkrankungen angesehen.
Prof. Klaus F. Rabe: Die bei COPD eingesetzten Substanzen, die Anticholinergika, wirken nicht auf das Acetylcholin. Stattdessen blockieren die Wirkstoffe den Rezeptor für Acetylcholin. Sie entfernen also kein Acetylcholin aus dem Körper.
Die Daten sprechen zum jetzigen Zeitpunkt nicht dafür, dass bei dem breiten Einsatz von anticholinergen Substanzen in der Inhalation eine erhöhte Wahrscheinlichkeit oder ein klarer Zusammenhang zwischen dem Auftreten und/oder einer Verschlimmerung einer Alzheimer-Demenz gegeben wäre.
Ich habe COPD Grad 3 mit Emphysem und eine diastolische Herzinsuffizienz. Trotz vieler Medikamente habe ich weiterhin Luftnot. Gibt es eine Therapie, die beide Erkrankungen abdeckt?
Ich habe COPD Grad 3 mit Emphysem und eine diastolische Herzinsuffizienz. Trotz vieler Medikamente habe ich weiterhin Luftnot. Gibt es eine Therapie, die beide Erkrankungen abdeckt?
Prof. Klaus F. Rabe: Menschen mit einer fortgeschrittenen, länger bestehenden COPD haben ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Dazu gehört auch die diastolische Herzinsuffizienz.
Bei Luftnot ist abzuklären, ob eine pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) besteht. Diese ist zwar nicht sehr häufig, sollte aber abgeklärt werden. Zweitens gilt für den COPD-Patienten mit Emphysem und einer diastolischen Herzinsuffizienz: Er muss behandelt werden, als ob er keine COPD hätte – mit einer pharmakologisch sinnvollen Unterstützung vom Diuretikum bis zur Herzinsuffizienz-Behandlung bis zur Rhythmisierung durchführt. Das ist ein kardiologisch-pneumologische Gemeinschaftsaufgabe.
Prof. Ardeschir Ghofrani: Sowohl die COPD als auch die diastolische Herzinsuffizienz sind häufige Erkrankungen. Beide Erkrankungen können mit bestimmten Formen des Lungenhochdrucks einhergehen. Die müssen alle unabhängig voneinander und gemeinsam miteinander abgeklärt werden, bevor man Therapien erwägt, wobei man sagen muss: Medikamentöse Therapieoptionen haben wir derzeit für die COPD und für verschiedene Formen des Lungenhochdrucks sicherlich mehr als für die diastolische Herzinsuffizienz. Da ist das therapeutische Angebot noch relativ eingeschränkt.
Gibt es Erkenntnisse darüber, wie stark die Feinstaubbelastung zum Beispiel in Großstädten wie Hamburg mit seinem Hafen und viel Verkehr eine COPD im Vergleich zur Belastung durch Zigarettenkonsum begünstigt?
Gibt es Erkenntnisse darüber, wie stark die Feinstaubbelastung zum Beispiel in Großstädten wie Hamburg mit seinem Hafen und viel Verkehr eine COPD im Vergleich zur Belastung durch Zigarettenkonsum begünstigt?
Prof. Klaus F. Rabe: Die Definition der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung beinhaltete die Exposition gegenüber Partikeln, Gasen und Stäuben. Das heißt, alles, was partikuläre Verunreinigung ist – vom Feinstaub PM 2,5, PM5 und PM10 – hat einen direkten Einfluss, wenn es eingeatmet wird. Das sind sogenannte respirable Partikel – das heißt, sie kommen bis in die Peripherie der Lunge. Diese haben unzweifelhaft einen Effekt auf Entzündungsvorgänge, epitheliale Verarbeitung und tragen zum Risiko einer COPD bei.
Mehr zur Nanopartikelforschung
Auch der Konsum von Zigaretten ist ein Risikofaktor. Da gibt es verschiedene Komponenten: 25.000 Chemikalien, Nikotin, Teer, Partikel, Lipopolysaccharide und mehr.
Mehr zur Wirkung von Zigaretten
Zum direkten Vergleich von Feinstaub und Zigarettenkonsum: Ich würde persönlich sagen: Beide sind schädlich. Das inhalative Zigarettenrauchen ist so unmittelbar und häufig für Patienten eine so regelmäßige und massive Beeinträchtigung mit einem breiten Spektrum von Partikeln bis Gasen bis suchtmachenden Substanzen, dass ich unzweifelhaft dieses für unsere Breiten als das größere Risiko einschätzen würde.
Aber es gibt viele Gegenden dieser Welt, wo man durch Verbrennung von fossilen Brennstoffen, Torf, Holz, Braunkohle, in schlecht belüfteten Räumen für Junge und Heranwachsende ein signifikantes COPD-Risiko nachweisen kann.
Auf dieser Welt rauchen eine Milliarde Menschen aktiv, aber drei Milliarden Menschen sind Partikeln und Gasen ausgesetzt. In Indien, Südchina, im südostasiatischen Raum ist es ein Riesenproblem, sodass man sagen muss: Meine Aussagen beziehen sich auf Hamburg und Umgebung. Dort ist unzweifelhaft Zigarettenrauchen der größte Risikofaktor. Aber auch berufliche Expositionen, Umweltbelastung und schlechte Ventilation tragen ein eigenes Risiko.
Gibt es Erkenntnisse zu Mikro-/Nanoplastik als Auslöser für COPD oder Exazerbationen?
Gibt es Erkenntnisse zu Mikro-/Nanoplastik als Auslöser für COPD oder Exazerbationen?
Prof. Klaus F. Rabe: Nanopartikel sind relativ gut untersucht. Letztendlich, bevor man die Nanopartikel nannte, weil man häufig sehr feine Stäube angeschaut hat. Es gibt einen relativ guten Zusammenhang zwischen sogenannten kardiovaskulären Erkrankungen, also der Effekt auf das Gefäßbett und die Zellen darin – das ist kein Epithel, sondern ein Endothel. Dort gibt es Daten zur Verschlechterung kardiovaskulärer Erkrankungen.
Für die COPD ist das etwas schwieriger. Wenn Sie einen Menschen mikroskopisch untersuchen würden, der heute mit 75 Jahren stirbt würden Sie in der Lunge Nanopartikel finden. Die Datenlage zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht so weit, dass wir sagen könnten, so viel Exposition über so viel Zeit mit einer so hohen Partikeldichte bedeutet Risiko x. Aber ich glaube, es ist eine Frage der Zeit. Ich glaube, dass es für mich keine Frage ist bei respirablen Partikeln in dieser Dichte und Menge und dem Nachweis in Organismen.
Es gibt mehr und mehr Daten von Tieren – Fische, Muschel und der Mensch. Die Biologie ist noch nicht so weit, aber die Daten werden kommen. Zum jetzigen Zeitpunkt tappen wir aber ein bisschen im Dunkeln, sonst würde die Gesetzgebung möglicherweise auch schärfer formuliert werden können. Diese Daten brauchen wir sehr dringend.
Wie wirkt sich Heilfasten auf COPD aus?
Wie wirkt sich Heilfasten auf COPD aus?
Prof. Klaus F. Rabe: Heilfasten ist sicherlich gut, vor allem fürs Gewicht. Ein zu hohes Gewicht und zu wenig Bewegung sind nicht gut bei COPD.
Natürlich gibt es allgemeine Maßnahmen der Gesunderhaltung des Körpers, zum Beispiel
- eine gesunde, ausgewogene Ernährung,
- nach 20 Uhr nicht zu viel essen und
- regelmäßige Bewegung.
Das ist im Hinblick auf chronische Erkrankungen wie kardiovaskuläre Erkrankungen, Übergewicht, Krebsrisiko, Diabetes und COPD sicherlich sinnvoll.
Es gibt keinen erwiesenen Zusammenhang zwischen dem Schweregrad und der Prognose der COPD und dem Einhalten einer diätetischen Regel wie dem Heilfasten über einen bestimmten Zeitraum. Dennoch halte ich es für etwas Sinnvolles, vor allem für Patienten mit Übergewicht. Dort ist eine diätetische Maßnahme sinnvoll und wird auch in jeder Rehabilitation gemacht.
Kann Autophagie zur Zellerneuerung beim Lungenemphysem beitragen?
Kann Autophagie zur Zellerneuerung beim Lungenemphysem beitragen?
Sport ist bei COPD wichtig, um Muskelabbau vorzubeugen. Kann man sich auch zu viel belasten?
Sport ist bei COPD wichtig, um Muskelabbau vorzubeugen. Kann man sich auch zu viel belasten?
Prof. Klaus F. Rabe: Es gibt keine Frage, dass körperliche Belastung, körperliches Training, das A und O zur Prävention, zur Begleitung der Erkrankung und zur Verbesserung der Lebensqualität ist.
Es gibt kein allgemeingültiges Belastungslimit. Vertrauen Sie auf die Signale Ihres Körpers. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie jemanden, der Sie anleitet.
