Das internationale Forschungsteam analysierte Daten aus zwei großen Studien zur idiopathischen Lungenfibrose (ISABELA-Studien). Insgesamt flossen Daten von 1.251 Teilnehmenden in die Auswertung ein. Die Forschenden untersuchten, welche Parameter des Sechs-Minuten-Gehtests besonders eng mit schweren Verläufen der Krankheit in Verbindung stehen.
Vier Faktoren erwiesen sich dabei als besonders aussagekräftig:
- die benötigte Sauerstoffmenge
- die in sechs Minuten zurückgelegte Gehstrecke
- die Schwere der Atemnot nach körperlicher Belastung
- der niedrigste während des Tests gemessene Sauerstoffwert im Blut
Neues Modell kombiniert vier Parameter
Diese vier Parameter fassten die Wissenschaftler:innen im sogenannten ODDS-Modell zusammen. Die Abkürzung steht für Oxygen, Distance, Dyspnoea, Saturation – also Sauerstoff, Distanz, Atemnot und Sättigung.
Der mithilfe des Modells berechnete Risikoindex sagt sowohl die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts als auch das Sterberisiko über einen Zeitraum von bis zu 48 Wochen zuverlässiger voraus als die einzelnen Messwerte für sich. Bestätigt wurden die Ergebnisse durch die Analyse der Daten einer Vergleichsgruppe mit 295 weiteren Betroffenen.
Das neue Modell könnte Ärzt:innen in Zukunft dabei unterstützen, das Risiko für Krankheitsverschlechterungen besser einzuschätzen und Behandlungsentscheidungen gezielter zu treffen, so die Studienautor:innen.
Quelle
Nathan, S. et al.: Development and validation of a predictive 6-min walk score in patients with idiopathic pulmonary fibrosis. In: European Respiratory Journal 2025, 66(5):2402565