Lungenfibrose ist bislang nicht heilbar. Für manche Krankheitsformen gibt es jedoch Medikamente, die das Fortschreiten der Lungenvernarbung aufhalten können. Forschende weltweit suchen daher nach neuen Behandlungsansätzen.
Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse untersucht das Potenzial sogenannter mesenchymaler Stammzellen aus Fettgewebe. Diese Zellen lassen sich vergleichsweise einfach aus Fettgewebe gewinnen und gelten als aussichtsreiche Kandidaten für die regenerative Medizin.
Was können Fettgewebsstammzellen bei Lungenfibrose ausrichten?
Forschende in Pakistan werteten 19 veröffentlichte präklinische Studien zu Stammzelltherapien bei Lungenfibrose aus. In den untersuchten Modellen verringerten mesenchymale Stammzellen aus Fettgewebe und von ihnen abgeleitete Produkte wiederholt Anzeichen einer Lungenfibrose. Die behandelten Gruppen wiesen häufig weniger Vernarbungen und eine geringere Ablagerung von Bindegewebsbestandteilen (Kollagen) auf als unbehandelte Kontrollgruppen.
Die statistische Zusammenfassung mehrerer Studien ergab zwar niedrigere Fibrosewerte in den behandelten Gruppen. Der Gesamteffekt war jedoch statistisch nicht eindeutig (nicht signifikant).
Das Wissenschaftsteam führt die fehlende Signifikanz unter anderem auf die geringe Zahl geeigneter Studien und auf deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Untersuchungen zurück.
Lungenfibrose: Welche Mechanismen könnten helfen?
Laut den ausgewerteten Studien beeinflussten die Fettgewebsstammzellen mehrere Signalwege, die bei der Entstehung der idiopathischen Lungenfibrose eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus deuten die ausgewerteten Studien darauf hin, dass die Stammzelltherapie
- Entzündungen,
- oxidativen Stress und
- die Ablagerung von Kollagen
verringern können. Einen wichtigen Beitrag könnten dabei von den Zellen freigesetzte Botenstoffe leisten.
Forschung zur Stammzelltherapie bei Lungenfibrose steht noch am Anfang
Die Forschenden bewerten mesenchymale Stammzellen aus Fettgewebe und Produkte daraus insgesamt als vielversprechende antifibrotische Kandidaten. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass die bisherigen Erkenntnisse überwiegend aus präklinischen Modellen stammen. Ob sich die beobachteten Effekte auf Menschen mit Lungenfibrose übertragen lassen, müssen zukünftige klinische Studien zeigen.
Quelle
Jabeen, H. et al.: Antifibrotic efficacy of adipose-derived mesenchymal stem cell-based therapeutic strategies in pre-clinical models of pulmonary fibrosis: A systematic review and meta-analysis. In: Eur J Parmacol. 2026; 1027: 178959