Hauptgrundsatz ist Regelmäßigkeit. Es ist so wie beim Essen: mäßig, aber regelmäßig. Sie müssen sich auftrainieren. Sie haben Ihren Körper wahrscheinlich die letzten Jahrzehnte, wenn Sie mal geraucht haben, nicht besonders gut behandelt in Bezug auf Ihre körperliche Aktivität. Lernen Sie das wieder. Geben Sie sich die Zeit, das zu tun. Hören Sie auf Ihren Kopf und auf Ihren Körper und machen Sie ein regelmäßiges Training.
Mehr Bewegung in der COPD-Therapie
Durch einen Zufallsbefund habe ich eine COPD-Diagnose 2a bekommen. Ich bin komplett beschwerdefrei, habe aber ein geringes Emphysem. Könnte es sich auch um eine andere Krankheit handeln?
Durch einen Zufallsbefund habe ich eine COPD-Diagnose 2a bekommen. Ich bin komplett beschwerdefrei, habe aber ein geringes Emphysem. Könnte es sich auch um eine andere Krankheit handeln?
Prof. Klaus F. Rabe: Eine COPD-Diagnose wird gestellt anhand
- der Beschwerden,
- einer typischen Anamnese – jemand, der geraucht hat, zum Beispiel oder eine andere Vorerkrankung gehabt hat, und
- einer Lungenfunktionsprüfung.
Wenn ein leichtes Emphysem zu sehen wäre, würde man vielleicht erwarten, dass die sogenannte Diffusionskapazität eingeschränkt ist oder möglicherweise auch die Spirometrie eingeschränkt ist und man muss es ins Verhältnis setzen zur CT-Analytik.
Jemand der Beschwerden hat, ein typisches Expositionsprofil hat (zum Beispiel geraucht hat), eine zur COPD passende Lungenfunktionseinschränkung hat und ein zur COPD passendes CT-Bild hat, wird sehr wahrscheinlich eine COPD haben.
Ist eine ausgewogene Ernährung ausreichend oder benötigt man spezielle Nahrungsergänzungsmittel wie Proteinpulver?
Ist eine ausgewogene Ernährung ausreichend oder benötigt man spezielle Nahrungsergänzungsmittel wie Proteinpulver?
Prof. Klaus F. Rabe: Eine gescheite Ernährung ist gut für alle chronischen Lungenerkrankungen. Es geht darum, eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausbalanciertem Protein- und Kohlenhydratprofil zu haben. Spezifische, für die COPD erwiesenermaßen sinnvolle oder notwendige Maßnahmen der diätetischen Versorgung gibt es nicht.
Mehr zur Ernährung bei chronischen Lungenerkrankungen
Ich habe COPD und Lungenhochdruck. Nun benötige ich ein neues Hüftgelenkt. Welche Narkoseverfahren sind geeignet?
Ich habe COPD und Lungenhochdruck. Nun benötige ich ein neues Hüftgelenkt. Welche Narkoseverfahren sind geeignet?
Prof. Klaus F. Rabe: Bei einer Operation mit einer Narkose über mehrere Stunden würde ich zwei Dinge erfordern wollen:
- eine vernünftige, gemessene Einschränkung der COPD mit Bestimmung eines Schweregrades in einer adäquaten Therapie
- eine objektivierbare Diagnose der pulmonalen Hypertonie
Wenn beide Diagnosen belastbar diagnostiziert wurden, ist es eine individuelle Risikoabschätzung, ob ein operativer Eingriff oder vielleicht auch eine minimalinvasive Variante anzuzeigen wäre.
Prinzipiell gilt auch für eine fortgeschrittene COPD in Kombination mit einem Lungenhochdruck nicht automatisch, dass man nicht eine Hüfte operieren kann. Man braucht nur ein vernünftiges Work-Up auf dem Weg dorthin. Machbar ist das.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen COPD und Sklerodermie?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen COPD und Sklerodermie?
Prof. Ardeschir Ghofrani: Es gibt keinen direkten, kausalen Zusammenhang. Beide Erkrankungen können jedoch gemeinsam auftreten, insbesondere weil die COPD eine häufige Lungenerkrankung ist. Auch die Sklerodermie kann mit einer Lungenbeteiligung einhergehen, allerdings eher in Form einer Lungenfibrose. Beiden Erkrankungen kann eine Luftnot und Leistungseinschränkung gemein sein. Der Verdacht sollte durch Pneumologen und Rheumatologen abgeklärt werden.
Gibt es neue Erkenntnisse zur Therapie oder zur Heilung der COPD?
Gibt es neue Erkenntnisse zur Therapie oder zur Heilung der COPD?
Prof. Klaus F. Rabe: Bei den Biologika läuft die Entwicklung zurzeit. Wir haben mit dem Dupilumab begonnen, einem IL-4,13-Rezeptor-Antagonist. Wir haben Daten zum IL-5-Antagonisten, dem Mepolizumab. Es gibt weitere Versuche mit anderen Biologika, auch in Kombination, sogenannten Nanobodies, um chronische Lungenerkrankungen wie die COPD besser zu kontrollieren.
Diese sind jedoch in der Wirkungsmöglichkeit und in der Wirkungsbreite nur für Subgruppen von Patienten effektiv.
Es ist nicht davon auszugehen, dass wir eine Erkrankung komplett heilen und vollständig zum Verschwinden bringen. Wir versuchen daher, frühere Stadien der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen – zum Beispiel im Rahmen des Lungenkrebs-Screenings. Man weiß, dass Patienten mit einem gewissen Risikoprofil (familiär-genetisch, frühe Rauchexposition, berufliche Exposition) die Erkrankung inklusive der Beteiligung anderer Organsysteme (Multimorbidität) schon entwickeln, bevor die Lungenfunktion schlecht wird.
Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nichts, das erwiesenermaßen bei gleichbleibendem Risikoprofil die Erkrankung verhindert oder sie wesentlich in ihrem Erscheinungsprofil verändert.
Die wesentlichen Punkte sind daher
- Risikovermeidung (am wichtigsten ist der Rauchstopp),
- möglichst frühzeitiges Erkennen der Erkrankung,
- veränderbare Risikofaktoren abschaffen,
- therapeutische Unterstützung
Zur therapeutischen Unterstützung gehören neben Medikamenten auch allgemeine Maßnahmen wie eine gute Ernährung und physikalische Aktivität. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass diese Patienten häufig Begleiterkrankungen haben, vor allen Dingen auch kardiovaskuläre Erkrankungen, Erkrankungen der Nieren und Diabetes.
Wenn all dies berücksichtigt wird, kann man den Krankheitsverlauf relevant verändern.
Gibt es Ansätze zur Regeneration der Lunge?
Gibt es Ansätze zur Regeneration der Lunge?
Prof. Klaus F. Rabe: Es gibt aktuell keine Behandlung zur Regeneration der Lunge. Die Gewebe-Wiederherstellung ist ein Traum, den wir alle haben. Daran wird auch tatsächlich geforscht. Allerdings würde ich mich festlegen zu sagen, dass in den nächsten wenigen Jahren keine Wundertablette, Wunderspritze oder Wunderintervention kommt, um das zu ermöglichen.
Infektionen der Lunge
Nach einer Immuntherapie mit Dorstalimab (Antikörper gegen Gebärmutterkrebs) habe ich nach zwölf Monaten eine Pneumonie entwickelt. Welche Behandlungsmöglichkeiten außer Cortison gibt es?
Nach einer Immuntherapie mit Dorstalimab (Antikörper gegen Gebärmutterkrebs) habe ich nach zwölf Monaten eine Pneumonie entwickelt. Welche Behandlungsmöglichkeiten außer Cortison gibt es?
Prof. Martin Witzenrath: Die Pneumonie wird nicht primär mit Cortison behandelt, sondern je nachdem, ob der Erreger bekannt ist – viral oder bakteriell oder gar ein Pilzerreger – mit einem entsprechenden Antibiotikum oder Virostatikum. Bei immunkompetenten Patienten würde man bei einer schweren Pneumonie auf der Intensivstation auch ein Hydrocortison-Präparat dazugeben, ansonsten nicht. Insbesondere bei schon immunsupprimierten Patienten ist man zurückhaltend mit Kortison bei der Pneumonie.
Prof. Robert Bals: Möglicherweise richtet sich die Cortison-Therapie gegen eine Nebenwirkung des Antikörper-Präparats, nämlich eine Pneumonitis. Dabei ist Cortison das Mittel der Wahl.
Anmerkung der Redaktion: Eine Pneumonitis ist eine nicht-infektiöse Entzündung des Lungengewebes.
Was kann man gegen Bronchiektasen tun? Gibt es Medikamente oder operative Methoden?
Was kann man gegen Bronchiektasen tun? Gibt es Medikamente oder operative Methoden?
