Legionellen-Diagnose

Lungeninfektionen bei Diabetes: Neuer Ansatzpunkt für Therapie

Menschen mit Diabetes haben ein erhöhtes Risiko, an einer bakteriellen Lungenentzündung zu erkranken. In einer neuen Studie haben Forschende herausgefunden, dass ein bestimmter Botenstoff dabei eine wichtige Rolle spielt. Dies könnte ein Ansatzpunkt für Therapien sein.

Ein deutsches Forschungsteam hat in einer Laborstudie getestet, wie das Immunsystem auf eine Infektion mit Pneumokokken (S. pneumoniae) sowie Legionellen (L. pneumophila) reagiert. Beide Bakterienarten können eine Lungenentzündung auslösen. 

Behandlung zeigte Wirkung bei Legionellen

Dabei stellten die Forschenden fest, dass bei einer Erkrankung mit Diabetes-Typ-2 die Produktion des Botenstoffs Interferon-gamma eingeschränkt war. Interferon-gamma ist sehr wichtig für die Aktivität des Immunsystems.

Wurde eine Legionellen-Infektion mit Interferon-Gamma behandelt, konnte die Immunabwehr wieder hergestellt werden. Bei Pneumokokken hingegen blieb die Wirkung aus. Daraus schließen die Wissenschaftler:innen, dass in der natürlichen Abwehr gegen Pneumokokken noch andere Abwehrmechanismen eine Rolle spielen.

Prävention und Behandlung von Lungenentzündungen

Aus diesen Ergebnissen folgern die Wissenschaftler:innen, dass Interferon-Gamma Potenzial für die Prävention und zusätzliche Therapie von Lungenentzündungen bei Menschen mit Diabetes-Typ-2 bietet. 

Bei der Studie handelt es sich allerdings um eine Laborstudie der Grundlagenforschung. Bis zu einem möglichen therapeutischen Einsatz ist noch weitere – auch klinische – Forschung notwendig.

Quelle

Fiocca Vernengo, F. et al.: Diabetes impairs IFNγ-dependent antibacterial defense in the lungs. In: Mucosal Immunology, 2025, 18 (2)

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