Bislang gibt es nur wenige Daten zur Sicherheit der Spirometrie und vor allem von Reversibilitätstests bei Schwangeren. Ein Reversibilitätstest zeigt, ob sich eine Atemwegsverengung durch bronchienerweiternde Medikamente zurückbildet. Eine aktuelle, systematische Übersichtsarbeit bündelt die vorhandenen Daten.
Datenbasis zur Spirometrie in der Schwangerschaft
- Die Forschenden werten mehr als 33.000 Spirometrie‑Untersuchungen aus, die bei über 10.600 Schwangeren durchgeführt wurden.
- Sie berücksichtigten sowohl gesunde Schwangere als auch Frauen mit bestehenden Lungenerkrankungen wie Asthma oder Mukoviszidose.
- In neun Studien wurde zusätzlich ein Reversibilitätstest durchgeführt.
Keine Berichte über Komplikationen durch den Lungenfunktionstest
Keine der ausgewerteten Studien beschrieb unerwünschte Ereignisse während oder unmittelbar nach der Spirometrie. Das galt auch für Untersuchungen in fortgeschrittenen Schwangerschaftsphasen sowie für Reversibilitätstests. Selbst bei Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften oder erhöhtem Schwangerschaftsrisiko wurden keine akuten Komplikationen dokumentiert.
Wissen zur Sicherheit in der Schwangerschaft bleibt begrenzt
Die Studienautor:innen betonen jedoch, dass die Aussagekraft der Daten begrenzt ist. Keine der ausgewerteten Studien hatte die Sicherheit der Spirometrie als eigentliches Forschungsziel. Zudem könnte es sein, dass leichte Beschwerden während der Untersuchung nicht systematisch erfasst oder berichtet wurden. Deshalb lasse sich aus den vorliegenden Daten kein endgültiger Sicherheitsnachweis ableiten, so die Forschungsgruppe.
Warum Lungenfunktionstests in der Schwangerschaft wichtig sind
Atemnot in der Schwangerschaft kommt recht häufig vor: Schätzungen zufolge berichten bis zu drei Viertel aller Schwangeren von Kurzatmigkeit. Häufig stecken harmlose, körperliche Anpassungen dahinter, die sich nach der Geburt des Kindes von selbst zurückbilden.
In manchen Fällen kann jedoch auch eine Lungenerkrankung wie Asthma die Ursache sein. Eine Spirometrie mit Reversibilitätstest ist hier eine effiziente Methode zur Diagnostik.
Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in der Schwangerschaft. Wird es nicht erkannt oder schlecht behandelt, kann dies sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind Folgen haben – etwa ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftskomplikationen oder eine Frühgeburt. Eine zuverlässige Diagnose ist deshalb entscheidend.
Mehr zu Kinderwunsch und Schwangerschaft bei chronischen Lungenerkrankungen
Quelle
Potocka, Z. et al.: Safety of Performing Spirometry During Pregnancy: A Systematic Review. In: Adv Respir Med. 2026, 94 (2): 17