Prof. Martin Witzenrath: Es gibt keine spezifischen Medikamente gegen Bronchiektasen. Es gibt ein Medikament, das inzwischen in Europa zugelassen ist, aber noch nicht im Markt verfügbar ist. Das ist ein sogenannter DPP-1 Inhibitor. Dieser wird sicherlich demnächst auf den Markt kommen. Er wirkt in erster Linie gegen die Entzündungsreaktion. Die chronische Entzündung ist ein wesentlicher Mechanismus, der zu der Entstehung und der Ausdehnung der Bronchiektasen führt.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, gegen die Entzündung mit der Langzeitgabe von Makroliden vorzugehen, also einem Antibiotikum, das aber eine anti-inflammatorische Wirkung hat.
Dann gibt es die Möglichkeit, gegen bakterielle Entzündungen, chronische bakterielle Infektionen vorzugehen. Bei Patienten, die beispielsweise Pseudomonas haben oder auch andere Bakterien in den Atemwegen, die chronische Infektionen machen, kann man inhalative Antibiotika geben, um die Bakterienlast und damit auch die Symptomlast zu reduzieren.
Dann gibt es die Möglichkeit, die Mukus-Last zu vermindern, indem man inhaliert. Vor wenigen Monaten hat eine Arbeit gezeigt, dass die hypertone Kochsalzlösung nicht besser funktioniert als die normale Kochsalzlösung. Das heißt jetzt nicht, dass man das eine absetzen muss. Aber es bedeutet eben auch, dass man unbedingt hypertone Kochsalzlösung inhalieren muss, wenn man es gar nicht gut verträgt. Das ist nämlich bei vielen Patienten der Fall.
Natürlich gibt es andere Therapiemaßnahmen, die bei Bronchiektasen extrem wichtig sind: Auch hier wieder die Rehabilitation und das Training als ganz wichtige Säule.
Eine operative Behandlung von Bronchiektasen gibt es eigentlich nur, wenn es zu größeren Blutungskomplikationen kommt oder ganz lokalisiert, in einem Teil der Lunge die Bronchiektasen ein Problem verursachen und die restlichen Teile der Lunge völlig in Ordnung sind. Bei einem verteilten Muster der Bronchiektasen würde man das nicht operativ angehen, außer es kommt zu häufigeren oder größeren Blutungskomplikationen.
Ist Brensocatib gegen Bronchiektasen zugelassen und in welchen Fällen wird es verschrieben?
Ist Brensocatib gegen Bronchiektasen zugelassen und in welchen Fällen wird es verschrieben?
Prof. Martin Witzenrath: Brensocatib ist zugelassen, aber in Deutschland noch nicht auf dem Markt.
Ich habe Bronchiektasen mit chronischer Keimbesiedlung. Als Therapie erhalte ich unter anderem regelmäßige Antibiosen. Dabei habe ich oft Sodbrennen. Kann ich Säureblocker (Pantoprazol) einnehmen?
Ich habe Bronchiektasen mit chronischer Keimbesiedlung. Als Therapie erhalte ich unter anderem regelmäßige Antibiosen. Dabei habe ich oft Sodbrennen. Kann ich Säureblocker (Pantoprazol) einnehmen?
Ich habe seit ca. drei Wochen einen Infekt-Husten und ständig eine laufende Nase, seit einer Woche Atemnot. Was kann ich tun?
Ich habe seit ca. drei Wochen einen Infekt-Husten und ständig eine laufende Nase, seit einer Woche Atemnot. Was kann ich tun?
Ich habe seit Ende 22 eine kryptogen organisierende Pneumonie und zusätzlich eine COPD. Ich habe längere Zeit Kortison erhalten. Nach dem Absetzen ist die Erkrankung aber wiedergekommen. Wie kann die Erkrankung weiter behandelt werden?
Ich habe seit Ende 22 eine kryptogen organisierende Pneumonie und zusätzlich eine COPD. Ich habe längere Zeit Kortison erhalten. Nach dem Absetzen ist die Erkrankung aber wiedergekommen. Wie kann die Erkrankung weiter behandelt werden?
Prof. Jürgen Behr: „Kryptogen organisierende Pneumonie“ heißt, dass sich eine Lungenentzündung in der Lunge festsetzt und sich nicht wieder auflöst. Eine Lungenentzündung kann sich in der Lunge normalerweise folgenlos wieder zurückbilden. Aber eine solche organisierende Pneumonie bleibt bestehen und löst sich ohne Medikamente nicht wieder auf.
„Kryptogen“ heißt, dass die Ursache ungeklärt ist oder man keinen Auslöser dafür gefunden hat, also keine Infektion oder sowas.
Grundsätzlich sollte eine Therapie einer kryptogen organisierenden Pneumonie mindestens ein Jahr lang dauern. Üblicherweise ist das eine Kortisontherapie. Dies ist am Anfang etwas höher dosiert, später dann aber eine sehr niedrige Erhaltungsdosis. Wenn man diese nach einem Jahr absetzt, hat man eine gute Chance, dass es nicht wiederkommt. Wenn man vorher absetzt, ist das Risiko eines erneuten Auftretens höher.
Wenn diese Standards eingehalten wurden und es trotzdem wiederkommt, sollte man immer noch mal überlegen, gibt es eine Ursache dafür? Das können zum Beispiel Mykobakterien sein, gerade wenn eine COPD als Grunderkrankung zusätzlich bekannt ist.
Es gibt auch autoimmun-inflammatorische Myositiden, die sich so zeigen können. Es sollten also auch Autoimmunerkrankungen als Ursache abgeklärt werden.
Wenn dies nicht der Fall ist, ist zum Beispiel eine Therapie mit einem Makrolid-Antibiotikum, Azithromycin typischerweise, dreimal pro Woche ergänzend möglich. Alternativ wären auch kombinierte immunmodulatorische Medikamente zu erwägen, zum Beispiel Azathioprin oder auch Mycophenolat in Kombination mit niedrig dosiertem Kortison.
Ich habe in der infektreichen Jahreszeit Mometason-Nasenspray genommen. Es hat den Schleim gelöst und mir ging es besser. Gibt es einen Zusammenhang zwischen COPD und den oberen Atemwegen?
Ich habe in der infektreichen Jahreszeit Mometason-Nasenspray genommen. Es hat den Schleim gelöst und mir ging es besser. Gibt es einen Zusammenhang zwischen COPD und den oberen Atemwegen?
Interstitielle Lungenerkrankungen
Im Jahr 2023 wurde bei mir eine Lungenfibrose festgestellt. Ich erhalte Flüssigsauerstoff und Nintedanib. Der Sauerstoffgehalt fällt bei Belastung zwischen 70 und 80 ab. Was kann ich tun, um die Beschwerden zu lindern und die Erkrankung zu behandeln?
Im Jahr 2023 wurde bei mir eine Lungenfibrose festgestellt. Ich erhalte Flüssigsauerstoff und Nintedanib. Der Sauerstoffgehalt fällt bei Belastung zwischen 70 und 80 ab. Was kann ich tun, um die Beschwerden zu lindern und die Erkrankung zu behandeln?
Prof. Jürgen Behr: Hier handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung, die bereits zu einer starken Beeinträchtigung des Gasaustausches mit Sauerstoffmangelsituationen führt.
Was man noch zusätzlich tun kann: Häufig ist in einer solchen Situation auch der Lungenkreislauf beeinträchtigt, sodass sich ein Lungenhochdruck ausbildet. Wenn dieser ein gewisses Maß überschreitet, was wir mittels Rechtherzkatheter feststellen können, dann kann es sinnvoll sein, diesen Lungenhochdruck zusätzlich zu der bereits bestehenden Therapie zu behandeln.
Es gibt Medikamente, sogenannte PDE-5-Inhibitoren – Sildenafil, Tadalafil – die hier einen positiven Effekt bewirken können. Darüber hinaus ist absehbar, dass ein neues Medikament auch in Deutschland zugelassen wird – wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte oder im vierten Quartal: das Nerandomilast.
Nerandomilast kann nach der Zulassung gegebenenfalls sowohl in Kombination als auch alternativ zu der bestehenden Therapie mit Nintedanib eingesetzt werden. Das wäre eine Zukunftsperspektive für diesen Patienten.
Darüber hinaus sollte man auf jeden Fall auch eine pneumologische Rehabilitation in einem qualifizierten Zentrum anstreben, wo die Patienten sehr gut angeleitet werden, mit ihrer Sauerstoffmangelsituation, mit ihren täglichen Belastungen optimal umzugehen, und auf diese Weise das schwere Krankheitsbild zu beherrschen und zu lindern.
Ich habe Asthma und Sarkoidose. Könnte eine jahrelange Schimmelbelastung am Arbeitsplatz (Großküche) dafür mitverantwortlich sein?
