Am heutigen Dienstag ist Welt-Asthma-Tag. Asthma bronchiale gehört zu den häufigsten chronischen Krankheiten. Eine gut abgestimmte Behandlung ist für Betroffene sehr wichtig, um Krankheitsverschlechterungen zu vermeiden und den Alltag möglichst beschwerdefrei zu gestalten.
In einem Positionspapier legen Forschende
- der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin,
- des Bundesverbands der Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin,
- der Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie und
- des Ärzteverbands Deutscher Allergologen
dar, dass ein einfacher Test die Versorgung der Betroffenen verbessern könnte.
Messung zeigt Entzündungen der Atemwege
Bei dem Atemtest handelt es sich um die sogenannte FeNO-Messung, bei der Stickstoffmonoxid in der Ausatemluft gemessen wird. Stickstoffmonoxid entsteht vermehrt, wenn die Atemwege entzündet sind – ein typisches Merkmal bei Asthma. Der Test zeigt also an, wie stark die Entzündung ist. Ärztinnen und Ärzte können dadurch:
- Asthma genauer erkennen
- die Behandlung mit Medikamenten besser anpassen
- den Erfolg der Therapie kontrollieren
Die FeNO-Messung ergänzt den klassischen Lungenfunktionstest, bei dem gemessen wird, wie gut die Lunge arbeitet.
Einsparpotenzial von 300 Millionen Euro jährlich
In vielen Ländern ist die Methode bereits eine Kassenleistung. In Deutschland ist das meist nicht der Fall: Gesetzlich Versicherte müssen die Untersuchung oft selbst zahlen. Das führt dazu, dass der Test seltener eingesetzt wird – obwohl medizinische Leitlinien ihn empfehlen.
Neben dem medizinischen Nutzen sehen die Fachleute auch ein großes Sparpotenzial. Internationale Studien zeigen: Durch den gezielten Einsatz der FeNO-Messung lassen sich Kosten senken, schreiben die Autor:innen.
Gründe dafür sind:
- weniger Notfälle
- weniger und kürzere Krankenhausaufenthalte
- gezieltere Therapien statt unnötiger oder zu teurer Behandlungen
Für Deutschland schätzen die Fachleute die Einsparungen vorsichtig auf etwa 60 Euro pro Person mit Asthma im Jahr. Hochgerechnet auf etwa 5 Millionen Betroffene ergibt das mindestens 300 Millionen Euro jährlich.
Entscheidung über Kassenleistung steht bevor
Die vier herausgebenden Verbände des Positionspapiers haben mit Unterstützung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) einen Antrag auf ein Methodenbewertungs-Nutzungsverfahren beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eingeleitet. Der Antrag beschränkt sich zunächst auf die Diagnose und das Therapie-Management bei Erwachsenen. Sollte der Test anerkannt werden, könnte er frühestens Anfang 2029 Kassenleistung werden.
Neues Video zum Welt-Asthma-Tag
In unserem neuesten Video erklärt Prof. Erika von Mutius von Helmholtz Munich, wie sie zukünftig Menschen mit Asthma und Allergien oder einem erhöhten Risiko dafür helfen möchte.