tied cigarette on table closeup

Vapen statt Rauchstopp: Lungenkrebs-Risiko bleibt erhöht

Wer nach dem Rauchstopp täglich E-Zigaretten nutzt, hat ein höheres Risiko für Lungenkrebs als Menschen, die komplett auf Nikotinprodukte verzichten. Darauf weist eine große Studie aus Südkorea mit mehr als 4,5 Millionen ehemaligen und aktuellen Raucherinnen und Rauchern hin.

Das Vapen oder Dampfen von E-Zigaretten gilt häufig als weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten. Bisher war jedoch unklar, wie sich das Vapen langfristig auf das Lungenkrebs-Risiko von Menschen auswirkt, die zuvor klassische Zigaretten geraucht haben.

E-Zigaretten und Lungenkrebs: Daten von 4,5 Millionen Menschen

Ein Forschungsteam aus Südkorea untersuchte deshalb Daten von rund 4,5 Millionen Erwachsenen, die aktuell oder in der Vergangenheit herkömmliche Zigaretten geraucht haben. Die Daten stammen aus dem nationalen Gesundheitsprogramm Südkoreas, an dem die Personen 2018 teilnahmen und bis Ende 2023 beobachtet wurden.

Die Forschenden teilten die Teilnehmenden danach ein, 

  • ob sie noch rauchten, 
  • erst seit kürzerer Zeit nicht mehr rauchten oder
  • bereits länger rauchfrei waren. 

Zusätzlich erfassten sie, wer täglich E-Zigaretten nutzte. 

Höheres Lungenkrebs-Risiko bei täglichem Vapen

Die Forschenden verglichen Menschen, die vollständig auf Zigaretten und E-Zigaretten verzichteten, mit Personen, die nach dem Rauchstopp täglich E-Zigaretten nutzten. Dabei erfassten sie sowohl neue Lungenkrebsfälle als auch Todesfälle durch Lungenkrebs. In dem beobachteten Zeitraum traten 35.887 Fälle von Lungenkrebs auf. 12.807 Menschen starben an Lungenkrebs.

Menschen, die nach dem Verzicht auf herkömmliche Zigaretten täglich E-Zigaretten verwendeten, erkrankten häufiger an Lungenkrebs als Personen, die vollständig aufgehört hatten. Zudem starben sie häufiger an der Erkrankung.

Der Zusammenhang zeigte sich sowohl bei Personen, die erst vor kurzer Zeit mit dem Rauchen aufgehört hatten, als auch bei Langzeit-Nichtraucherinnen und -Nichtrauchern. Besonders deutlich fiel er bei Menschen mit hohem Lungenkrebs-Risiko aus. Dazu gehören beispielsweise langjährige Raucherinnen und Raucher mit mindestens 20 Packungsjahren. Ein Packungsjahr bedeutet, dass in einem Jahr täglich eine Packung Zigaretten geraucht wurde. 

Rauchstopp ohne Vapen bringt den größten Nutzen

Die Studie kann keinen direkten Beweis dafür liefern, dass E-Zigaretten Lungenkrebs verursachen. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie. Solche Studien können Zusammenhänge aufzeigen, aber keine Ursache-Wirkungs-Beziehung nachweisen.

Dennoch sehen die Forschenden die Ergebnisse als Hinweis darauf, dass das Vapen die gesundheitlichen Vorteile eines vollständigen Rauchstopps verringern kann. Wer mit dem Rauchen aufhört und anschließend täglich E-Zigaretten nutzt, könnte demnach weniger von der mit dem Rauchstopp verbundenen Senkung des Lungenkrebs-Risikos profitieren als Menschen, die vollständig nikotin- und rauchfrei bleiben.

Videos zum Welt-Lungenkrebstag 2026

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Transkript: Keine Beschwerden, trotzdem Lungenkrebs? Die neue Früherkennung zeigt es!