Ich habe Asthma und Sarkoidose. Könnte eine jahrelange Schimmelbelastung am Arbeitsplatz (Großküche) dafür mitverantwortlich sein?
Prof. Jürgen Behr: Eine klassische Sarkoidose wir nicht durch Schimmelpilz ausgelöst. Wenn ich höre, dass jemand Asthma und eine Schimmelpilzexposition hat und dann eine Sarkoidose diagnostiziert wird, dann klingeln bei mir aber die Alarmglocken. Hier könnte auch ganz was anderes vorliegen: nämlich eine exogen-allergische Alveolitis.
Diese verursacht häufig auch bestimmte Gewebeveränderungen, die mit einer Sarkoidose verwechselt werden können.
Ich denke, hier muss man nochmal in die Tiefe gehen und die Diagnose hinterfragen, weil diese exogen-allergische Alveolitis kann sowohl Veränderungen hervorrufen, die unter eine Sarkoidose subsumiert werden könnten, als auch asthmaähnliche Beschwerden. Deshalb denke ich, dass in diesem Fall eine Hinterfragung der wirklichen Diagnose essenziell ist.
Prof. Klaus F. Rabe: Die Sarkoidose hat pathologisch ein Granulom. Das ist so ein Knötchen. Dieses Granulom kann aber auch auftreten bei verschiedenen anderen Erkrankungen, nicht bei der Alveolitis, sondern auch bei Sonderformen, die mit einer asthmatischen Erkrankung assoziiert sind, sodass bei dieser doch seltenen Kombination ein Spezialist noch mal sehr sorgfältig gucken sollte.
Prof. Jürgen Behr: Auch eine eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis könnte mal so aussehen: Die Diagnose sollte überprüft werden.
Ich habe COPD, Lungenfibrose und Lungenhochdruck. Ich erhalte ein Kombinationsmedikament aus Macitentan und Tadalafil. Zur Zeit habe ich verstärkt Luftnot bei Bewegung sowie Husten. Gibt es Möglichkeiten, die Symptome zu lindern?
Ich habe COPD, Lungenfibrose und Lungenhochdruck. Ich erhalte ein Kombinationsmedikament aus Macitentan und Tadalafil. Zur Zeit habe ich verstärkt Luftnot bei Bewegung sowie Husten. Gibt es Möglichkeiten, die Symptome zu lindern?
Prof. Jürgen Behr: Häufig tritt ein Lungenemphysem gemeinsam mit einer Lungenfibrose auf. Das führt dazu, dass die Austauschfläche in der Lunge und die Möglichkeit, Sauerstoff ins Blut zu transportieren, umso stärker beeinträchtigt ist. Insbesondere ist auch das Lungengefäßbett sehr stark beeinträchtigt. Die kann dazu führen, dass sich auch ein Lungenhochdruck entwickelt.
Mehr zur Behandlung des Lungenemphysems
Mehr zur Behandlung der Lungenfibrose
Wenn der Lungenhochdruck ein gewisses Maß erreicht, sollte dieser zusätzlich zu der Lungenfibrose behandelt werden. Auch die COPD erfordert eine Behandlung. Zusätzlich ist die Physiotherapie ein wichtiges Standbein, mit der man auch Verbesserungen erzielen kann, zumindest der Funktionalität.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen schwerem Asthma in Kombination mit Neurofibromatose beim Sohn und schwerem Asthma in Kombination mit Sarkoidose und Morbus Ledderhose, einer Fibrosierung der Fußsohlen, bei der Mutter?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen schwerem Asthma in Kombination mit Neurofibromatose beim Sohn und schwerem Asthma in Kombination mit Sarkoidose und Morbus Ledderhose, einer Fibrosierung der Fußsohlen, bei der Mutter?
Prof. Jürgen Behr: Zwischen Neurofibromatose und Lungenfibrose sind Zusammenhänge bekannt. Tatsächlich gibt es da zumindest eine Koinzidenz. Inwiefern das mit dem Morbus Ledderose zusammenhängt, entzieht sich meiner Kenntnis. Man könnte aber durchaus vermuten, dass da auch ein möglicher Zusammenhang besteht, denn in der Regel sind das Erkrankungen, die auf eine Fehlsteuerung der Bindegewebsbildung zurückzuführen sind. Und Bindegewebe haben wir ja überall. Wenn eine Fehlsteuerung an einem Ort vorliegt, kann es sein, dass dies auch an anderen Orten der Fall ist. Bei der Neurofibromatose ist es gewiss. Mit dem Asthma hat es meines Erachtens nichts zu tun.
Was sind aktuell die Möglichkeiten zur spezifischen Therapie einer Lungenfibrose?
Was sind aktuell die Möglichkeiten zur spezifischen Therapie einer Lungenfibrose?
Prof. Jürgen Behr: Wir haben seit über zehn Jahren zwei zugelassene Medikamente: Das sind das Pirfenidon und das Nintedanib. Diese beiden Medikamente haben in Studien und auch in großen Registerstudien gezeigt, dass sie den Krankheitsverlauf abbremsen können, was den Lungenfunktionsverlust angeht.
Die Evidenzlage, dass sie die Lebenszeit verlängern, ist aber nach wie vor zweifelhaft. Außerdem gehen sie mit einem erheblichen Potenzial an Nebenwirkungen einher, was dazu führt, dass viele Patienten nach ein oder zwei Jahren die Therapie abbrechen, weil sie zum einen keinen echten Benefit für sich wahrnehmen, zum anderen aber deutliche Nebenwirkungen erleiden. Das ist die momentane Lage in Deutschland.
Welche Behandlungsmöglichkeiten der Lungenfibrose sind in den nächsten Monaten oder Jahren in Sicht?
Welche Behandlungsmöglichkeiten der Lungenfibrose sind in den nächsten Monaten oder Jahren in Sicht?
Prof. Jürgen Behr: In den USA haben wir bereits die Zulassung für das nächste Generation an Medikamenten: Das ist das Nerandomilast. Das ist ein Medikament, das in den Phosphodiesterase-Stoffwechsel eingreift und auf diese Art und Weise sowohl eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufes als auch in den Studien – zumindest für einen Teil der Patienten, für die sogenannten PPF-Patienten, die Progrediente Pulmonale Fibrose gezeigt haben – dass es auch einen Überlebensvorteil hat.
Das ist bisher nicht gelungen gewesen, dass man das wirklich in einer Studie zeigt, und das war jetzt die erste Studie, die das wirklich gezeigt hat. Hier ist ein Fortschritt und der Fortschritt besteht darüber hinaus darin, dass dieses Medikament ein deutlich geringeres Nebenwirkungspotenzial aufweist, sodass wir darauf hoffen dürfen, dass das auch in Deutschland zugelassen wird. In den USA, wie gesagt, ist die Zulassung bereits erteilt. In Deutschland rechnen wir damit, dass dieses Medikament in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommt und wir unsere Patienten damit behandeln können, mit weniger Nebenwirkungslast und mit Aussicht auf eine etwas bessere Wirkung.
Außerdem gibt es ein Medikament namens Treprostinil, das in der Lungenhochdrucktherapie bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich eingesetzt wird. Es setzt am Lungengefäßsystem an. Inzwischen gibt es aber auch Daten, dass es auch an der Fibrose ansetzt. Eine kürzlich publizierte Studie zeigt, dass inhaliertes Treprostinil mit einer Verlangsamung – zum Anfang sogar einem Aufhalten – des Fortschreitens dieses Lungenfunktionsverlustes einhergeht.
In dieser Studie war auch die Lebensqualität ein positives Studienergebnis: Die Lebensqualität der so behandelten Patienten war völlig unverändert innerhalb eines Jahres, was bei dieser Erkrankung praktisch nie vorkommt. In der Placebo-Gruppe gab es dagegen einen drastischen Abfall. Dieser Unterschied war auch klinisch relevant im Sinne von einer indirekten Verbesserung der Lebensqualität. Treprositinil ist also ein Medikament, zu dem wir eine Studie haben.
Für dieses inhalierte Treprostinil laufen noch zwei weitere Studien: eine in den USA und Kanada bei idiopathischer Fibrose und eine weltweite Studie bei progredienter pulmonaler Fibrose. Wenn die beiden Studien positiv sind, wird dies sicherlich auch zur Zulassung des Medikaments führen. Aber da sind wir noch nicht ganz so weit. Es wird also noch ein bisschen dauern.
Die Studie in den USA wird wahrscheinlich Ende diesen Monats entblindet werden können, sodass da die Topline-Ergebnisse vorliegen werden, sodass vielleicht für die idiopathische Lungenfibrose noch in diesem Jahr ein Zulassungsverfahren eröffnet wird. Aber erfahrungsgemäß dauern solche Verfahren, sodass ich nicht damit rechne, dass wir noch in diesem Jahr in Deutschland oder der EU dieses Medikament verfügbar haben werden in diesem Jahr in Deutschland oder der EU dieses Medikament verfügbar haben werden.
