Arbeit an Blutproben in der Asklepios Biobank

Diese Blutwerte können auf COPD-Risiken hinweisen

Menschen mit erhöhten Werten des sogenannten TyG-Index haben häufiger eine COPD und erleiden bei bestehender Erkrankung öfter schwere Komplikationen. Das zeigt eine neue Übersichtsarbeit, die Daten von fast 489.000 Personen ausgewertet hat.

COPD-Risiko: Was steckt hinter dem TyG-Index?

Der TyG-Index wird aus den Blutwerten für Triglyceride und Glukose berechnet. Forschende nutzen ihn als Hinweis auf Stoffwechselstörungen und eine verminderte Wirkung von Insulin. 

In einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit und Meta-Analyse untersuchte ein Forschungsteam, ob der TyG-Index und der TyG-Index im Bezug zum Body Mass Index (kurz: TyG-BMI-Index) mit dem Risiko für eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und ihrem Verlauf zusammenhängen.

Für die Analyse werteten die Forschenden elf Studien mit insgesamt 488.622 Teilnehmenden aus. Dabei betrachteten sie sowohl Menschen ohne COPD als auch Personen mit bereits bestehender Erkrankung.

Höherer TyG-Index geht mit mehr COPD-Fällen einher

Die Auswertung zeigt: Personen mit höheren TyG-Werten haben ein erhöhtes Risiko, eine COPD zu entwickeln. Auch ein höherer TyG-BMI-Index steht mit einem höheren COPD-Risiko in Verbindung. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Veränderungen im Zucker- und Fett-Stoffwechsel eng mit der Lungengesundheit verknüpft sein könnten, so die Studienautor:innen.

COPD-Prognose: Mehr Komplikationen bei erhöhtem TyG-Index

Bei Menschen, die bereits an COPD erkrankt sind, fiel dem Forschungsteam ein weiterer Zusammenhang auf: Höhere TyG-Werte gehen häufiger mit ungünstigen Krankheitsverläufen einher. Dazu gehören ein erhöhtes Risiko für 

  • die Gesamtsterblichkeit, 
  • die Sterblichkeit auf Intensivstationen und 
  • die Sterblichkeit während eines Krankenhausaufenthalts.

Außerdem treten bei Betroffenen mit erhöhtem TyG-Index häufiger schwere Komplikationen auf. Dazu zählen 

  • Atemversagen, 
  • akute Nierenschäden, 
  • Blutvergiftung (Sepsis), 
  • chronische Herzerkrankungen, die durch einen Lungenhochdruck entstehen („Lungenherz“, pulmonale Herzerkrankung)
  • schwere Störungen der Lungenbelüftung (Ventilationsstörungen) und 
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz).

Auch der TyG-BMI-Index ist den Studienautor:innen zufolge mit einer höheren Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Was bedeuten die Ergebnisse für Menschen mit COPD?

Das Wissenschaftsteam schlussfolgert, dass hohe TyG- und TyG-BMI-Werte mit einem erhöhten Risiko für COPD sowie mit ungünstigeren Krankheitsverläufen zusammenhängen. Da beide Kennzahlen auf leicht verfügbaren Blutwerten beruhen, könnten sie künftig dabei helfen, Menschen mit erhöhtem Risiko früh zu erkennen und Personen mit COPD genauer zu überwachen. Ob die Werte auch direkt für die Behandlung genutzt werden können, müssen weitere Studien zeigen.

Quelle

Wu, Y. et al.: Association of triglyceride-glucose index and triglyceride-glucose body mass index with risk and prognosis of chronic obstructive pulmonary disease: a systematic review and meta-analysis. In: J Thorac Dis. 2026; 18 (5): 509

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