Bei Menschen mit COPD kann die Koordination von Atmung und Schluckvorgang beeinträchtigt sein. Eine aktuelle Auswertung mehrerer Studien (Meta-Analyse) zeigt, dass Menschen mit COPD und Schluckstörungen häufiger akute Verschlechterungen ihrer Erkrankung (Exazerbationen) erleben. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis darauf, dass die Schluckfunktion stärker als bisher in die Betreuung von COPD-Betroffenen einbezogen werden sollte.
Akute Krankheitsschübe sind schwerwiegend
Für die Analyse wertete ein chinesisches Forschungsteam sieben Kohortenstudien mit insgesamt 669 Teilnehmenden aus. Ziel war es zu untersuchen, ob ein Zusammenhang zwischen Schluckstörungen und dem Auftreten von COPD-Exazerbationen besteht.
Akute Exazerbationen gehören zu den schwerwiegendsten Ereignissen im Verlauf einer COPD. Sie
- verschlechtern die Lebensqualität,
- führen häufig zu zusätzlichen Arztbesuchen oder Krankenhausaufenthalten und
- erhöhen das Sterberisiko.
Deshalb ist die Suche nach Risikofaktoren für solche Krankheitsschübe von großer Bedeutung.
Schluckstörungen als Risikofaktor für akute COPD-Schübe
Die aktuelle Meta-Analyse zeigt folgende statistisch eindeutige (signifikante) Zusammenhänge:
- Menschen mit COPD und Schluckstörungen haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko für akute Exazerbationen wie COPD-Betroffene ohne Dysphagie.
- Personen mit Schluckstörungen erleben im Durchschnitt häufiger Krankheitsschübe pro Jahr. Im Mittel trat etwas mehr als eine zusätzliche Exazerbation jährlich auf.
Warum Schluckstörungen das Risiko für akute COPD-Schübe erhöhen, kann die Auswertung jedoch nicht zeigen. Die Studienautor:innen betonen deshalb, dass weitere Forschung notwendig ist, um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen. Ebenso sollen mögliche Einflussfaktoren künftig genauer untersucht werden.
Mehr Aufmerksamkeit für Schluckstörungen gefordert
Auf Grundlage ihrer Ergebnisse empfehlen die Forschenden, die Schluckfunktion stärker in das COPD-Management einzubeziehen. Ein regelmäßiges Screening auf Schluckstörungen könnte helfen, betroffene Personen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Ob die Diagnose und Behandlung von Schluckstörungen tatsächlich dazu beitragen können, Exazerbationen zu verhindern oder zu reduzieren, bleibt allerdings offen. Diese Frage soll in zukünftigen Studien untersucht werden, so die Forschenden.
Quelle
Ma, X. et al.: The association between dysphagia and the risk of acute exacerbation of COPD: a systematic review and meta-analysis. In: ERJ Open Res. 2026; 12 (3): 01328 – 2025