Sarkoidose-Granulome

Sarkoidose: Neue Einblicke in Entzündung und Lungenvernarbung

Sarkoidose ist eine entzündliche Erkrankung, bei der sich Gewebeknötchen bilden – besonders häufig in der Lunge. Forschende haben nun entschlüsselt, warum diese Veränderungen bei manchen Betroffenen nicht abheilen und zu einer Lungenvernarbung führen.

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung hat Lungengewebe von Menschen mit chronischer Sarkoidose mithilfe einer modernen Methode untersucht, der sogenannten räumlichen Transkriptomik. Damit lässt sich genau analysieren, welche Gene in welchen Zellen aktiv sind und wo sich diese Zellen im Gewebe befinden. 

Die Forschenden untersuchten neun Lungengewebe-Proben von Menschen mit chronischer Sarkoidose, die insgesamt 173 Sarkoidose‑Granulome enthielten.

Immunzellen mit Doppelfunktion

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass die Granulome klar strukturiert sind. Im Zentrum befinden sich vor allem bestimmte „Fresszellen“ des Immunsystems, sogenannte Makrophagen. Diese Zellen zeigten ein besonderes Aktivitätsmuster: Sie wirkten gleichzeitig 

  • stark entzündlich und 
  • aktivierten Gene, die mit der Entstehung von Narbengewebe in Verbindung stehen. 

Diese Doppelfunktion war bislang unbekannt.

Entzündung und Vernarbung greifen ineinander

Rund um die zentrale Makrophagen-Zone in den Granulomen lagen T‑Zellen und B‑Zellen. Sie sind ebenfalls wichtige Bestandteile der Immunabwehr. In den äußeren Bereichen der Granulome fanden sich Fibroblasten – Zellen, die für den Aufbau von Bindegewebe und Kollagen verantwortlich sind. Diese äußeren Zellschichten zeigten deutliche Anzeichen eines aktiven Gewebeumbaus und einer beginnenden Vernarbung.

Schlüsselrolle der Makrophagen bei chronischer Sarkoidose

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Makrophagen im Zentrum der Granulome eine zentrale Rolle spielen, schlussfolgern die Forschenden. Durch anhaltende Entzündungssignale halten sie die Immunreaktion aufrecht und regen gleichzeitig Fibroblasten zur Kollagenbildung an. So könnten sie dazu beitragen, dass Granulome bestehen bleiben und sich im Verlauf eine Lungenfibrose entwickelt.

Die Studienergebnisse verbessern das Verständnis, warum Sarkoidose bei manchen Betroffenen chronisch verläuft und zu dauerhaften Lungenschäden führen kann. Langfristig könnten diese Erkenntnisse helfen, gezieltere Therapien zu entwickeln, die genau in die krankheitsfördernden Zellprozesse eingreifen. Hierfür sind jedoch weitere Studien notwendig.

Quelle

Christan, L. et al.: Spatial Transcriptomics Uncovers Hybrid, Pro-Inflammatory and Pro-Fibrotic Cellular Niches in Pulmonary Granuloma of Patients with Chronic Sarcoidosis. In: Am J Respir Crit Care Med. 2026, aamaf089

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