World globe crystal glass on stethoscope

Weltkrebstag: Lungenkrebs früher erkennen

Lungenkrebs ist eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen in Deutschland. Das zeigen aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts. Ab April 2026 wird das Lungenkrebs-Screening von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Fachleute raten allen Berechtigten zur Teilnahme.

Insgesamt erkrankten im Jahr 2023 in Deutschland rund 517.800 Menschen an Krebs. Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Es war 

  • die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und
  • die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen.

Bei den Krebssterbefällen war Lungenkrebs bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste Todesursache. Lungenfachleute hoffen, dass sich dies durch Fortschritte in der Prävention, Früherkennung, Forschung und Behandlung bald ändern könnte. 

Ein wichtiger Schritt ist das Lungenkrebs-Screening für langjährige Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren. Fachleute empfehlen, das Screening auf jeden Fall in Anspruch zu nehmen. 

Videos zum Welt-Lungenkrebstag 2025

mit Prof. Dr. Amanda Tufman

Hinweis zu Werbung in Videos

Auf Werbeinhalte, die vor, während oder nach Videos von WEBSITE-URL eingeblendet werden, hat WEBSITE-URL keinen Einfluss. Wir übernehmen keine Gewähr für diese Inhalte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Transkript: Lungenkrebs: Wie moderne Medizin Leben verändert

Es hat sich beim Thema Lungenkarzinom, beim Lungenkrebs, in den letzten Jahren viel getan. Wir haben neue gezielte Therapieoptionen. Es ist nicht immer eine Chemotherapie notwendig. Manchmal ist eine Tablettentherapie möglich oder eine Immuntherapie möglich. Die Operation ist oft eine andere mit anderen Techniken als in den letzten Jahrzehnten. Auch die Strahlentherapie verbessert sich stetig und kann mit anderen Therapien kombiniert werden. Und um mit allen diesen Optionen das Beste zusammenzusuchen und aus allen diesen Optionen wirklich das Beste für Sie oder für Ihren Angehörigen zusammenzusuchen, brauchen Sie Experten an Ihrer Seite. Sie brauchen eines der vielen Lungentumorzentren, die es inzwischen in Bayern und in Deutschland gibt. Da haben die allermeisten eine gute Webseite mit Telefonnummern, wo Sie anrufen können und auch im Rahmen der Zweitmeinung sich beraten lassen.

Hinweis zu Werbung in Videos

Auf Werbeinhalte, die vor, während oder nach Videos von WEBSITE-URL eingeblendet werden, hat WEBSITE-URL keinen Einfluss. Wir übernehmen keine Gewähr für diese Inhalte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Transkript: Lungenkrebs früher erkennen: Neue Hoffnung durch Screening

Es ist im kommenden Jahr geplant - und da sind die Vorbereitungen schon auf Hochtouren - Lungenkrebs als Früherkennungsuntersuchung, also eine Lungenkrebs-Früherkennungsuntersuchung mittels Computertomographie anzubieten. Da wird es bei Rauchern über 50 Jahren eine jährliche CT-Untersuchung geben mit dem Ziel, dass man Lungenkrebs nicht mehr nur oder hauptsächlich im späten Stadium entdeckt, sondern gehäuft auch im frühen Stadium, wo die Operation zusammen mit Medikamenten die Erkrankung häufig heilen kann.

Hinweis zu Werbung in Videos

Auf Werbeinhalte, die vor, während oder nach Videos von WEBSITE-URL eingeblendet werden, hat WEBSITE-URL keinen Einfluss. Wir übernehmen keine Gewähr für diese Inhalte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Transkript: Lungenkrebs-Risikofaktoren: Nicht nur Rauchen!

Wenn wir über das Lungenkarzinom, über Lungenkrebs sprechen, reden wir von um die 60.000 neuen Diagnosen in Deutschland pro Jahr. Mindestens 10 Prozent, wenn nicht 20 Prozent von ihnen haben aber niemals geraucht. Es bleibt natürlich der Fall, dass das Lungenkarzinom bei Rauchern häufiger auftritt. Aber wir wissen, dass andere Faktoren ebenso eine Rolle spielen, dass Umweltverschmutzung, dass Genetik, dass Strahlenbelastung, dass Dieselabgase, dass alle diese Faktoren zusammenkommen und auch wahrscheinlich Faktoren, die wir noch nicht ganz verstehen und auch ein Lungenkarzinom beim Nie-Raucher oder bei der Nie-Raucherin verursachen können.