Ist bei einer Lungenfibrose eine Vollnarkose möglich?
Ist bei einer Lungenfibrose eine Vollnarkose möglich?
Ich habe Sklerodermie und eine Alveolitis. Ich erhalte Cortison (Prednisolon 30 mg) und habe starke Nebenwirkungen, die Haut löst sich auf. Gibt es Alternativen mit weniger Nebenwirkungen?
Ich habe Sklerodermie und eine Alveolitis. Ich erhalte Cortison (Prednisolon 30 mg) und habe starke Nebenwirkungen, die Haut löst sich auf. Gibt es Alternativen mit weniger Nebenwirkungen?
Prof. Jürgen Behr: Ja, es gibt Alternativen und meines Erachtens sogar deutlich bessere Alternativen. Ich bin nicht so ganz einverstanden mit der Therapie: 30 Milligramm Cortison bei einem Sklerodermie-Patienten – ohne Not würde ich das nicht tun. Man weiß, dass Cortison, bei diesen Patientengruppen auch relevante Nebenwirkungen, unter anderem an der Niere, auslösen können. Deshalb vermeidet man so hohe Dosen.
Man würde eher mit einer Therapie zum Beispiel mit einem immunmodulatorischen Medikament wie Mycophenolat-Mofetil beginnen. Abhängig von der Akuität und dem Schweregrad der Erkrankung wäre auch ein Antikörper, das Rituximab möglich, der sogenannte B-Zellen eliminiert und damit das Krankheitsbild auch oft sehr gut kontrollieren kann. Diese Rituximab-Therapie wird dann alle sechs Monate wiederholt. Am Anfang wird eine Loading-Dose innerhalb von zwei Wochen zweimal gegeben und danach mit Abstand von sechs Monaten.
Ich habe eine Strahlentherapie bekommen mit Cyberknife bei einer Lungenmetastase und hat jetzt eine Fibrosierung der Lunge. Muss man das behandeln und wenn ja, wie?
Ich habe eine Strahlentherapie bekommen mit Cyberknife bei einer Lungenmetastase und hat jetzt eine Fibrosierung der Lunge. Muss man das behandeln und wenn ja, wie?
Prof. Jürgen Behr: Bei einer Cyberknife-Therapie ist eine sehr umschriebene Strahlenexposition die Regel. Die Streustrahlung erreicht trotzdem viele Bereiche der Lunge. Bei einer vulnerablen Lunge könnte das zu einer fibrotischen Veränderung außerhalb des primären Strahlenfeldes führen.
Man würde eine Strahlenpneumonitis, die eher entzündlich geprägt ist, zunächst mit Kortikosteroiden behandeln. Sollte dieses Krankheitsbild sich dann aber doch in eine echte Fibrose entwickeln und einen progredienten Verlauf nehmen, dann wären auch in diesem Fall die zugelassenen antifibrotischen Medikamente eine Therapieoption.
Bei mir wurde vor einem Jahr Sarkoidose der Lunge festgestellt. Ich habe dreimonatliche Kontrollen mit Röntgenbefund. Ab wann sollte man mit einer Therapie beginnen?
Bei mir wurde vor einem Jahr Sarkoidose der Lunge festgestellt. Ich habe dreimonatliche Kontrollen mit Röntgenbefund. Ab wann sollte man mit einer Therapie beginnen?
Prof. Martin Witzenrath: Eine Behandlung wird meist empfohlen bei
- Schwere oder gefährliche Organbeteiligung
Herzsarkoidose
Neurosarkoidose
Augenbeteiligung mit Sehgefährdung
Hyperkalzämie
schwere Leberbeteiligung - Lungenbeteiligung mit Funktionsverlust
progressive Dyspnoe
Verschlechterung der Lungenfunktion (FVC/DLCO)
zunehmende Fibrose im CT - Starke Symptome
schwerer Husten
starke Müdigkeit
Schmerzen
Welche grundsätzlichen Therapie-Möglichkeiten gibt es bei Sarkoidose?
Welche grundsätzlichen Therapie-Möglichkeiten gibt es bei Sarkoidose?
Prof. Jürgen Behr: Für die Sarkoidose muss zunächst immer die Indikation zur Therapie geprüft werden. Nicht jede Sarkoidose muss behandelt werden. Die Gefahr einer Übertherapie ist gerade bei der Sarkoidose durchaus gegeben. Daher muss man sich erst mal vergegenwärtigen: Was sind die Folgen der Sarkoidose? Besteht eine Beeinträchtigung der Organfunktion, der Lebensqualität, der Leistungsfähigkeit oder besteht gar die Gefahr, dass eine Organfunktion dauerhaft geschädigt ist oder im schlimmsten Fall sogar ein vorzeitiges Ableben möglich wäre?
Mehr zur Diagnose der Sarkoidose
Wenn eine dieser Voraussetzungen gegeben ist, ist eine Therapie unter Umständen sinnvoll. Dann gibt es nach wie vor die Kortikosteroide in Tablettenform typischerweise als Firstline-Therapie oder, wenn die Erkrankung nicht mit sehr starken Symptomen einhergeht, die man rasch beheben muss und will, kann man auch mit Methotrexat als erste Therapie in einer wöchentlichen Gabe die Behandlung beginnen und so zu einer Stabilisierung führen.
Wenn man sich für eine Therapie entscheiden, dann würde man sich diese zunächst für etwa drei bis zwölf Monate vornehmen und dann evaluieren, ob die Erkrankung angesprochen hat. Wenn eine Remission, das heißt ein Rückgang der Erkrankung in einen fast normalen Zustand, eingetreten ist, kann man eine Therapiepause vereinbaren. Natürlich sollten weiterhin regelmäßige Kontrollen stattfinden, um ein Wiederaufflammen der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen.
Kann eine Sarkoidose durch eine Corona-Infektion ausgelöst werden?
Kann eine Sarkoidose durch eine Corona-Infektion ausgelöst werden?
Prof. Jürgen Behr: Das ist eine sehr schwierige Frage. Tatsächlich ist bekannt, dass Autoimmunerkrankungen nach Corona-Infektionen gehäuft beobachtet wurden.
Jetzt ist natürlich immer die Frage: War die Corona-Infektion der Auslöser der Erkrankung oder nur der Auslöser für die Entdeckung, weil man dann Untersuchungen gemacht hat, die die Erkrankung entdeckt haben.
Die Sarkoidose ist keine Autoimmunerkrankung im engeren Sinne. Wir haben kein Autoantigen oder keinen Autoantikörper bei der Sarkoidose. Nichtsdestotrotz ist es eine immunologische Erkrankung. Man kann sich durchaus vorstellen, dass auch bei einer Sarkoidose eine unspezifische, durch eine Corona-Erkrankung ausgelöste Immunstimulation eine Erkrankung zum Vorschein bringen könnte, die vielleicht schon angelegt war.
Aber eine ganz klare Antwort „Ja“ oder „Nein“ kann man hier nicht geben.
Lungenhochdruck
Ich habe pulmonal-arteriellen Lungenhochdruck und Folgeerkrankungen. Vor allem nachts habe ich zunehmend Schwierigkeiten beim Abhusten. Hilft das Inhalieren von Kochsalzlösung zweimal täglich?
Ich habe pulmonal-arteriellen Lungenhochdruck und Folgeerkrankungen. Vor allem nachts habe ich zunehmend Schwierigkeiten beim Abhusten. Hilft das Inhalieren von Kochsalzlösung zweimal täglich?
Prof. Ardeschir Ghofrani: Der Lungenhochdruck und die chronische Verschleimung und der Hustenreiz können zwar zusammenhängen, müssen aber nicht unbedingt zusammenhängen. Das muss nochmal genauer abgeklärt werden.
Wenn eine chronische Lungenerkrankung im Sinne einer COPD oder einer Lungenfibrose vorliegt, sind die Behandlungen auf die Atemwege fokussiert. Unter anderem können auch Inhalationstherapien und auch Kochsalzinhalationen gerade bei zähem und auch verändertem Schleimverhalten hilfreich sein.
Allerdings sollten dabei die Therapien der Grunderkrankung bereits ausgeschöpft sein, die ja mannigfaltig vorhanden sind, insbesondere bei der COPD und zunehmend auch bei der Lungenfibrose.
Lungenhochdruck selbst kann bei manchen Patienten auch einen chronischen Husten auslösen, der dann auch näher untersucht werden muss, um andere konkurrierende Diagnosen entweder einzugrenzen oder auszuschließen.
Wie sensitiv sind verschiedene Untersuchungsverfahren (zum Beispiel CT, Lungenperfusionsszintigrafie, Spiroergometrie), um einen Lungenhochdruck zu charakterisieren?
Wie sensitiv sind verschiedene Untersuchungsverfahren (zum Beispiel CT, Lungenperfusionsszintigrafie, Spiroergometrie), um einen Lungenhochdruck zu charakterisieren?
