COPD ist keine reine Lungenerkrankung – vielmehr ist es eine Erkrankung, die den ganzen Körper betreffen kann und sich auch in der Lunge zeigt. Bei der Krankheitsentstehung spielen Wechselwirkungen zwischen dem Lungenepithel und Immunzellen eine wesentliche Rolle. Um die Krankheitsmechanismen besser zu verstehen, arbeiten Forschende mit Modellen – zum Beispiel mit sogenannten Organoiden, auch „Mini-Lungen“ in der Petrischale genannt.
Was sind Organoide?
Organoide sind dreidimensionale Strukturen, die im Labor aus Stammzellen erzeugt werden – im Falle von Lungen-Organoiden aus Stammzellen des Lungenepithels. Die entstehenden „Mini-Lungen“ sind in ihrer Funktion und ihrem Aufbau dem „echten“ Lungenepithel sehr ähnlich. Forschende können damit Vorgänge im Gewebe direkt beobachten. Dies ist besonders interessant, da sich Organoide auch aus Lungengewebe-Proben von Menschen mit COPD erzeugen lassen.
Alterungsprozesse und Umweltfaktoren besser verstehen
Forschende wie Prof. Mareike Lehmann und Dr. Maja Funk bei Helmholtz Munich arbeiten daran, wichtige COPD-Risikofaktoren mithilfe von Lungen-Organoiden besser zu verstehen. So konnten sie bereits altersbedingte Veränderungen genauer analysieren und Hinweise auf epigenetische Effekte im Alterungsprozess finden.
Die Wissenschaftsteams hoffen, so neue Ansatzpunkte für COPD-Therapien zu finden und die Regenerationsfähigkeit der alternden Lunge zu erhalten.
Mehr zur Regeneration der Lunge im Alterungsprozess erklärt Prof. Mareike Lehmann vom Institut für Lungengesundheit und Immunität bei Helmholtz Munich und dem Institut für Lungenforschung an der Philipps-Universität Marburg in einem neuen Video.
Mehr zu Organoiden und ihrer Rolle in der Lungenforschung erklärt Dr. Maja Funk vom Institut für Lungengesundheit und Immunität bei Helmholtz Munich in einem weiteren Video.
Quelle
Funk, M. et al.: Lungen-Organoide bringen neuen Schwung in die COPD-Forschung. In: BIOspektrum 2025, 31: 370 – 373