Eine virtuelle Lunge schwebt über den Händen einer Persone mit weißem Kittel

Neue Einblicke in die Selbstheilung der Lunge

Die Lunge muss sich ständig gegen Schadstoffe und Krankheitserreger wehren. Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie spezialisierte Zellen flexibel auf Schäden reagieren – und warum genau diese Fähigkeit auch Krankheiten fördern kann. Die Ergebnisse eröffnen neue Therapieansätze.

Wie sich die Lunge nach Schäden regeneriert und welche Rolle dabei einzelne Zelltypen spielen, steht im Mittelpunkt einer aktuellen Übersichtsarbeit eines Forschungsteams unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung

Zellen können Funktion anpassen

Entscheidend für die Reparatur ist die Fähigkeit einiger Zellen, unter bestimmten Bedingungen ihre Funktion zu verändern. Fachleute sprechen von „zellulärer Plastizität“. 

Bei einer Verletzung übernehmen vor allem die

  • Basalzellen, eine Vorstufe der reifen Epithelzellen, in den Atemwegen, sowie
  • alveolare Typ-2-Zellen in den Lungenbläschen

die Regeneration des Lungengewebes. 

Aber auch andere Zelltypen wie etwa die bronchoalveolären Stammzellen spielen eine wichtige Rolle im Reparaturprozess.

Fehlregulierung kann zu chronischen Krankheiten führen

Die zelluläre Plastizität kann aber auch zur Entstehung chronischer Krankheiten beitragen. Ist der Prozess gestört, kann dies zu 

  • einer gestörten Heilung,
  • einer Vernarbung des Gewebes und
  • einer veränderten, krankhaften Zellstruktur der Lunge führen.

Solche Veränderungen treten etwa bei Erkrankungen wie der Idiopathischen Lungenfibrose und COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) auf.

Neue Methoden ermöglichen tiefere Einblicke

Durch neue Methoden wie der Einzelzellanalyse ist es möglich, einen tieferen Einblick in die zugrundeliegenden Prozesse auf Zellebene zu erhalten, schreiben die Studienautor:innen. Je mehr über diese Mechanismen bekannt ist, desto größer ist die Chance, gezielt in die Prozesse einzugreifen. Dies könnte neue Therapieansätze ermöglichen.

Quelle 

Zaragosi, L.-E. et al.: Cellular plasticity and regenerative mechanisms in the lung. In: Eur Respir Rev. 2026, 35 (179): 250168

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