Ein Forschungsteam aus München hat in einer Pilotstudie zum ersten Mal die Lebensqualität von Menschen nach einer Lungentransplantation mit der sogenannten GR-Skala erfasst.
Mithilfe der Skala wird die Schwere von fünf Symptomen gemessen, die die Betroffenen selbst bewerten:
Transplantation verbessert Lebensqualität
Zunächst verglichen die Forschenden die Lebensqualität von Personen mit interstitiellen Lungenerkrankungen, von denen
- 26 bereits eine neue Lunge erhalten hatten und
- 32 nicht transplantiert worden waren.
Die nicht transplantierte Personen berichteten über eine deutlich schlechtere Lebensqualität. Der Unterschied zeigte sich sowohl zu Beginn der Studie als auch nach drei bis sechs Monaten.
Häufige Komplikation verschlechtert Funktion der Lunge
Das Forschungsteam untersuchte außerdem einen weiteren Aspekt: Eine häufige Komplikation, die nach einer Transplantation auftritt, ist die chronische Lungentransplantat-Dysfunktion, kurz CLAD. Dabei verschlechtert sich die Funktion der transplantierten Lunge nach und nach.
Die Forschenden verglichen 42 Transplantierte ohne CLAD und 11 Transplantierte mit CLAD. Auch hier zeigte die GR-Skala klare Unterschiede: Menschen mit CLAD hatten eine deutlich geringere Lebensqualität. Dies machte sich besonders bei den Symptomen Atemnot, Erschöpfung und dem allgemeinen Wohlbefinden bemerkbar.
Skala könnte Hinweise auf Komplikationen geben
Die Studie zeigt: Die GR-Skala bildet Unterschiede zwischen den untersuchten Gruppen klar ab. Möglicherweise könnte die Skala auch frühzeitig Hinweise auf Komplikationen, wie den Beginn einer CLAD, geben, schreiben die Studienautor:innen. Um diese Vermutung zu belegen, müssten allerdings weitere umfangreiche Studien durchgeführt werden.
Quelle
Stoltefuß, S. et al.: Assessing health-related quality of life in patients with interstitial lung diseases with and without lung transplantation using the GR-Scale. In: BMC Pulmonary Medicine 2026 (26)