Ein deutsches Forschungsteam hat untersucht, wie häufig eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) bei Autoimmunerkrankungen auftritt und wie eine frühe Diagnose den Verlauf der Lungenerkrankung beeinflussen kann.
Dabei fanden Sie heraus, dass eine interstitielle Lungenerkrankung
- bei 44 bis 50 Prozent der Menschen mit systemischer Sklerose,
- bei 33 bis 50 Prozent der Menschen mit entzündlichen Muskelerkrankungen,
- bei 7 bis 15 Prozent der Menschen mit rheumatoider Arthritis,
- aber nur selten bei Menschen mit organbezogenen Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose auftritt.
Bei 16 bis 40 Prozent der Betroffenen schreitet die Erkrankung fort und es entstehen Narben im Lungengewebe.
Früherkennung kann die Lunge schützen
Wenn der Krankheitsverlauf oder die Symptome auf eine interstitielle Lungenerkrankung hinweisen, sollten
- eine Lungenfunktionsuntersuchung zur Einschätzung von Atemvolumen und Gasaustausch sowie
- eine hochauflösende Computertomographie (HRCT) durchgeführt werden.
Bei einer Autoimmunerkrankung, die oft mit einer interstitiellen Lungenerkrankung einhergeht, sollte regelmäßig
- die Lungenfunktion getestet werden
- die Krankheitsgeschichte der Betroffenen durch den Arzt oder Ärztin erfragt (Anamese) und
- die Lunge abgehört werden.
Medizinische Eingriffe wie eine Bronchoskopie oder Lungenbiopsie sind nur notwendig, wenn die Diagnose trotz einer vorherigen hochauflösenden Computertomografie unklar bleibt.
Entzündung stoppen, Vernarbung verlangsamen
Wird eine interstitielle Lungenerkrankung diagnostiziert, richtet sich die Behandlung zunächst nach der zugrundeliegenden Autoimmunerkrankung. Entzündungshemmende oder immunsuppressive Medikamente können die Aktivität des Immunsystems senken und damit auch die Lunge schützen.
Wenn die Erkrankung trotz Therapie voranschreitet, können antifibrotische Medikamente die Bildung von Narbengewebe bremsen. Da die zugrunde liegende Autoimmunerkrankung auch den Verlauf der interstitiellen Lungenerkrankung beeinflusst, sollten die Ärzt:innen der verschiedenen Fachbereiche bei der Auswahl der Therapie zusammenarbeiten.
Wird eine interstitielle Lungenerkrankung früh erkannt und gezielt behandelt, lässt sich der Verlauf häufig günstig beeinflussen, schreiben die Studienautor:innen.
Quelle
Hoffmann, T. et al.: Pulmonary Involvement in Autoimmune-Mediated Disease. In: Dtsch Arztebl Int. 2025, 122: 669-75