medicine, age, health care and people concept - doctor and nurse with clipboards visiting senior patient woman at hospital ward

Lungen-OP bei Emphysem sicherer als bisher angenommen

Menschen mit schwerem Lungenemphysem könnten mehr von einer operativen Lungenvolumenreduktion profitieren als bisher angenommen. Laut einer neuen Studie ist der Eingriff mit einer sehr niedrigen Sterblichkeitsrate verbunden und führt nachhaltig zu einer besseren Lungenfunktion.

Bei einem Lungenemphysem sind Teile der Lunge dauerhaft geschädigt und überbläht. Dadurch wird das Atmen zunehmend erschwert. Chirurg:innen können im Rahmen einer Lungenvolumenreduktion besonders stark geschädigte Lungenbereiche entfernen. Die verbleibenden, gesünderen Lungenabschnitte können anschließend effizienter arbeiten.

Bisher wird die chirurgische Lungenvolumenreduktion nur selten eingesetzt, da sie als risikoreich gilt. Allerdings gibt es inzwischen Fortschritte in 

  • der Operationstechnik, 
  • der Nachsorge und 
  • der Auswahl der für die Operation geeigneten Personen. 

In einer aktuellen Studie werteten Forschende aus Belgien und der Schweiz die Ergebnisse von 223 Eingriffen bei 191 Menschen mit schwerem Emphysem aus. 

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Sterblichkeit innerhalb von 30 Tagen: 0,5 Prozent
  • Überlebensrate nach einem Jahr: 96,5 Prozent
  • Überlebensrate nach drei Jahren: 87,7 Prozent

Die Teilnehmenden verbrachten nach dem Eingriff im Durchschnitt sieben Tage im Krankenhaus. Komplikationen traten selten auf.

Verbesserungen halten bis zu drei Jahre an

Die Vorteile der Operation zeigten sich nicht nur kurz nach dem Eingriff, sondern blieben über längere Zeit bestehen.

Ein Jahr nach der Operation hatten die Teilnehmenden:

Auch drei Jahre nach dem Eingriff waren die Lungenfunktion und die Lebensqualität im Vergleich zum Zustand vor der Operation noch verbessert.

Nutzen möglicherweise für mehr Betroffene

Bislang wurde die Lungenvolumenreduktion vor allem Menschen empfohlen, deren Lungenschäden ungleichmäßig verteilt sind und überwiegend die oberen Lungenabschnitte betreffen.

Die neue Studie deutet jedoch darauf hin, dass auch sorgfältig ausgewählte Personen mit anderen Formen des Emphysems von dem Eingriff profitieren können. 

Potenzial für breiteren Einsatz

Nach Einschätzung der Studienautor:innen kann die chirurgische Lungenvolumenreduktion deutliche Vorteile für Betroffene bringen. Dafür muss jedoch genau geprüft werden, für welche Personen der Eingriff von Nutzen sein kann. Zudem ist eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fachrichtungen wichtig.

 

Quelle

Ceulemans, LJ et al.: Low mortality and favourable outcome in lung volume reduction surgery for different emphysema morphologies. In: European Respiratory Journal 2026; 67: 2501133

Verwandte Nachrichten

Lungs alveoli on medical background. 3d illustration

Emphysem: Methode zur Lungenvolumenreduktion wirkt bei Frauen besser

Eine Lungenvolumenreduktion mit Wasserdampf wirkt bei Frauen und Männern mit schwerem Lungenemphysem nicht gleich gut. Laut einer neuen Studie profitieren Frauen stärker von der Behandlung.

Eine Frau sitzt auf dem Sofa vor einem Ventilator.

Atemnot: Handventilatoren können bei akuten Beschwerden helfen

Atemnot ist ein häufiges und belastendes Symptom bei Menschen mit schweren Atemwegserkrankungen. Betroffene berichten, dass der Luftstrom von Hand- und Tischventilatoren die Atemnot lindern kann. Eine neue Übersichtsstudie hat diesen Effekt…

Eine virtuelle Lunge schwebt über den Händen einer Persone mit weißem Kittel

Neue Einblicke in die Selbstheilung der Lunge

Die Lunge muss sich ständig gegen Schadstoffe und Krankheitserreger wehren. Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie spezialisierte Zellen flexibel auf Schäden reagieren – und warum genau diese Fähigkeit auch Krankheiten fördern kann. Die Ergebnisse…

PNEUMOLOGIE CONSULTATION SENIOR, Lungeninformationsdienst

Lungentransplantation: Medikamenten-Schwankungen vermeiden

Schwankungen im Blutspiegel des Medikaments Tacrolimus, das zur Dämpfung des Immunsystems eingesetzt wird, können das Risiko einer Organabstoßung erhöhen. Diese Konzentrationsänderungen entstehen häufig durch Veränderungen der Nierenfunktion.

News aus der Lungenforschung

Jetzt unseren Newsletter abonnieren und unserem WhatsApp-Kanal folgen!