Forschende aus dem Iran und Nepal haben untersucht, wie Diabetes die Komplikationen und Sterblichkeitsraten nach einer Lungentransplantation beeinflusst und welche Rolle der Zeitpunkt der Diabetes-Erkrankung dabei spielt. Dazu analysierten sie 84 Studien. Die Studien
- umfassten zehn bis zu über vier Millionen Teilnehmende,
- erfassten Daten über einen Zeitraum von einem Jahr bis zu 25 Jahren nach der Transplantation und
- wurden zwischen 1992 und 2024 veröffentlicht.
Diabetes vor und nach der Transplantation: Drei Gruppen im Fokus
Von den Teilnehmenden waren acht bis 56 Prozent an Diabetes erkrankt. Die Forschenden teilten die Betroffenen in drei Gruppen ein:
- Personen, die bereits vor der Lungentransplantation an Typ-1- oder Typ-2-Diabetes erkrankt waren
- Personen, die nach der Transplantation Diabetes entwickelten und
- Personen mit Diabetes infolge einer Mukoviszidose (Cystische Fibrose).
Häufigere Krankenhausaufenthalte und höhere Sterblichkeit
Alle Gruppen wiesen ein höheres Risiko für
- Infektionen,
- akutes Nierenversagen,
- thromboembolische Ereignisse (Verschlüsse von Blutgefäßen durch Blutgerinnsel),
- chronische Abstoßungsreaktion und
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.
Personen mit Diabetes verstarben kurz- und langfristig häufiger nach einer Lungentransplantation. Außerdem mussten sie häufiger ins Krankenhaus.
Forschende fordern bessere Vor- und Nachsorge
Um die medizinische Versorgung zu verbessern, empfehlen die Studienautor:innen bei Menschen, die eine Lungentransplantation erhalten:
- eine regelmäßige Blutzuckerkontrolle,
- eine individuelle Anpassung der Medikamente, um eine Entwicklung eines Diabetes nach der Operation zu vermeiden und
- eine regelmäßige Nachsorge, um Komplikationen früh zu erkennen.
Quelle
Moosaie, F. et al.: Lung transplantation in patients with diabetes: A systematic review. In: Transpl Immunol. 2025; 93: 102279