Fachleute bestimmen den sogenannten TAPSE/sPAP-Wert mithilfe einer Echokardiografie, also einer Ultraschalluntersuchung des Herzens. Er beschreibt vereinfacht gesagt, wie gut die rechte Herzkammer mit der erhöhten Belastung durch den hohen Druck in den Lungengefäßen zurechtkommt. Der Test greift nicht in den Körper ein (nicht-invasiv) und lässt sich im klinischen Alltag vergleichsweise einfach durchführen.
Meta-Analyse bei PAH: Daten von mehr als 3.000 Betroffenen
Forschende in China werteten 14 Kohortenstudien mit insgesamt 3.288 Menschen mit pulmonal-arteriellem Lungenhochdruck in einer Meta-Analyse aus. Sie prüften, ob der TAPSE/sPAP-Wert mit wichtigen Krankheitsereignissen zusammenhängt, zum Beispiel
- Todesfällen,
- Lungentransplantationen sowie
- einer Symptomverschlechterung.
Menschen mit höheren TAPSE/sPAP-Werten hatten ein deutlich geringeres Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Das galt sowohl für Ereignisse wie Tod, Transplantation oder Krankheitsverschlechterung als auch für die Gesamtsterblichkeit.
Prognose bei PAH auch im Verlauf besser einschätzbar
Auch Messungen im weiteren Krankheitsverlauf lieferten wertvolle Informationen. Höhere TAPSE/sPAP-Werte bei Nachuntersuchungen gingen ebenfalls mit einem geringeren Risiko für ungünstige Entwicklungen einher. Die Forschenden sehen darin einen Hinweis, dass sich der Wert nicht nur zur ersten Risikoeinschätzung, sondern auch zur Verlaufskontrolle eignen könnte.
TAPSE/sPAP könnte Risikobewertung ergänzen
Die Forschungsgruppe kommt zu dem Schluss, dass TAPSE/sPAP ein starker prognostischer Marker bei PAH ist. Der Wert stehe in Zusammenhang mit einem niedrigeren Risiko für Tod und klinische Verschlechterungen. Gleichzeitig betont sie, dass für einige Fragestellungen, insbesondere zur Bedeutung von Verlaufsmessungen für die Sterblichkeit, weitere Studien notwendig sind.
Quelle
Luo, Q. et al.: Prognostic value of TAPSE/sPAP in pulmonary arterial hypertension: a systematic review and meta-analysis. In: Respir Med. 2026; 258: 108861