Prof. Ardeschir Ghofrani: Beim Lungenhochdruck muss man nachweisen, dass der Blutdruck im Lungenkreislauf erhöht ist. Das beste und bestvalidierte Screening-Instrument – das heißt das Instrument, mit dem man auf die Suche gehen kann und zumindest den Verdacht entweder erhärten oder weitgehend ausschließen kann – ist die Echokardiografie, der Herzultraschall.
Der Herzultraschall kann Abschätzungen des Lungendrucks ermöglichen und gleichzeitig auch ganz wichtige Differentialdiagnosen, zum Beispiel die Existenz von Linksherzerkrankungen, die sehr häufig sind.
Wenn dieser Verdacht durch eine echokardiografische Untersuchung bestätigt wurde oder die Wahrscheinlichkeit erhöht ist, und man dem weiter nachgehen möchte, ist die beweisende Untersuchung eine Rechtsherzkatheter-Untersuchung. Das ist auch in den Leitlinien die empfohlene Diagnostik. Da kann man auch die Herzpumpleistung messen und man kann auch gucken. wo die Ursache des Lungenhochdrucks liegt, auf welcher Seite, also eher nah am rechten Herzen oder nah am linken Herzen.
Viele der genannten diagnostischen Maßnahmen gehören zu den ergänzenden diagnostischen Maßnahmen, wenn man auf die Ursachensuche geht:
- Eine CT-Untersuchung zum Ausschluss oder zum Nachweis von chronischen Lungenerkrankungen ist sehr wichtig.
- Man kann eine Perfusionszintigrafie durchführen, um chronische oder akute Lungenembolien zu finden beziehungsweise auszuschließen.
Die Spiroergometrie hilft bei der Schweregradeinteilung. Es ist eine Leistungsuntersuchung, die kombiniert ist mit einer Lungenfunktionsuntersuchung.
Welche Erfahrungen gibt es mit den Nebenwirkungen von Sotatercept, insbesondere mit Nasenbluten? Kann die Dosis reduziert werden, wenn alle Blutwerte in Ordnung sind? Wie wirkt sich eine Dosisreduktion auf die positive Wirkung von Sotatercept aus?
Welche Erfahrungen gibt es mit den Nebenwirkungen von Sotatercept, insbesondere mit Nasenbluten? Kann die Dosis reduziert werden, wenn alle Blutwerte in Ordnung sind? Wie wirkt sich eine Dosisreduktion auf die positive Wirkung von Sotatercept aus?
Prof. Ardeschir Ghofrani: Sotatercept ist ein sehr wirksames Medikament, das vor kurzem erst für die Behandlung der Pulmonal-arteriellen Hypertonie, also der Gruppe 1 der verschiedenen Lungenhochdruckuntergruppen, eingeführt wurde. Es ist ein Medikament, das vorgesehen ist für Patientinnen und Patienten mit schwerem Lungenhochdruck, die bereits extensiv vortherapiert sind mit den anderen etablierten Therapien, also meistens eine Doppelkombinations- oder Triplekombinationstherapie mit den anderen Medikamentenklassen erhalten haben.
Zu den typischen Nebenwirkungen von Sotatercept gehören sogenannte Teleangiektasien. Das sind Gefäßneubildungen, die unter anderem in der Haut, aber auch in der Nasenschleimhaut auftreten, was dann die Ursache für Nasenbluten ist. Tatsächlich ist es so, dass das Nasenbluten durch eine vorübergehende Pausierung der Medikation oder eine Dosisreduktion sehr gut in den Griff zu bekommen ist.
Wie sich diese Pausierungen auf die Therapiewirksamkeit auswirkt, wird derzeit noch untersucht. Es gibt Studien, die schauen, ob Sotatercept auch bei niedrigeren als in derzeit zugelassenen Dosierungen wirksam ist. Es gibt auch Studien, die derzeit untersuchen, ob man die Therapie „gepulst“ geben kann. Das heißt: kurze Zeit therapieren, dann wieder pausieren, um die Therapie dann wieder aufzunehmen. Es gibt Hinweise darauf, dass dieses Medikament dafür auch geeignet sein könnte.
Es gibt Nebenwirkungen. Es gibt sogar sehr häufig Nebenwirkungen. Die sind aber durch Dosisanpassung auch sehr gut in den Griff zu bekommen.
Können Personen mit leichter pulmonal-arterieller Hypertonie von einer Behandlung mit Fucoidan aus Braunalgen profitieren? Eine Studie in Gießen hat gezeigt, dass der strukturelle Umbau der Lungengefäße gestoppt werden kann.
Können Personen mit leichter pulmonal-arterieller Hypertonie von einer Behandlung mit Fucoidan aus Braunalgen profitieren? Eine Studie in Gießen hat gezeigt, dass der strukturelle Umbau der Lungengefäße gestoppt werden kann.
Prof. Ardeschir Ghofrani: Die Frage bezieht sich auf eine sogenannte präklinische Studie, die bei uns in dem Lungenzentrum in Gießen durchgeführt wurde. Das ist eine experimentelle Studie gewesen. Der Wirkstoff aus der Braunalge, das Fucoidan, hat tatsächlich in einem experimentellen Modell des Lungenhochdrucks zu einer Besserung geführt. Es gibt bisher noch keine klinischen Studien mit dem Braunalgenextrakt oder mit braunen Algen selbst.
Dazu muss man sagen, dass es ein Extrakt ist, das sowohl diätetisch in Asien zum Beispiel schon seit längerem eingesetzt wird, in der traditionellen chinesischen Medizin eine Rolle spielt und auch über den Online-Versand bestellt werden kann. Ich kann es aber derzeit nicht empfehlen, für die Behandlung von Lungenhochdruck – auch nicht für die Behandlung von mildem Lungenhochdruck, weil hierzu einfach die klinischen Studiendaten fehlen.
Seit 10 Jahren ist bei mir ein Lungenemphysem bekannt. Nun wurde Lungenhochdruck festgestellt. Könnten auch eine jetzt erst festgestellt schwere Schlafapnoe, Long-COVID oder eine Verengung einer Mitralklappe des Herzens die Ursache sein?
Seit 10 Jahren ist bei mir ein Lungenemphysem bekannt. Nun wurde Lungenhochdruck festgestellt. Könnten auch eine jetzt erst festgestellt schwere Schlafapnoe, Long-COVID oder eine Verengung einer Mitralklappe des Herzens die Ursache sein?
Prof. Ardeschir Ghofrani: Ein Zusammenhang zwischen Lungenhochdruck und Emphysem kann gegeben sein. Auch eine schwere unbehandelte Schlafapnoe kann einen Lungenhochdruck verursachen, ist aber mit einer CPAP-Therapie gut behandelbar. Eine chronische Mitralstenose und auch eine Insuffizienz können eine Form des Lungenhochdrucks auslösen. In allen Fällen sollte eine Abklärung bei Experten und gegebenenfalls eine Zweitmeinung erfolgen, um mögliche Therapien zu empfehlen.
Wann bekommt man Sotatercept bei Lungenhochdruck? Ich bin seit 15 Jahren diagnostiziert und merke in letzter Zeit Leistungsabfall oder häufige Infekte.
Wann bekommt man Sotatercept bei Lungenhochdruck? Ich bin seit 15 Jahren diagnostiziert und merke in letzter Zeit Leistungsabfall oder häufige Infekte.
Prof. Ardeschir Ghofrani: Sotatercept ist ein Medikament, welches für schweren Lungenhochdruck der Gruppe 1 (PAH) für Patienten, die bereits eine weitgehend ausgereizte Therapie mit sogenannten Vasodilatatoren (z.B. PDE5-Hemmer, Endothelin-Antagonisten und Prostanoiden) erhalten haben, indiziert.
Gibt man Bosentan noch bei PH? Ich bekomme zusätzlich Riociguat und Selexipag. Bis zu fünf Stunden nach Einnahme habe ich Herzklopfen, Elendsgefühl, Schwindel. Außerdem leide ich an Schlaflosigkeit. Können die Symptome von den Medikamenten kommen?
Gibt man Bosentan noch bei PH? Ich bekomme zusätzlich Riociguat und Selexipag. Bis zu fünf Stunden nach Einnahme habe ich Herzklopfen, Elendsgefühl, Schwindel. Außerdem leide ich an Schlaflosigkeit. Können die Symptome von den Medikamenten kommen?
Prof. Ardeschir Ghofrani: Ja, Bosentan ist nach wie vor ein gutes Medikament für Patienten mit PAH. Die beschriebenen Symptome können mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der Grunderkrankung im Zusammenhang stehen. Herzklopfen und Schwindel können allerdings auch (seltene) Nebenwirkungen von Riociguat und auch von Selexipag sein. Selexipag kann auch häufig Übelkeit verursachen.
