Computertomographie der Lunge

Lungenkrebs-Screening: Bessere Früherkennung durch zusätzliche Kriterien

Bald soll in Deutschland ein Früherkennungsprogramm für Lungenkrebs starten. Teilnehmen können Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die eine lange Rauchhistorie haben. Eine Studie zeigt: Werden die Teilnehmenden nur nach Alter und Rauchhistorie ausgewählt, werden viele Fälle übersehen.

Rund 57.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Lungenkrebs. Oft wird die Erkrankung erst spät erkannt und kann nicht mehr effizient behandelt werden. Um das zu verhindern, soll ab Mitte 2026 ein Früherkennungsprogramm starten. Teilnehmen können Menschen, die  

  • 50 bis 75 Jahre alt sind,
  • aktuell rauchen oder in den vergangenen zehn Jahren aufgehört haben,
  • mindestens 25 Jahre geraucht haben und
  • mindestens 15 sogenannte Packungsjahre aufweisen.

Forschende prüfen weitere Kriterien für das Lungenkrebs-Screening

In der HANSE-Studie mit Beteiligung des Deutschen Zentrums für Lungenforschung haben Forschende untersucht, ob durch weitere Auswahl-Kriterien mehr Fälle von Lungenkrebs erkannt werden können.  

Die Studie umfasste 5.191 Personen, die aktuell rauchen oder früher geraucht haben und zwischen 55 und 79 Jahre alt waren.

Die Forschenden wählten die Personen, die am Screening teilnehmen sollten, sowohl nach den geplanten Kriterien als auch einem umfassenderen Kriterienkatalog aus. Dieser berücksichtigte neben dem Alter und der Rauchhistorie auch  

Besonders Frauen profitieren

3.900 Personen erfüllten die Kriterien „Alter“ und „Rauchhistorie“, die für die Teilnahme am beschlossenen Lungenkrebs-Screening vorausgesetzt werden. In dieser Gruppe wurden 85 Krebsfälle entdeckt. 4.200 Personen erfüllten die von den Forschenden festgelegten umfassenden Kriterien, davon erhielten 108 die Diagnose Lungenkrebs.  

Von dem erweiterten Kriterienkatalog profitierten insbesondere Frauen: Sie sind zwar häufiger von Lungenkrebs betroffen, erfüllen aber oft nicht die Anforderungen des geplanten Kriterienkatalogs.  

HANSE-Studie wird fortgesetzt

Die Studienautor:innen empfehlen aufgrund der eindeutigen Ergebnisse, die Kriterien beim Lungenkrebs-Screening zu erweitern. Im weiteren Verlauf der HANSE-Studie werden die Teilnehmenden mit hohem Lungenkrebs-Risiko erneut untersucht. Die Forschenden suchen außerdem nach Stoffen im Blut, die helfen können, Lungenkrebs noch früher zu entdecken.

Quelle

Vogel-Claussen, J. et al.: Effectiveness of NELSON versus PLCOm2012 lung cancer screening eligibility criteria in Germany (HANSE): a prospective cohort study. In: Lancet Oncol 2025, 26 (12): P1541-1551

 

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