Im Fokus der Studie stand das sogenannte ALK-rearrangierte Lungenadenokarzinom. Dabei handelt es sich um
- eine Unterform des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms, die durch
- genetische Veränderungen im ALK-Gen verursacht wird und
- bei etwa sechs Prozent der Menschen mit Lungenadenokarzinom auftritt.
Eine zielgerichtete Therapie mit Tyrosinkinase-Inhibitoren schlägt beim ALK-rearrangierten Lungenadenokarzinom gut an. Doch nach einiger Zeit werden die Tumorzellen meist unempfindlich gegen die Medikamente und es kommt zu Rückfällen. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass dabei krebsassoziierte Fibroblasten – Zellen, die Tumore umgeben und unterstützen – eine Rolle spielen.
Fibroblasten programmieren Stoffwechsel um
Ein Wissenschaftsteam mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung am Translational Lung Research Center Heidelberg untersuchten die Interaktion der Zellen mithilfe von Modellen, die die Tumorumgebung sehr gut nachbilden.
Die Ergebnisse zeigen, dass von Fibroblasten abgegebene Botenstoffe den Stoffwechsel der Krebszellen verändern. Diese Stoffwechselveränderungen
- unterdrücken den Zelltod,
- fördern die Zellvermehrung und
- schwächen so die Wirkung von ALK-gerichteten Medikamenten.
Kombinations-Wirkstoffe stellen Wirksamkeit wieder her
Wurden die ALK-Inhibitoren allerdings mit Wirkstoffen kombiniert, die den Fettstoffwechsel blockieren oder eine Ferroptose – eine Form des Zelltods durch Fettoxidation – auslösen, konnte die Empfindlichkeit gegenüber Medikamenten in den Tumormodellen wiederhergestellt werden.
Die Ergebnisse zeigen, welchen Einfluss die Umgebung des Tumors auf die Widerstandsfähigkeit gegen Medikamente haben kann, schreiben die Studienautor:innen. Die Ergebnisse bieten gleichzeitig auch mögliche Ansatzpunkte, um Strategien gegen diese Resistenzen zu entwickeln.
Quelle
Daum, A-K. et al.: Cancer-associated fibroblasts promote drug resistance in ALK-driven lung adenocarcinoma cells by upregulating lipid biosynthesis. In: Cancer Metab. 2025; 16; 13 (1)