Lung section from mice exposed to chronic cigarette smoke for six months highlighting the developing follicles, seen as dense tightly packed inflammatory cells, and increased airspace enlargement from damaged alveolar structures - both characteristic pathological features of COPD.

Idiopathische Lungenfibrose: Neuer Wirkstoff bremst Verlauf

Menschen mit idiopathischer Lungenfibrose könnten künftig von einer neuen Behandlungsoption profitieren: In einer aktuellen Studie verlangsamte Deupirfenidon den Verlust der Lungenfunktion über 26 Wochen.

Der Wirkstoff Deupirfenidon basiert auf Pirfenidon, einem bereits zugelassenen Medikament gegen idiopathische Lungenfibrose. Deupirfenidon wurde jedoch so verändert, dass der Körper den Wirkstoff anders verarbeitet. Die Hoffnung: eine gute Wirksamkeit bei gleichzeitig besserer Verträglichkeit.

Deupirfenidon gegen Placebo und Pirfenidon getestet

An der internationalen Phase-2b-Studie nahmen 257 Menschen mit idiopathischer Lungenfibrose teil. Die Forschenden teilten sie zufällig in vier Gruppen ein. Die Teilnehmenden erhielten über 26 Wochen entweder 

  • Deupirfenidon in niedriger oder höherer Dosierung, 
  • Pirfenidon oder 
  • ein Scheinmedikament (Placebo). 

Der wichtigste Untersuchungswert war die forcierte Vitalkapazität (FVC). Sie zeigt, wie viel Luft ein Mensch nach tiefem Einatmen kräftig ausatmen kann. Ein Rückgang der FVC gilt als Zeichen dafür, dass die Krankheit fortschreitet.

Lungenfunktion blieb unter Deupirfenidon länger erhalten

In den beiden Deupirfenidon-Gruppen nahm die FVC im Durchschnitt weniger stark ab als unter Placebo. Besonders die höhere Dosierung zeigte einen deutlichen Vorteil. In dieser Gruppe verringerte sich die FVC im Mittel um 21,5 Milliliter. In der Placebo-Gruppe waren es 112,5 Milliliter. Der Unterschied betrug 91 Milliliter und war statistisch eindeutig (signifikant). Die Studie gibt aber keine Auskunft darüber, ob die Behandlung mit Deupirfenidon einer Pirfenidon-Therapie überlegen ist.

Nebenwirkungen der Lungenfibrose-Therapie bleiben eine Herausforderung

Wie bei Pirfenidon traten auch unter Deupirfenidon vor allem Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auf. Dazu gehörten beispielsweise Übelkeit oder andere Verdauungsprobleme. Die Nebenwirkungen waren allgemein leicht bis mittelschwer, gingen von selbst wieder zurück und verursachten keine nennenswerten medizinischen Folgen. Insgesamt bewerteten die Forschenden das Sicherheitsprofil des neuen Wirkstoffs als günstig.

Vor Zulassung weitere Studien nötig

Die Studie liefert einen wichtigen Hinweis darauf, dass Deupirfenidon eine wirksame neue Behandlungsoption für Menschen mit idiopathischer Lungenfibrose werden könnte. Allerdings handelte es sich um eine Phase-2b-Studie. Bevor der Wirkstoff zugelassen werden kann, müssen weitere klinische Phase-III-Studien die Ergebnisse bestätigen. 

Das Studiendesign der aktuellen Studie ermöglicht es, den Einfluss auf die FVC zu messen, jedoch nicht auf weitere wichtige Größen wie Krankenhausaufenthalte, Lebensqualität oder Gesamtüberleben. 

Die Finanzierung der Studie erfolgte durch ein biopharmazeutisches Unternehmen.

Quelle

Maher, T. M. et al.: Deupirfenidone compared with pirfenidone and placebo in idiopathic pulmonary fibrosis (ELEVATE-IPF): a phase 2b randomized placebo-controlled trial. In: Am J Respir Crit Care Med. 2026; 212 (8): 1761 – 1769

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