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Pulmonale Hypertonie und Brustkrebs: Gibt es eine Verbindung?

Eine aktuelle Studie zeigt einen deutlichen beidseitigen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und pulmonaler arterieller Hypertonie, einer Form von Lungenhochdruck. Die Studie liefert Hinweise darauf, dass die Erkrankungen biologisch eng verknüpft sein könnten.

Im Mittelpunkt der aktuellen Studie, an der Forschende des Deutschen Zentrums für Lungenforschung beteiligt waren, steht das Gen BMPR2. Es gilt als häufigste genetische Ursache der vererbbaren pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH). Mutationen in diesem Gen führen zu Veränderungen der Blutgefäße in der Lunge und erhöhen das Risiko für Lungenhochdruck

Bestimmtes Gen an Lungenhochdruck und Brustkrebs beteiligt

Das Wissenschaftsteam analysierte große internationale Krebsdatenbanken. Dabei zeigte sich: Auch bei Brustkrebs spielt BMPR2 eine Rolle: In vielen Tumoren der Brust ist das Gen deutlich weniger aktiv. 

In einem weiteren Schritt untersuchten die Forschenden den Zusammenhang in einem Tiermodell. Ratten mit einer eingeschränkten Funktion des BMPR2-Gens bekamen häufiger Brusttumoren als gesunde Vergleichstiere. Besonders bemerkenswert war dabei, dass sich gleichzeitig auch der Zustand der Lungengefäße verschlechterte.

Die Forschungsgruppe entdeckte, dass die Tumoren entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzen – unter anderem das Interleukin-1β, ein starkes Entzündungsmolekül. Das Interleukin-1β führte zu einem krankhaften Wachstum von Gefäßmuskelzellen in der Lunge. Dadurch entwickelte sich die pulmonale Hypertonie schneller und stärker.

Bevölkerungsbasierte Daten bestätigen Zusammenhang

Gesundheitsdaten von mehr als einer Million Personen aus der französischen Nationaldatenbank zeigten, dass dieser Zusammenhang auch bei Menschen vorliegt: Frauen mit pulmonaler arterieller Hypertonie erkrankten etwa doppelt so häufig an Brustkrebs als die Allgemeinbevölkerung. Umgekehrt trat PAH bei Brustkrebspatientinnen fast dreimal häufiger auf. 

Für die Forschenden spricht dieser beidseitige Zusammenhang dafür, dass sich beide Krankheiten gegenseitig beeinflussen können. Für Frauen mit Lungenhochdruck und insbesondere für Trägerinnen von BMPR2Mutationen ergeben sich daraus wichtige Folgen: Sie sollten ein erhöhtes Brustkrebsrisiko berücksichtigen und entsprechende Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen. Gleichzeitig könnte es sinnvoll sein, dass Frauen mit Brustkrebs verstärkt auf mögliche Anzeichen einer PAH achten – etwa

  • zunehmende Atemnot, 
  • schnelle Erschöpfung oder 
  • Brustschmerzen 

– und sich gegebenenfalls frühzeitig ärztlich beraten zu lassen.

Quelle

Toro, V. et al.: Breast Cancer Reveals Latent BMPR2-Related Susceptibility to Pulmonary Hypertension. In: Circulation 2026, 153: 516 – 533 

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