Man coughs during consultation

Erster langwirksamer Antikörper gegen Asthma zugelassen

Seit kurzem können Menschen mit schwerem Asthma in der EU den Antikörper Depemokimab erhalten. Das Besondere: Das Biologikum muss nur zweimal im Jahr gespritzt werden.

Depemokimab ist ein Arzneimittel zur Behandlung von schwerem Asthma bei Personen

Für welche Asthma-Typen ist Depemokimab geeignet?

Voraussetzung für die Anwendung ist, dass eine sogenannte Typ-2-Entzündung vorliegt. Diese lässt sich im Blutbild an einer erhöhten Anzahl an Eosinophilen erkennen. Eosinophile sind eine Art der weißen Blutkörperchen, die an Entzündungen beteiligt ist. Fachleute bezeichnen diese Asthma-Form daher als eosinophiles Asthma.

Welchen Effekt hat Depemokimab bei Asthma?

Zwei Hauptstudien mit insgesamt 792 Personen haben gezeigt, dass Depemokimab die Zahl schwerer Krankheitsverschlechterungen (Exazerbationen) reduzierte. Jedoch zeigten sich keine Verbesserungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Lungenfunktion, gemessen an der Einsekundenkapazität (FEV1).

Wie wirkt Depemokimab?

Depemokimab bindet einen Botenstoff namens Interleukin-5 (IL-5). IL-5 regt die Produktion und das Überleben von Eosinophilen an. Durch die Bindung hemmt Depemokimab diese Wirkung und führt dazu, dass weniger Eosinophile gebildet werden. Die Entzündung und die daraus entstehenden Symptome gehen zurück.

Wie wird Depemokimab angewendet?

Der Wirkstoff wird zusätzlich zur Erhaltungstherapie angewendet. Er ist in Form von Fertigpens und Fertigspritzen erhältlich. 

Während andere verfügbare Antikörper bei schwerem Asthma alle zwei bis acht Wochen gespritzt werden müssen, ist dies bei Depemokimab nur alle sechs Monate notwendig. Dies kann es Betroffenen erleichtern, sich an ihr Behandlungsschema zu halten. Gleichzeitig ist der Antikörper gut verträglich. Nebenwirkungen wie Reaktionen an der Einstichstelle waren im Allgemeinen leicht. 

Quelle

European Medicines Agency (EMA): Exdensur – Depemokimab

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