Hinweis zu Werbung in Videos

Auf Werbeinhalte, die vor, während oder nach Videos von WEBSITE-URL eingeblendet werden, hat WEBSITE-URL keinen Einfluss. Wir übernehmen keine Gewähr für diese Inhalte. Weitere Informationen finden Sie hier.

Transkript: Diagnose Lungenkrebs: Individuell die richtige Therapie finden

Wenn Sie oder wenn jemand in Ihrem Umkreis, in Ihrer Familie von Lungenkrebs betroffen ist, dann gibt es wichtige Fragen, die Sie im Arztgespräch stellen müssen. Sie müssen vor allem wissen, welche Art von Lungenkrebs das ist. Es gibt unterschiedliche Arten von Lungenkrebszellen. Die kann man unter dem Mikroskop auseinanderhalten: Das kleinzellige Lungenkarzinom, das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom. In der Gruppe der nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome auch sehr unterschiedliche Unterarten: Adenokarzinom, Plattenepithelkarzinom, großzelliges Lungenkarzinom. Alle diese Lungenkrebsarten werden unterschiedlich behandelt, auch in Abhängigkeit von ihren molekularen Eigenschaften. Das heißt, es ist ebenfalls wichtig zu wissen, welche bestimmten Eiweiße auf der Oberfläche der Tumorzellen vorhanden sind und welche Mutationen und genetische Veränderungen die Tumorzellen mit sich tragen. Anhand dieser Informationen wird zusammen mit dem Tumorstadium ein Plan geschmiedet. Die Medikamente, die neu dazugekommen sind in den letzten Jahren, sind ein großer Teil von diesem Plan geworden, unabhängig davon zum Teil, ob der Tumor sich im frühen Stadium oder im späten Stadium befindet. In frühen Stadium ist es nicht mehr immer der Fall, dass man nur operiert oder nur bestrahlt. Oft wird mit Medikamenten zusammengearbeitet, ob Immuntherapien oder gezielte Therapien. Sie hören schon heraus, es ist sehr komplex geworden. Der Vorteil ist, dass es auch möglich geworden ist, jahrelang mit einem Lungenkrebs auch im späten Stadium zu leben. Und deswegen ist es wichtig in der Situation, die Befunde genau zusammenzutragen, mit einem Zentrum Kontakt aufzunehmen und zu schauen, dass wirklich bis ins kleinste Detail man alles über diesen Tumor bei diesem Menschen weiß, was man wissen muss, um den Tumor richtig zu behandeln.

Mehr als ein Drittel aller Krebserkrankungen vermeidbar

Nach Schätzungen des Deutschen Krebsforschungszentrums sind in Deutschland mindestens 37 Prozent aller Krebsneuerkrankungen auf beeinflussbare oder vermeidbare Risikofaktoren zurückzuführen. Der wichtigste Risikofaktor ist das Rauchen, das bei etwa 19 Prozent aller Krebsneuerkrankungen eine Rolle spielt.

Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren zählen außerdem unter anderem 

  • Übergewicht,
  • Bewegungsmangel,
  • Alkoholkonsum,
  • eine ungünstige Ernährung (wenig Obst, Gemüse und Ballaststoffe; viel rotes und verarbeitetes Fleisch) und
  • UV-Strahlung.

Unter- und überschätzte Krebs-Risikofaktoren

Wenig bekannt, aber dennoch ein relevanter Risikofaktor ist das natürlich vorkommende Edelgas Radon. Es wird für etwa sechs Prozent der Lungenkrebsfälle in Deutschland verantwortlich gemacht wird.
Mehr zum Thema Radon und wie sich die Belastung reduzieren lässt

Der Einfluss von Schadstoffen und Verunreinigungen in Lebensmitteln wird dagegen von vielen Menschen in Deutschland überschätzt, so Forschende des Robert Koch-Instituts.

