Eine Forschungsgruppe aus Portugal hat fünf Studien mit insgesamt 184 Teilnehmenden ausgewertet. Davon erhielten
- 94 ausschließlich eine Ballonangioplastie der Lunge (BPA; Details zum Verfahren siehe unten),
- 79 ausschließlich den Wirkstoff Riociguat und
- 11 eine Kombination beider Behandlungsoptionen.
Ziel war es, die Auswirkungen der Behandlungsformen auf körperliche Leistungsfähigkeit, Herz-Kreislauf-Funktion und Nebenwirkungen zu vergleichen.
Kombinationstherapie mit Vorteilen
Im Vergleich zu den Einzeltherapien verbesserte die Kombination aus Ballonangioplastie und Riociguat statistisch eindeutig (signifikant)
- die körperliche Leistungsfähigkeit und
- den Schweregrad der Symptome.
Besonders deutlich war der Effekt bei Patient:innen, die zunächst mit Riociguat behandelt wurden und anschließend eine Ballonangioplastie der Lunge erhielten.
Den mittleren Druck in den Lungenarterien senkte dagegen die Ballonangioplastie der Lunge am stärksten. Darauf folgte die Kombinationstherapie. Riociguat allein hatte den geringsten Effekt.
Vielversprechende Option für nicht operierbare Fälle der CTEPH
Die Studienautor:innen schlussfolgern, dass die Kombination von pulmonaler Ballonangioplastie und Riociguat eine besonders wirksame und zugleich sichere Behandlungsoption für Patient:innen mit inoperabler CTEPH ist. Die Ergebnisse dieser Übersichtsarbeit liefern Hinweise für die zukünftige Therapieplanung und unterstreichen die Bedeutung eines individuellen, mehrstufigen Behandlungsansatzes.
Hintergrund: Was ist CTEPH?
CTEPH ist eine seltene, aber schwerwiegende Form des Lungenhochdrucks. Sie entsteht durch Blutgerinnsel in den Lungengefäßen. Wenn diese Blutgerinnsel nicht operativ entfernt werden können, kommen medikamentöse und interventionelle (in den Körper eingreifende) Therapien zum Einsatz.
Was ist eine Ballonangioplastie der Lunge?
Zu den interventionellen Therapien zählt die pulmonale Ballonangioplastie. Dabei wird ein dünner Schlauch – ein sogenannter Katheter – in die verengten oder blockierten Lungengefäße geschoben. An der Spitze des Schlauchs sitzt ein kleiner Ballon. An den verengten Stellen wird der Ballon aufgeblasen. Dies weitet die Blutgefäße. Der Blutfluss bessert sich und der Druck in der Lunge sinkt.
Quelle
Araújo, P. et al.: Balloon pulmonary angioplasty and riociguat in the management of chronic thromboembolic pulmonary hypertension: a systematic review. In: Respir Med. 2025, 244: 108154