Selexipag sollte sich bezüglich der Dosierung an der Verträglichkeit orientieren. Eine Dosisreduktion kann eventuell helfen. Wenden Sie sich hierzu an Ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte.
Ich nehme bei Lungenhochdruck und Lungenfibrose unter anderem Tadalafil 20mg. Seit Beginn der Therapie habe ich starkes Sodbrennen. Alle üblichen Medikamente gegen Sodbrennen helfen nicht. Was kann bei medikamenteninduziertem Sodbrennen helfen?
Ich nehme bei Lungenhochdruck und Lungenfibrose unter anderem Tadalafil 20mg. Seit Beginn der Therapie habe ich starkes Sodbrennen. Alle üblichen Medikamente gegen Sodbrennen helfen nicht. Was kann bei medikamenteninduziertem Sodbrennen helfen?
Prof. Ardeschir Ghofrani: Manchmal hilft eine Umstellung des Medikamentes, in Ihrem Fall innerhalb der sogenannten Substanzklasse, zum Beispiel auf Sildenafil, 3x20mg pro Tag. Es gibt hierbei keine Garantie, dass die Nebenwirkung dann nicht mehr auftritt, aber gegebenenfalls ist es einen Versuch wert.
Ich habe CTEPH mit einer mittlerweile signifikanten Rechtsherzbelastung. 2 bis 3 Liter Sauerstoff 24/7. Ist die Erkrankung heilbar? Gibt es ein besseres Medikament als Tadalafil? Ich möchte besser Luft bekommen.
Ich habe CTEPH mit einer mittlerweile signifikanten Rechtsherzbelastung. 2 bis 3 Liter Sauerstoff 24/7. Ist die Erkrankung heilbar? Gibt es ein besseres Medikament als Tadalafil? Ich möchte besser Luft bekommen.
Prof. Ardeschir Ghofrani: Die CTEPH-Diagnose sollte in einem CTEPH/PH Zentrum abgeklärt werden. Von dieser Erhebung ausgehend können dann Therapieempfehlungen ausgesprochen werden. Sollte es sich um eine operable CTEPH handeln, kann in vielen Fällen eine Heilung erreicht werden. Auch sogenannte Ballon-Angioplastien können bei bestimmten Formen der CTEPH sehr hilfreich sein.
Lungenkrebs
Ich hatte ein Karzinom, das 2025 operiert wurde. Seitdem versuche ich, wieder in mein altes Leben zurückzufinden. Ich bin nicht mehr so leistungsfähig wie vor der Erkrankung. Wie kann ich mit der stark verminderten Leistungsfähigkeit besser umgehen?
Ich hatte ein Karzinom, das 2025 operiert wurde. Seitdem versuche ich, wieder in mein altes Leben zurückzufinden. Ich bin nicht mehr so leistungsfähig wie vor der Erkrankung. Wie kann ich mit der stark verminderten Leistungsfähigkeit besser umgehen?
Prof. Wolfgang Schütte: Die Primärleistungsfähigkeit ist durch eine Operation nicht unbedingt massiv beeinträchtigt. Ich weiß nicht, wie viel Lungenvolumen fehlt. Aber nach meiner Erfahrung sind sehr viele Patienten nach einer entsprechenden Operation – interessanterweise auch mit der dazugehörigen Systemtherapie, falls diese notwendig war – wieder fähig zu arbeiten.
Hier ist eine Rehabilitationsmaßnahme und Training das A und O, auch um eine psychische Belastung oder eine psychische Blockade umzustellen. Ich vermute, dass es nicht der konkrete Verlust an Lungenvolumen ist. Üblicherweise wird das vorher sehr genau evaluiert, ob man weitestgehend leistungsfähig nach der Operation ist.
Ich habe ein Adenokarzinom und bekomme seit Januar den Antikörper Trastuzumab. Im Beipackzettel wird vor einer Lungenfibrose als Nebenwirkung gewarnt. Auf welche Warnzeichen kann ich achten? Wie kann dies medizinisch festgestellt werden?
Ich habe ein Adenokarzinom und bekomme seit Januar den Antikörper Trastuzumab. Im Beipackzettel wird vor einer Lungenfibrose als Nebenwirkung gewarnt. Auf welche Warnzeichen kann ich achten? Wie kann dies medizinisch festgestellt werden?
Prof. Wolfgang Schütte: Ich nehme an, die Person ist HER-2-positiv und bekommt Trastuzumab-Deruxtecan. Das ist ein sogenanntes ADC (Antikörper-Wirkstoff-Konjugat). Diese ADCs sind in dieser Hinsicht etwas gefährlicher als normale Therapien in Bezug auf die Entwicklung einer Lungenfibrose.
Üblicherweise wird in der Nachsorge regelmäßig eine Lungenfunktion und eine Bildgebung gemacht. Wenn hier etwas auffällig wäre, würde man sofort intervenieren können und müssen.
Wenn es doch zu einer Relevanz kommt, müsste die Person es merken, indem die Atemnot zunimmt. Dann müsste man entscheiden, ob man die Therapie weiterführt, ob man eine Begleitmedikation einsetzt – entweder Steroide eine Zeit lang dazugeben oder gegebenenfalls auch antifibrotische Substanzen.
Mein Partner leidet an einem kleinzelligen Lungenkarzinom und erhält Tarlatamab. Kann der Wirkstoff bei ungeschützten sexuellen Aktivitäten übertragen werden?
Mein Partner leidet an einem kleinzelligen Lungenkarzinom und erhält Tarlatamab. Kann der Wirkstoff bei ungeschützten sexuellen Aktivitäten übertragen werden?
Prof. Wolfgang Schütte: Hier besteht kein Grund zur Sorge. Erstens kann ich mir nicht vorstellen, dass es übertragen wird. Zweitens würde es, wenn es überhaupt ein ganz klein wenig übertragen würde, in solch niedriger Dosierung übertragen, dass es nicht schlimm ist. Drittens: Dieses Medikament ist dazu da, dass es an eine Krebszelle andockt und dann die Immunzelle an die Krebszelle heranholt. Wenn keine Krebszellen da sind, findet dieses Andocken nicht statt.
Ich hatte ein Sarkom. In der Nachsorge wurden kleine Rundherde in der Lunge gefunden, ca. 5 mm groß und seit 1,5 Jahren konstant. Wie ernst muss ich dies nehmen? Kann ich etwas dagegen machen, zum Beispiel durch Lebensmittel oder Medikamente?
Ich hatte ein Sarkom. In der Nachsorge wurden kleine Rundherde in der Lunge gefunden, ca. 5 mm groß und seit 1,5 Jahren konstant. Wie ernst muss ich dies nehmen? Kann ich etwas dagegen machen, zum Beispiel durch Lebensmittel oder Medikamente?
Prof. Wolfgang Schütte: Hier muss man sehr vorsichtig sein. Also erst mal a priori diese Herde als Metastasen zu definieren, erscheint mir nicht berechtigt, weil sie anderthalb Jahre konstant sind. Aus meiner Erfahrung muss man sehr genau diagnostizieren, wenn Rundherde auftreten, was es ist.
Aus meiner Erfahrung gibt es relativ häufig in Assoziation zu Tumorerkrankungen Sarkoidosen. Das könnte ich mir gut vorstellen, dass diese Herde Sarkoidose-spezifisch sind.
Umgekehrt muss ich natürlich sagen: Wenn sie sich gar nicht verändern und keine Symptomatik auftritt – keine Atemnot, kein Husten – kann man sicher auch einfach nur kontrollieren. Wenn irgendeine Symptomatik dabei ist, würde ich an eine andere Erkrankung als Metastasen denken. Eine nannte ich schon, die aus meiner Sicht relativ nicht so ganz selten in der Umgebung von Tumorerkrankungen auftritt, aber keine Paraneoplasie ist. Das heißt, es ist kein Zeichen, dass der Tumor wieder wächst, sondern scheinbar ist die Umstellung des Immunsystems durch den Tumer etwas prädesponierend für andere Dinge.
Auf gar keinen Fall medikamentös etwas machen, ohne genau zu wissen, was es ist. Letztendlich würde ich sagen, in so einer Konstellation ruhig großzügig ein kleines Granulom rausoperieren lassen oder eine große Lungenbiopsie machen, um es zu sichern. Das würde ich zur Beruhigung empfehlen. Aber wie gesagt, ich glaube nicht an eine Tumormanifestation.
Weitere Fragen und Antworten
Wie oft sollte geprüft werden, ob ein Sauerstoffgerät notwendig ist, und unter welchen Bedingungen wird eine Langzeit-Sauerstofftherapie verordnet?
Wie oft sollte geprüft werden, ob ein Sauerstoffgerät notwendig ist, und unter welchen Bedingungen wird eine Langzeit-Sauerstofftherapie verordnet?
