Das Forschungsteam analysierte nasale Gewebeproben von 25 Menschen mit Post-COVID-Syndrom. Dabei untersuchten sie die Zusammensetzung und Kommunikation von Zellen in der Nasenschleimhaut.
Die Analyse zeigte: Die Nasenschleimhaut bleibt Monate nach einer SARS-CoV-2-Infektion strukturell verändert, auch wenn keine aktive Virusinfektion mehr nachweisbar ist. Besonders zwei entzündliche Botenstoffe – TNFα und TGFβ – sind stark aktiviert und beeinflussen die Regeneration des Gewebes.
Abwehrfunktion der Nasenschleimhäute ist geschwächt
Durch die anhaltende Entzündung kommt es zu
- einer Abnahme der schützenden Flimmerzellen,
- einer Zunahme von Basalzellen und Immunzellen, und
- einer generell gestörten Regeneration des Gewebes.
Diese Veränderungen können die Nasenschleimhäute weniger widerstandsfähig gegenüber Reizstoffen und Infekten machen.
Signalwege als möglicher Ansatzpunkt für Wirkstoffe
In Laborversuchen bestätigten die Forschenden die Rolle von TNFα und TGFβ: Setzten sie Nasenschleimhautzellen gezielt diesen Botenstoffen aus, entwickelten sich die Zellen ähnlich fehlgeleitet wie bei Betroffenen mit schwerem Long-COVID.
Die Studie zeigt mögliche Therapie-Ansätze auf: Wenn diese molekularen Signalwege (TNFα/TGFβ) gezielt reguliert werden könnten, besteht die Hoffnung, chronische Entzündungen zu reduzieren und die Regeneration der Schleimhäute zu unterstützen, schreiben die Studienautor:innen.
Quelle
Reddy, K. D. et al.: scRNA-seq reveals persistent aberrant differentiation of nasal epithelium driven by TNFα and TGFβ in post-COVID syndrome. In: Nature Communications 2025, (16): 9494