Das Forschungsteam unter Beteiligung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung untersuchte im Labor Zellkulturen, die die Oberfläche der Atemwege realistisch nachbilden. Diese besteht aus sogenannten Epithelzellen – das sind Zellen, die die Atemwege von innen auskleiden und eine wichtige Schutzfunktion haben.
Die Forschenden verglichen in der Studie Kulturen aus Zellen, die von Menschen mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) stammten, mit Kulturen aus Zellen von gesunden Personen.
Schwächung des Immunsystems und vermehrte Schleimproduktion
Die Wissenschaftler:innen infizierten die Zellen gezielt mit dem Influenza-A-Virus. Mithilfe eines modernen Verfahrens, der sogenannten Einzelzellanalyse, konnten sie anschließend nachvollziehen, was auf molekularer Ebene in den Zellen passiert.
Dabei fanden sie heraus, dass in den Zellkulturen, die von Menschen mit COPD stammten, der Botenstoff CXCL11 vermehrt gebildet wird. Der Botenstoff
- verstärkt die Produktion von zähem Schleim und
- schwächt die natürliche Abwehr gegen Viren.
Diese Prozesse können schwere Krankheitsschübe (Exazerbationen) bei Menschen mit COPD auslösen.
Weitere Botenstoffe im Fokus der Forschung
Die neuen Erkenntnisse könnten helfen, solche Verschlechterungen künftig gezielter zu behandeln.
Allerdings betonen die Forschenden, dass weitere Studien nötig sind. Künftig sollen größere Personengruppen untersucht und verschiedene Einflussfaktoren – etwa Alter, Krankheitsverlauf oder Umweltbelastungen – besser berücksichtigt werden.
Auch weitere mögliche Botenstoffe sollten erforscht werden, um die Mechanismen hinter COPD-Schüben noch besser zu verstehen, schreiben die Studienautor:innen.
Quelle
Melo-Narvaez, M. C. et al.: Single-cell mapping reveals CXCL11 as a driver of mucus production and inflammation in influenza A virus exacerbation in COPD. In: Thorax 2026, doi: 10.1136/thorax-2025-224202