Bislang können antifibrotische Medikamente nur den Verlauf einer idiopathischen Lungenfibrose verlangsamen. Es gibt aber keine Therapie, die die Erkrankung aufhalten oder sogar rückgängig machen kann. Die neue Kooperation will dazu beitragen, dass sich dies ändert. Durch die Verbindung von experimentellen und computergestützten Ansätzen wollen die Partner besser verstehen, wie Medikamente auf Proben von menschlichem Lungengewebe wirken.
Forschende bringen Medikamentenentwicklung mit KI voran
Forschende um Prof. Herbert Schiller haben moderne Verfahren entwickelt, um zu analysieren, wie Arzneimittel auf Einzelzellebene in ultradünnen geschnittenen Proben von menschlichem Lungengewebe wirken. Die Methode soll künftig dabei helfen, neue Wirkstoffkandidaten vorklinisch zu prüfen.
Das Wissenschaftsteam will außerdem die Steuerungsmechanismen in den Zellen verstehen, die der Lungenvernarbung (Fibrosierung) zugrunde liegen, und auf dieser Basis neue Ansatzpunkte für Therapien finden.
Prof. Fabian Theis entwickelt mit seinem Team Modelle, die mithilfe von maschinellem Lernen und biomedizinischer Künstlicher Intelligenz die Wirkung von Arzneimittelkandidaten auf Einzelzellebene analysieren und vorhersagen.
Pharma-Partner stellt Wirkstoffkandidaten zur Verfügung
Der Pharma-Partner stellt im Rahmen der Kooperation eine Auswahl an Wirkstoffkandidaten zur Verfügung, die mit den neuen Methoden geprüft werden können. Hoffnung ist, die Behandlungsoptionen weiterzuentwickeln und die Lebensqualität von Betroffenen mit idiopathischer Lungenfibrose zu verbessern.
Quellen
- Comprehensive Pneumology Center Munich (CPC-M): Unheilbare Lungenfibrose – Kooperation für bessere Therapien von CPC-M-Forschenden und Boehringer Ingelheim. Mitteilung vom 2. September 2025
- Helmholtz Munich: Neue Kooperation für bessere Therapien bei Lungenfibrose. Mitteilung vom 2. September 2025