Lungenkrebs wird häufig erst spät entdeckt, weil er im frühen Stadium oft keine Beschwerden verursacht. Genau hier setzt ein neues Angebot an: Seit April 2026 gibt es in Deutschland eine Lungenkrebsfrüherkennung für Menschen mit einem besonders hohen Erkrankungsrisiko.

Untersucht wird mit einer sogenannten Niedrigdosis-Computertomographie, kurz Niedrigdosis-CT. Dabei entstehen mit einer deutlich geringeren Strahlendosis als bei einer üblichen CT genaue Bilder der Lunge. Die Untersuchung ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten und kann kleine Veränderungen sichtbar machen, bevor Beschwerden auftreten. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt an, wenn Sie wissen möchten, ob die neue Lungenkrebsfrüherkennung für Sie in Frage kommt.

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Transkript: Habe ich Anspruch auf das Lungenkrebs-Screening? Voraussetzungen einfach erklärt

Das Angebot richtet sich nicht an die gesamte Bevölkerung, sondern an aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren. Voraussetzung sind mindestens 25 Jahre Zigarettenkonsum und insgesamt mindestens 15 sogenannte Packungsjahre. Ein Packungsjahr bedeutet ein Jahr lang täglich eine Packung mit 20 Zigaretten. Wer zum Beispiel 30 Jahre lang täglich 10 Zigaretten geraucht hat, kommt ebenfalls auf 15 Packungsjahre. Rauchpausen innerhalb des maßgeblichen Zeitraums dürfen nicht länger als zehn Jahre gewesen sein. Ob alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird individuell ärztlich geprüft.

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Transkript: Lungenkrebs-Screening Schritt für Schritt: So läuft die Untersuchung ab

Der erste Schritt führt zu einer allgemeinmedizinischen oder internistischen Praxis, die an der Früherkennung teilnimmt. Dort werden das persönliche Rauchverhalten und der Gesundheitszustand erfasst. Außerdem erhalten Interessierte Informationen über den möglichen Nutzen, aber auch über die Nachteile der Untersuchung. Anschließend erfolgt die Überweisung an eine besonders qualifizierte radiologische Praxis oder Klinik.
Bei einem unauffälligen Ergebnis kann die Niedrigdosis-CT nach zwölf Monaten wiederholt werden. Auffällige Aufnahmen werden von einer zweiten spezialisierten Ärztin oder einem zweiten spezialisierten Arzt beurteilt. Je nach Ergebnis können eine frühere Kontrollaufnahme oder weitere Untersuchungen notwendig werden.

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Transkript: Kann das Lungenkrebs-Screening Leben retten? Chancen und Risiken erklärt

Der wichtigste Vorteil: Wird Lungenkrebs früh entdeckt, ist er häufig besser behandelbar. Studien zeigen, dass die regelmäßige Früherkennung das Risiko senken kann, an Lungenkrebs zu sterben. Die Untersuchung hat aber auch Grenzen. Auffällige Bilder können sich später als harmlos herausstellen und weitere Untersuchungen oder Sorgen auslösen. Außerdem können sehr langsam wachsende Tumoren entdeckt werden, die möglicherweise nie Beschwerden verursacht hätten. Hinzu kommt eine geringe Strahlenbelastung. Die Teilnahme ist deshalb freiwillig und sollte nach einer ärztlichen Beratung entschieden werden. Wichtig ist: Das Screening ersetzt keine Abklärung von Beschwerten. Anhaltender oder veränderter Husten, Atemnot, ungewollter Gewichtsverlust oder Bluthusten sollten immer zeitnah ärztlich untersucht werden, unabhängig vom letzten CT-Ergebnis. Und die Früherkennung kann nicht verhindern, dass Lungenkrebs entsteht. Der wirksamste Schritt zur Senkung des persönlichen Risikos bleibt, mit dem Rauchen aufzuhören. Dafür ist es nie zu spät und professionelle Unterstützung kann den Rauchstopp erleichtern!

Quelle

Kim, Y. W. et al.: Electronic cigarette use after smoking cessation and lung cancer risk. In: Nature Medicine 2026; 32: 2410 – 2419 

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