Prof. Klaus F. Rabe: Es gibt eine klare Grundlage zur Verordnung der Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT): Die Messung der Blutgase (Sauerstoff und CO2) im Blut, dass aus dem erwärmten Ohr entnommen wird. Die Sauerstoffsättigung reicht dafür nicht aus. Luftnot allein ist nicht unbedingt ein Zeichen für einen schlechten Sauerstoffwert. Sie kann es aber sein.
Eine Überprüfung sollte einmal im Jahr stattfinden, abhängig von der Symptomatik des Patienten.
Prof. Ardeschir Ghofrani: Die Indikation für eine Langzeitsauerstofftherapie sollte durch Lungenfachärzte gestellt werden, die eine genaue Analyse der Blutgase aus kapillären Proben aus dem Ohrläppchen oder aus einer arteriellen Blutprobe erhoben werden. Außerdem kann je nach Schwere eine sogenannte Sauerstoffreihe (steigende Flussraten des nasalen Sauerstoffs) und/oder Belastungsuntersuchungen durchgeführt werden. Eine reine Sättigungsmessung reicht hierzu nicht aus.
Ist die Messung der Sauerstoffsättigung mit dem Pulsoxymeter besser oder schlechter als die arterielle Messung oder Blutgase aus dem Ohrläppchen zum Beispiel?
Ist die Messung der Sauerstoffsättigung mit dem Pulsoxymeter besser oder schlechter als die arterielle Messung oder Blutgase aus dem Ohrläppchen zum Beispiel?
Prof. Jürgen Behr: Die Messung mit dem Pulsoxymeter ist störanfälliger. Die Messung mit dem Fingerclip ist sehr bequem und schnell. In der Mehrzahl der Fälle zuverlässig, in bestimmten Fällen aber nicht, zum Beispiel bei
- kalten Fingern,
- bestimmten Erkrankungen, die die Haut betreffen, wie die Sklerodermie,
- bei unregelmäßigem oder schnellem Puls.
Man kann sich also nicht 100-prozentig darauf verlassen.
Man sollte immer überlegen, ob man so eine Messung durchführen will. Ich sage meinen Patienten, sie sollen sich eher auf ihr Gefühl verlassen, um sich im Alltag nicht zu sehr an solchen Messungen, die nicht ganz zuverlässig sind, zu orientieren.
Aktuell können wir uns vor Dämpfen von E-Zigarette nicht schützen. Es muss ein aktiver Schutz und eine gezielte Präventionskampagne her. Was können wir tun?
Aktuell können wir uns vor Dämpfen von E-Zigarette nicht schützen. Es muss ein aktiver Schutz und eine gezielte Präventionskampagne her. Was können wir tun?
Prof. Klaus F. Rabe: Es ist überhaupt keine Frage, dass Vaping und sogenannte Ersatzprodukte keine sichere Alternative zum Zigarettenrauchen sind. Sie haben recht, dass der Schutz des Nichtrauchenden über die weite Verbreitung dieser „Kessel“, die zum Teil erhebliche Kondensatwolken erzeugen, in geschlossenen Räumen sehr unwünschenswert sind.
Es gibt sehr gute Untersuchungen, die zeigen, dass sowohl das Nikotin plus die Zusätze sowohl im Tierexperiment, aber auch bei Menschen
- direkte toxische Wirkung haben und
- die Schwelle für das inhalative Zigarettenrauchen senkt.
Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat sich sehr deutlich positioniert in ihrer ablehnenden Haltung gegen solche Ersatzprodukten, dem Vaping und anderen Substanzen. Wir versuchen, die Politik zu beeinflussen, den Kinderschutz, aber auch den Schutz des vapenden Patienten und Menschen weiter zu etablieren. Deutschland ist da bislang nicht sehr vorbildlich.
Soll man bei chronischen Lungenerkrankungen blutverdünnende Medikamente einnehmen oder vermeiden?
Soll man bei chronischen Lungenerkrankungen blutverdünnende Medikamente einnehmen oder vermeiden?
Prof. Martin Witzenrath: Das kommt sehr darauf an, was die Indikation ist für die blutverdünnenden Medikamente. Wenn die Indikation gegeben ist, dann sollte man das erst mal natürlich nehmen, außer es gibt einen in der Lunge befindlichen Grund, warum man auf keinen Fall etwas Blutverdünnendes nehmen sollte – beispielsweise einen blutenden Tumor oder blutende Bronchiektasen. Dann kann die Nebenwirkung der blutverdünnenden Medikation größer sein als die Wirkung. Das muss man im Einzelfall entscheiden.
Ich erhalte zwei Liter Sauerstoff 24/7. Meine Sättigung ohne Belastung ist 94 Prozent. Bei Belastung geht es auf 87 Prozent runter. Wie hoch soll die Sauerstoffsättigung sein? Manche sagen, 87-89 ist gut. Manche sagen mindestens 95. Was ist richtig?
Ich erhalte zwei Liter Sauerstoff 24/7. Meine Sättigung ohne Belastung ist 94 Prozent. Bei Belastung geht es auf 87 Prozent runter. Wie hoch soll die Sauerstoffsättigung sein? Manche sagen, 87-89 ist gut. Manche sagen mindestens 95. Was ist richtig?
Prof. Marek Lommatzsch: Hier ist die Grunderkrankung von Bedeutung. Der Abfall auf 87 Prozent ist in der Grauzone. Es gibt Studien, die zeigen, dass, wenn der Sauerstoff mäßig abfällt (über 87 Prozent, zum Beispiel nur auf 89 Prozent), dass kein sicherer Nachweis erbracht wurde, dass die Langzeit-Sauerstofftherapie den Patienten wirklich nutzt.
Eine Langzeit-Sauerstofftherapie ist typischerweise sinnvoll, wenn der Sauerstoff stärker abfällt. Aber es hängt von der Grunderkrankung ab. Wenn zum Beispiel eine pulmonale Hypertonie vorliegt, ist es von Nachteil, wenn man hypoxisch herumläuft.
Ich habe COPD und habe ein Sauerstoffgerät mit 7,5 Kilogramm. Kann ich auch einen kleinen Konzentrator bekommen, der 2 bis 3 Kilo wiegt?
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Prof. Jürgen Behr: Grundsätzlich ist es so, dass diese leichteren Geräte eine geringere Leistungsfähigkeit haben und oft nur einen gepulsten Sauerstoff hervorbringen. Das heißt, der Sauerstoff wird nur dann abgegeben, wenn der Patient gerade einatmet. Viele Patienten können aber nicht mehr so viel Atemstrom erzeugen können, dass sie den Puls auslösen – insbesondere bei Belastung. Dann haben sie bei Belastung gar keinen Sauerstoff.
Es kommt also drauf an, ob dieser Patient mit einem solchen leichten Gerät ausreichend versorgbar ist. Das muss in der Klinik geprüft werden – idealerweise mit dem angedachten Gerät, zum Beispiel im Rahmen eines 6-Minuten-Gehtests, wo man dann unter Belastung sieht, der Patient ist mit diesem Gerät gut versorgt oder nicht. Dann kann man ein solches Gerät auch verordnen.
Zusätzlich ist es eine Frage der Krankenkasse. Es gibt Krankenkassen, die ein solches Zusatzgerät nicht unterstützen und sagen, ein Gerät pro Patient muss reichen. In diesem Fall würde man bei einem Patienten, der 24 Stunden Sauerstoff braucht, kein kleines Gerät wählen, dass den Sauerstoffbedarf unter Umständen nicht decken kann.
Da muss man sich mit der Krankenkasse auseinandersetzen und argumentieren beziehungsweise man braucht in der Regel viel Unterstützung von seinem behandelnden Arzt.
Ich habe Mukoviszidose und seit zwei Jahren Dauerhusten. Ich benutze ein Kombi-Spray aus Kortison und einem bronchienerweiternden Wirkstoff plus Inhalation mit Salbutamol, SABA und Kochsalz. Kann auch ein Asthma vorliegen?
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Inwieweit ist zur Sekretentfernung Huffen statt Husten hilfreich?
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Wie verhält es sich mit Quarzstaub? Welche Partikelgröße ist Alveolen-gängig, und können die Makrophagen Quarzstaub aus der Lunge abtransportieren?
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Prof. Martin Witzenrath: Respirabler Quarzstaub (ca 0.5–5 µm) erreicht die Alveolen. Alveoläre Makrophagen können Quarz phagozytieren ("fressen"), aber: Quarz ist zytotoxisch, schädigt Makrophagen und führt zu wiederholter Entzündung. Dadurch entsteht langfristig Silikose mit Lungenfibrose. Partikel können Jahrzehnte in der Lunge verbleiben.
Ich habe seit 2023 systemische Sklerodermie mit Lungenfibrose. Besteht die Möglichkeit einer Lungentransplantation bei Verschlechterung, obwohl der Grund der Lungenfibrose ja auch nach einer Transplantation weiterhin bestehen würde?
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Letzte Aktualisierung: 13.04.2026