Eine virtuelle Lunge schwebt über den Händen einer Persone mit weißem Kittel

Idiopathische Bronchiektasen: Welche Rolle spielt das Mukoviszidose-Gen?

Bronchiektasen sind krankhafte Erweiterungen der Atemwege. Bei mehr als einem Drittel der Fälle ist die Ursache dafür unklar. Eine neue Studie zeigt nun: Bei diesen idiopathischen Bronchiektasen könnte ein bestimmtes Gen eine wichtige Rolle spielen.

Im Fokus der Studie unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung stand das sogenannte CFTR-Gen. Es enthält den Bauplan für einen Kanal in den Zellmembranen. Dieser reguliert den Salz- und Wassertransport. Funktioniert der Kanal nicht richtig, führt das zu zähem Schleim in den Atemwegen. Veränderungen im CFTR-Gen sind die Ursache der Erbkrankheit Mukoviszidose.

Die Forschenden wollten daher herausfinden, ob und inwieweit ein fehlerhaftes CFTR-Gen auch bei idiopathischen Bronchiektasen eine Rolle spielt. 

Sie unterteilten die Teilnehmenden in drei Gruppen: 

  • Menschen mit idiopathischen Bronchiektasen
  • Menschen mit Mukoviszidose
  • Gesunde Personen

Mithilfe einer speziellen Methode, der sogenannten nasalen Potentialdifferenz, konnten die Wissenschaftler:innen die Aktivität des CFTR-Kanals bestimmen. Dabei fanden sie heraus, dass die Aktivität des CFTR-Kanals von Menschen mit idiopathischen Bronchiektasen

  • statistisch eindeutig (signifikant) schlechter war als bei gesunden Personen, 
  • aber gleichzeitig deutlich besser als bei Menschen mit Mukoviszidose.

CFTR-Störung allein erklärt die Erkrankung nicht

Die Ergebnisse passen zum Konzept der sogenannten CFTR-assoziierten Erkrankungen, schreiben die Studienautor:innen. Dabei liegt keine klassische Mukoviszidose vor, dennoch verursacht die eingeschränkte CFTR-Funktion Beschwerden.

Die Forschenden betonen jedoch: Eine gestörte CFTR-Funktion allein erklärt das Auftreten idiopathischer Bronchiektasen nicht vollständig. Wahrscheinlich sind mehrere Faktoren beteiligt.

Quelle

Tümmler, B. et al.: CFTR activity in nasal potential difference of adults with idiopathic bronchiectasis. In: Respir Res 27, 160

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