Es ist schon lange bekannt, dass Infektionen mit Bakterien
- das Fortschreiten von Bronchiektasen-Erkrankungen fördern und
- akute Symptomverschlechterungen (Exazerbationen) hervorrufen können.
Viren häufig an Exazerbationen beteiligt
Auch körpereigene Entzündungsreaktionen und die Luftverschmutzung gelten als wichtige Auslöser von Bronchiektasen-Exazerbationen. Aktuellen Studien zufolge spielen aber auch Viren eine wichtige Rolle: Bei bis zu jedem zweiten akuten Krankheitsschub liegt eine Virus-Infektion vor. Am häufigsten waren Infektionen mit
- Rhinoviren, gefolgt von
- Corona-Viren wie SARS-CoV-2.
Weitere nachgewiesene Viren waren
- Influenza-Viren,
- Parainfluenza-Viren und
- RS-Viren.
Genaue Auswirkungen auf Bronchiektasen unerforscht
Während die Auswirkungen von viralen Infekten auf andere chronische Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma gut untersucht sind, sind die Folgen für Bronchiektasen – sowohl bei akuten Verschlechterungen als auch bei stabilen Erkrankungen – aktuell noch nicht geklärt. Studienergebnisse deuten aber darauf hin, dass sie sowohl den Schweregrad der Erkrankung als auch den Symptomverlauf beeinflussen.
Demnach könnten Schutzimpfungen gegen Virus-Infektionen einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Krankheitsverschlechterungen bei Menschen mit Bronchiektasen leisten. Es ist jedoch weitere Forschungsarbeit notwendig, um die Bedeutung von Viren besser zu verstehen.
Quelle
Baker, C., Chalmers, J. D.: Viruses in bronchiectasis. In: ERJ Open Res. 2025, 11 (5): 01131-2024