Development of new drug

Wie Hyposensibilisierung im Körper wirkt

Die Allergen‑Immuntherapie kann Allergien lindern und das Fortschreiten von Asthma bremsen. Eine neue Studie zeigt, wie sich das Immunsystem während der Behandlung auf zellulärer Ebene verändert. Dieses Wissen könnte langfristig dazu beitragen, die Therapie weiter zu verbessern.

Ein Forschungsteam aus München unter Beteiligung von Helmholtz Munich hat untersucht, wie sich das Immunsystem während einer allergenspezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) verändert. Dazu analysierten die Forschenden Blut- und Sekretproben von Menschen und führten ergänzende Untersuchungen an Modellen im Labor durch. 

Im Mittelpunkt standen drei Zelltypen:

  • Th17-Zellen, die Entzündungen fördern können.
  • Regulatorische T-Zellen (Treg), die Immunreaktionen bremsen.
  • Tr17-Zellen, ein Übergangszustand zwischen den oberen Zelltypen.

Immuntherapie sorgt für Gleichgewicht

Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Tr17-Zellen, wie die Forschenden herausfanden. Diese Zellen nehmen vermutlich einen Übergangszustand zwischen entzündungsfördernden und regulatorischen T-Zellen ein.  

Während der Allergen-Immuntherapie wird das Gleichgewicht zwischen den regulatorischen T-Zellen und den Tr17-Zellen wiederhergestellt. Sie konnten sich als Folge der Therapie wieder besser vermehren und ihre regulatorischen Funktionen ausüben. Die entzündungsfördernden Th17-Zellen blieben im Gegensatz dazu teilweise in ihrer Funktion eingeschränkt.

Ansatz für bessere Therapien

Die Einblicke in die Wirkungsmechanismen der Allergen-Immuntherapie könnten dabei helfen, die Behandlung weiter zu verbessern. Künftige Therapien könnten zusätzlich darauf abzielen, die verbleibende Funktionsstörung der Th17-Zellen gezielt zu beeinflussen, schreiben die Studien-Autor:innen.  

Quelle  

Charles, H.S. et al.: TNF Pathway-Mediated Tolerogenic T-Cell Trajectory Driven by Allergen Immunotherapy. In: Allergy, 2026; 81(6).

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