Bei der Phagentherapie kommen sogenannte Bakteriophagen zum Einsatz. Das sind Viren, die gezielt bestimmte Bakterien infizieren und zerstören, ohne menschliche Zellen anzugreifen. Dieser Ansatz gilt als vielversprechend, vor allem bei schwer behandelbaren oder resistenten Infektionen sowie bei Bakterien, die sich in schützenden Biofilmen organisieren.
Für die aktuelle Übersichtsarbeit haben Forschende 19 Studien mit insgesamt 51 Teilnehmenden mit Mukoviszidose ausgewertet. Insgesamt erhielten sie 52 Behandlungen mit Phagen.
Am häufigsten richtete sich die Phagentherapie gegen das Bakterium Pseudomonas aeruginosa, das bei Menschen mit Mukoviszidose besonders häufig chronische Lungeninfektionen verursacht.
Phagentherapie wirkt gegen Bakterien
Die Ergebnisse deuten auf einen Nutzen der Therapie hin:
- Bei rund 69 % der behandelten Personen nahm die Bakterienmenge ab.
- Bei etwa drei Vierteln der ausgewerteten Fälle verbesserte sich die Lungenfunktion (gemessen als FEV₁).
Diese Verbesserungen wurden sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen beobachtet. Die Analyse weist zudem darauf hin, dass eine Phagentherapie zusammen mit Antibiotika besonders wirksam sein könnte.
Gute Verträglichkeit – aber noch Unsicherheiten
Die meisten behandelten Personen vertrugen die Behandlung gut: Bei 41 von 52 Anwendungen traten keine Nebenwirkungen auf. Es wurden jedoch zwei schwerwiegende unerwünschte Ereignisse berichtet, bei denen ein Zusammenhang mit der Phagentherapie nicht sicher ausgeschlossen werden konnte.
Studienlage zur Phagentherapie weiterhin begrenzt
Trotz der vielversprechenden Ergebnisse ist die Datenlage insgesamt noch eingeschränkt. Die untersuchten Studien waren klein und nutzten unterschiedliche Behandlungsschemata.
Die Studienautor:innen betonen daher, dass größere und methodisch einheitlichere Studien nötig sind, um Sicherheit und Wirksamkeit der Phagentherapie besser beurteilen zu können.
Quelle
Terlizzi, V. et al.: Phage therapy in people with cystic fibrosis: A systematic review. In: International Journal of Infectious Diseases 2026, 167: 108581