Mukoviszidose CF

Phagen statt Antibiotika: Neuer Therapieansatz bei Mukoviszidose

Ein neuartiger Therapieansatz könnte Menschen mit Mukoviszidose helfen, die unter hartnäckigen Lungeninfektionen leiden. Da Antibiotika bei diesen Infektionen oft nicht mehr wirken, kommen dabei spezielle Viren zum Einsatz – sogenannte Phagen.

Menschen mit Mukoviszidose leiden oft unter einer chronischen Lungenentzündung. Diese wird in vielen Fällen von dem Bakterium Pseudomonas aeruginosa ausgelöst. Dieses Bakterium ist zunehmend unempfindlich gegenüber einer Behandlung mit Antibiotika.

Forschende haben nun ein neues Mittel mit dem Namen BX004-A zur Behandlung der Lungenentzündung getestet. Es enthält eine Mischung aus drei Phagen, die gezielt gegen Pseudomonas aeruginosa wirken sollen. Phagen sind spezielle Viren, die Bakterien infizieren.

Erste Ergebnisse machen Hoffnung

An der Studie nahmen neun erwachsene Menschen mit Mukoviszidose und einer chronischen Infektion mit Pseudomonas aeruginosa teil. Sieben Personen erhielten das das echte Mittel und zwei Teilnehmende ein Scheinpräparat (Placebo). Weder die Betroffenen noch die Forschenden wussten, wer welches Mittel erhielt.

Bei der Studie zeigte sich, dass

  • es zu keinen schweren Nebenwirkungen kam,
  • das Mittel in die Lunge gelangte,
  • es erste Anzeichen dafür gab, dass sich durch das Mittel die Anzahl der Bakterien im Schleim der Atemwege verringerte. 

Zwar ist die Studie mit neun Personen zu klein, um eindeutige Aussagen zu treffen. Die positiven Ergebnisse legen aber nahe, dass weitere größere Studien folgen sollten, schreiben die Studienautor:innen. Diese könnten die Sicherheit und Wirksamkeit der Phagentherapie weiter untersuchen.

Quelle

Weiner, I. et al.: Phage therapy with nebulized cocktail BX004-A for chronic Pseudomonas aeruginosa infections in cystic fibrosis: a randomized first-in-human trial. In: Nat Commun. 2025 Jul, 16 (1)

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