Bei pulmonaler Hypertonie (Lungenhochdruck) ist der Druck in den Lungengefäßen erhöht. Die rechte Herzkammer muss mehr Kraft aufbringen, um Blut in die Lunge zu pumpen. Zu Beginn gelingt diese Anpassung oft gut - mit der Zeit stößt sie aber an ihre Grenzen: Die rechte Herzkammer kann den Widerstand nicht mehr ausgleichen. Es kann zu einem Rechtsherzversagen kommen.
Mehrere Mechanismen spielen dabei eine Rolle:
- Dauerhafte Druckbelastung
- Chronische Entzündungen
- Gestörter Energiestoffwechsel
- Narbenbildung
Moderne Bildgebung und Biomarker sollen frühe Schäden erkennen
Diese Prozesse verlaufen individuell sehr unterschiedlich. Einige Betroffene leben über lange Zeit stabil mit Lungenhochdruck. Bei anderen verschlechtert sich die Herzfunktion deutlich schneller. Es wird daher immer wichtiger, das individuelle Risiko früh einzuschätzen.
Moderne Verfahren erlauben einen genaueren Blick auf das rechte Herz und seine Leistungsfähigkeit.
Dazu gehören:
- Herz‑MRT
- Spezielle Ultraschallmethoden zur Messung der Herzbelastung
- Biomarker im Blut, die Entzündung oder Stoffwechselprobleme anzeigen
Auch therapeutisch gibt es Fortschritte: Es rücken Wirkstoffe in den Fokus, die das rechte Herz indirekt entlasten. Ein Beispiel ist Sotatercept, das den Druck in den Lungengefäßen senkt und damit die Arbeit des rechten Herzens erleichtert.
Quelle
Pullamsetti, S.S. et al.: Advanced Molecular, Metabolic, and Imaging Approaches to Characterizing Right Ventricular Failure: A Scientific Statement From the American Heart Association. In: Circulation. 2026;153 (19)