Grafik des Brustkorbs mit Lunge und Herz

Neuer Wirkstoff zeigt deutliche Effekte bei Lungenhochdruck

Ein neuer inhalativer Wirkstoff könnte die Behandlung von Lungenhochdruck bei interstitiellen Lungenerkrankungen voranbringen: In Studien verbesserte Mosliciguat die Durchblutung der Lunge und die körperliche Belastbarkeit. Nun wird der Wirkstoff in einer Phase-3-Studie weiter geprüft.

Menschen mit einer interstitiellen Lungenerkrankung können zusätzlich einen Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) entwickeln. Dabei steigt der Druck in den Blutgefäßen der Lunge an. Das belastet vor allem die rechte Herzhälfte und kann dazu führen, dass Betroffene schneller außer Atem geraten und körperlich weniger belastbar sind. Bisher gibt es nur wenige Behandlungsmöglichkeiten.

Nun wurde in internationalen Studien der inhalative Wirkstoff Mosliciguat bei Menschen mit Lungenhochdruck aufgrund einer interstitiellen Lungenerkrankung untersucht. 

Mosliciguat überzeugt in ersten Studien

Dass Mosliciguat wirkt, wurde in der Phase-1b-Studie ATMOS kürzlich gezeigt: Bei Menschen mit den Lungenhochdruck-Formen pulmonal-arterielle beziehungsweise chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie senkte eine eingeatmete Dosis Mosliciguat den Widerstand in den Lungengefäßen. Klinisch relevante Veränderungen des systemischen Blutdrucks wurden dabei nicht beobachtet.

Deutliche Senkung des Lungengefäßwiderstands

An der nachfolgenden Phase-2-Studie PHocus nahmen 135 Erwachsene mit Lungenhochdruck infolge einer interstitiellen Lungenerkrankung an 87 Studienzentren in 20 Ländern teil.

Nach 16 Wochen war der Lungengefäßwiderstand unter Mosliciguat gegenüber einem Scheinmedikament (Placebo) um 56,3 Prozent verringert. Der Unterschied war statistisch eindeutig (hochsignifikant). 

Mosliciguat wirkte dabei in sämtlichen vorab definierten Untergruppen wie

Bessere körperliche Belastbarkeit durch Mosliciguat

Darüber hinaus verbesserte sich auch die körperliche Belastbarkeit. Im Sechs-Minuten-Gehtest legten Personen, die Mosliciguat inhaliert hatten, nach 16 Wochen 35,2 Meter mehr zurück als die Personen in der Placebo-Gruppe. Auch andere Messwerte deuteten darauf hin, dass Herz und Lunge weniger belastet wurden. Außerdem war der Wirkstoff gut verträglich.

Phase-3-Studie bereits gestartet

Der Wirkstoff Mosliciguat ist noch nicht zugelassen und befindet sich derzeit in der Erprobung. Ob er Betroffenen langfristig hilft, soll nun die Phase-3-Studie PHrontier zeigen. Darin sollen rund 375 Patientinnen und Patienten den Wirkstoff oder ein Placebo erhalten. Erst wenn diese Ergebnisse vorliegen, kann beurteilt werden, ob Mosliciguat künftig eine neue Behandlungsmöglichkeit für Menschen mit dieser Form des Lungenhochdrucks werden könnte. 

Die Studien wurden von pharmazeutischen Unternehmen finanziert.

Quellen

  • Ghofrani, H.A. et al.: Phase 1b ATMOS trial of the inhaled sGC activator mosliciguat in patients with PAH/CTEPH. In: Thorax 2026, 0: 1-9
  • Deutsches Zentrum für Lungenforschung: Von Riociguat zu Mosliciguat: Gießener Lungenforschung entwickelt neues therapeutisches Prinzip für pulmonale Gefäßerkrankungen. Online-Meldung vom 24. September 2026

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