Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) entwickeln oft Begleiterkrankungen, die zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen können. Bisher wurden solche Begleiterkrankungen jedoch kaum systematisch erfasst.
Forschende aus Deutschland unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) analysierten nun Daten von 59.025 verstorbenen Menschen mit COPD. Diese verglichen sie mit den Daten einer Kontrollgruppe von Verstorbenen, die nicht an COPD erkrankt waren.
Menschen mit COPD haben geringere Lebenserwartung
Im Durchschnitt sank die Lebenserwartung der Menschen mit COPD im Vergleich zur Kontrollgruppe um 2,3 Jahre (von 78 auf 75,7 Jahre). Auch bei den Todesursachen gab es Unterschiede. So verstarben Menschen mit COPD häufiger an Erkrankungen der Atemwege und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Bei Menschen, die von COPD betroffen waren, traten deutlich mehr Begleiterkrankungen auf. Dazu zählen besonders kardiovaskuläre Erkrankungen:
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz): 42 % höheres Risiko
- Koronare Herzkrankheiten: 30 % höheres Risiko
- Vorhofflimmern (unregelmäßiger Herzschlag): 27 % höheres Risiko
Auch Erkrankungen wie
- Depressionen,
- Demenz,
- Osteoporose,
- Krebs,
- Asthma und
- Lungenentzündungen
traten häufiger auf als in der Kontrollgruppe.
Frühe Behandlung erforderlich
Diese Ergebnisse zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen COPD und weiteren gesundheitlichen Beschwerden, insbesondere im Bereich von Lunge und Herz, schreiben die Studienautor:innen. Daher sollten Behandlungsrichtlinien für Menschen mit COPD auch Begleiterkrankungen umfassend berücksichtigen.
Quelle:
Vogelmeier CF. et al.: Comorbidities and Cause of Death in COPD Patients Compared to Non-COPD Controls: An 8-year Observational Retrospective Healthcare Claims Database Cohort Study. In: J Chron Obstruct Pulmon Dis. 2025, 27 (20).