Inhalative Kortikosteroide sind bei chronischem Husten die Standard-Therapie. Doch diese helfen nicht immer ausreichend: Nur etwa ein Drittel der Betroffenen mit bestimmten entzündlichen Mustern (erhöhte Eosinophilen-Anzahl) profitiert klar davon.
Mepolizumab: Eosinophile im Fokus
In einer aktuellen Studie bekamen
- 30 Erwachsene mit hartnäckigem chronischem Husten
- alle vier Wochen
- über einen Zeitraum von zwölf Wochen
entweder Mepolizumab oder ein Scheinmedikament (Placebo) unter die Haut gespritzt. Alle Teilnehmenden hatten trotz Standardtherapie weiterhin Beschwerden und wiesen erhöhte Eosinophilen-Werte im Sputum (Auswurf) auf.
Mepolizumab ist ein biotechnologisch hergestellter Antikörper, der den Botenstoff Interleukin‑5 blockiert und damit Eosinophile reduziert. Diese Zellen sind an entzündlichen Prozessen beteiligt und stehen im Verdacht, die Empfindlichkeit des Hustenreflexes zu erhöhen. Mepolizumab ist bereits zur Behandlung von schwerem therapieresistentem (refraktärem) Asthma zugelassen.
Entzündungszellen gehen – chronischer Husten bleibt
14 Wochen nach der ersten Behandlung erfassten die Forschenden,
- ob die Teilnehmenden innerhalb von 24 Stunden weniger husteten (24-Stunden-Hustenfrequenz),
- die Hustenschwere und
- die Lebensqualität.
Außerdem prüften sie, ob sich die Anzahl an Eosinophilen im Blut und im Sputum veränderte.
Nach 14 Wochen zeigte sich kein Unterschied zwischen den Gruppen: Zwar senkte die Therapie die Eosinophilen-Zahlen im Sputum und Blut signifikant (statistisch eindeutig) – der Husten selbst veränderte sich jedoch nicht. Die Mepolizumab-Behandlung verbesserte weder die Häufigkeit des Hustens noch dessen Schwere oder die Lebensqualität.
Entzündung vermutlich nicht die alleinige Husten-Ursache
Die Forschungsgruppe schließt daraus, dass bei diesen Betroffenen andere Mechanismen den Husten antreiben – etwa eine erhöhte Anzahl an reizleitenden (sensorischen) Nerven in den Atemwegen, die auch an der für Asthma typischen bronchialen Hyperreagibilität beteiligt sind.
Die Studie zeigt, dass eine gezielte Reduktion von Eosinophilen allein nicht unbedingt zu einer spürbaren Verbesserung führt. Künftig könnten daher Therapien in den Fokus rücken, die direkt am Hustenreflex oder an den beteiligten Nerven ansetzen. Hierzu sind jedoch weitere Studien notwendig.
Quelle
Diab, N. et al.: Mepolizumab for the treatment of refractory chronic cough in patients with eosinophilic airways disease (MUCOSA): a randomized, double-blind, parallel-group, placebo-controlled trial. In: European Respiratory Journal 2026, 67 (4): 2501573