Bei Lungenhochdruck sind die Blutgefäße in der Lunge verengt und die Gefäßwände verdickt. Der Widerstand in den Gefäßen steigt an und der Blutfluss ist erschwert. Die fortschreitende Erkrankung kann die körperliche Leistungsfähigkeit deutlich einschränken. Ärztinnen und Ärzte nutzen verschiedene Untersuchungen, um den Schweregrad der Erkrankung und ihren Verlauf besser beurteilen zu können.
Dazu gehört zum Beispiel der 6-Minuten-Gehtest. Er misst, welche Strecke eine Person innerhalb von sechs Minuten zurücklegen kann. Wie viel sich Menschen tatsächlich in ihrem Alltag bewegen, bildet ein solcher Test jedoch nicht ausreichend ab. Hier setzte eine US-amerikanische Studie an.
Bewegungssensoren messen Alltags-Aktivität
An der Studie nahmen 84 Männer und Frauen mit Lungenhochdruck aus sieben Zentren in den USA teil. Ihr Durchschnittsalter lag bei 61 Jahren. Die Teilnehmenden trugen zu vier Zeitpunkten innerhalb eines Jahres jeweils sieben Tage lang einen Bewegungssensor an der Hüfte.
Diese Sensoren zeichneten die körperliche Aktivität im Alltag auf und lieferten Hinweise auf den Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem Gesundheitszustand der Teilnehmenden.
Alltagsaktivität als Maß für den Gesundheitszustand
Das Ergebnis: Eine geringe körperliche Aktivität bereits zu Studienbeginn war ein Anzeichen für
- ein erhöhtes Risiko für eine klinische Verschlechterung des Lungenhochdrucks,
- eine schlechtere gesundheitsbezogene Lebensqualität,
- eine kürzere Gehstrecke beim 6-Minuten-Gehtest,
- eine geringere Knochendichte im Bereich von Hüfte und Oberschenkelknochen.
Die Forschenden betonen, dass dies nicht bedeutet, dass weniger Bewegung zu einer Verschlechterung führt. Die Studie zeigt jedoch einen statistischen Zusammenhang zwischen beiden Faktoren.
Bewegungssensoren als Ergänzung bestehender Untersuchungen
Nach Einschätzung der Studienautorinnen und -autoren könnte die Aktivitätsmessung durch Bewegungssensoren zukünftig herkömmliche Untersuchungen ergänzen. Die Daten könnten dazu beitragen, den Schweregrad des Lungenhochdrucks und die Veränderungen im Krankheitsverlauf stärker im Alltag der Betroffenen erfassen.
Quelle
Minhas, J. et al.: Daily Physical Activity in Pulmonary Arterial Hypertension: Insights From a Multicenter Longitudinal Trial Using Accelerometry. In: Chest 2026; 169 (6): 1660 – 1671