Eine Illustration zeigt Nanopartikel

Nanopartikel für inhalierbare Impfstoffe

Forschende wollen Impfstoffe künftig direkt in die Atemwege bringen – per Inhalation statt Spritze. Ein neues Trägersystem könnte die Entwicklung der inhalierbaren Impfstoffe weiter voranbringen.

Atemwegsviren wie Influenzaviren, RSV oder Coronaviren dringen über die Schleimhäute der Atemwege in den Körper ein. Impfstoffe, die per Spritze verabreicht werden, lösen aber zunächst vor allem im Blut eine Immunantwort aus. Forschende suchen daher schon länger nach einem Weg, die Impfstoffe direkt in die Schleimhäute der Lunge zu bringen. Dies könnte Infektionen frühzeitig stoppen.

Ein vielversprechender Ansatz sind mRNA-Impfstoffe, die inhaliert werden können. Doch bei der Anwendung über die Atemwege gab es bislang mehrere Hürden. Ein Problem: Die empfindliche mRNA wird durch den zähen Schleim in der Lunge zerstört. 

Nanopartikel überwinden Schleimbarriere

Ein Forschungsteam mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung hat nun eine mögliche Lösung entwickelt. Sie verpackten die mRNA in winzige Transportvehikel, sogenannte Nanopartikel

Das Nanopartikelsystem löst mehrere Probleme:

  • Es schützt die mRNA vor dem Abbau. 
  • Es transportiert die mRNA in die Immunzellen. 
  • Es setzt die mRNA dort gezielt frei.

Erste Tests im Labor erfolgreich

Die neuen Partikel erfüllen weitere wichtige Voraussetzungen für den praktischen Einsatz: Sie lassen sich als feiner Nebel (Aerosol) inhalieren und wurden bereits in menschlichem Lungengewebe im Labor erfolgreich getestet.

Die hybriden Systeme könnten dazu beitragen, die Entwicklung von inhalierbaren Impfstoffen zu beschleunigen, schreiben die Studienautor:innen. Auch für die Behandlung von Lungenerkrankungen könnten sich neue Möglichkeiten eröffnen. 

Quelle

Jiang, M. et al.: A hybrid polymeric system for pulmonary mRNA delivery: Advancing mucosal vaccine development. In: Cell Biomaterials 2026, 2 (3)

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