Chronische Infektionen – vermeidbarer Krebs-Risikofaktor

Etwa vier Prozent der Krebsneuerkrankungen in Deutschland können auf chronische Infektionen zurückgeführt werden – zum Beispiel mit Hepatitis B oder Humane Papilloma-Viren (HPV). Für beide Infektionen gibt es Schutzimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden:

  • Die Hepatitis-B-Impfung ist nachweislich ein Schutzfaktor vor Leberkrebs. 
  • Für die HPV-Impfung zeigen Studien einen deutlichen Rückgang von Krebsvorstufen am Gebärmutterhals. Bei Frauen bis 30 Jahren tritt außerdem seltener Gebärmutterhalskrebs auf.

Forschende erwarten, dass die HPV-Impfung auch die Häufigkeit von Krebs im Rachenbereich, an Penis und Anus sowie Vulva und Vagina senken wird. Voraussetzung dafür ist, dass sich ausreichend Menschen impfen lassen.

Quellen

  • Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland für 2021 – 2023. 15. Ausgabe, Berlin 2025
  • Zum morgigen Weltkrebstag: „Lassen Sie sich auf Lungenkrebs screenen!“ Pressemeldung der Deutschen Lungenstiftung vom 03.02.2026

Verwandte Nachrichten

Hände, die ein Organ halten

RSV-Impfung kann das Asthma-Risiko senken

Wer bereits im Säuglingsalter am RS-Virus erkrankt, entwickelt häufiger Asthma. Das zeigt eine neue Studie. Besonders hoch ist das Risiko, wenn die Eltern bereits unter Asthma oder Allergien der Atemwege leiden. Eine Impfung gegen RSV kann schützen,…

Businessman working on his laptop with webinar website on his computer screen , online E- business concept . close up and selected focus .

Veranstaltungstipp: Patienten fragen – Experten antworten

Am Dienstag, den 17. März, findet unser beliebtes Patientenforum Lunge im Vorfeld zum Deutschen Lungenkongress statt. Sieben renommierte Fachleute beantworten dort Ihre Fragen zu Lungenforschung und -medizin. Eine Anmeldung ist ab sofort möglich.

AdobeStock_177541964.jpeg

Neu: Videos zur Atemphysiotherapie

Atemphysiotherapie gehört bei chronischen Lungenerkrankungen zu den wichtigsten nicht-medikamentösen Behandlungsmaßnahmen. Viele Übungen lassen sich einfach in den Alltag integrieren. Einige davon stellen wir in unseren beiden neuen Videos vor.

Computertomographie der Lunge

Lungenkrebs-Screening: Bessere Früherkennung durch zusätzliche Kriterien

Bald soll in Deutschland ein Früherkennungsprogramm für Lungenkrebs starten. Teilnehmen können Menschen zwischen 50 und 75 Jahren, die eine lange Rauchhistorie haben. Eine Studie zeigt: Werden die Teilnehmenden nur nach Alter und Rauchhistorie…

DNA Helix Lila Pink

Nie geraucht – trotzdem Lungenkrebs: Luftverschmutzung als Risikofaktor

Eine internationale Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur Entstehung von Lungenkrebs bei Menschen, die nie geraucht haben. Demnach zeigt sich unter anderem die Feinstaubbelastung des Wohnorts im Erbgut von Lungenkrebs-Zellen.

Stethoscope examining lungs radiography in medical office: healthcare and respiratory disease concept

Lungenkarzinom: Bindegewebszellen stören zielgerichtete Therapie

Bei einer bestimmten Lungenkrebsform werden die Krebszellen mit der Zeit unempfindlich gegen zielgerichtete Medikamente. Eine neue Studie zeigt den Grund: Eine bestimmte Art von Bindegewebszellen, die Fibroblasten, verändern den Fettstoffwechsel der…

Hochverarbeitete Lebensmittel

Lungenkrebs und Ernährung: Aktuelle Daten zu Fertigprodukten

Menschen, die häufig hochverarbeitete Lebensmittel essen, könnten ein erhöhtes Lungenkrebs-Risiko aufweisen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung von Daten aus einer großen US-amerikanischen Langzeitstudie.

News aus der Lungenforschung

Jetzt unseren Newsletter abonnieren und unserem WhatsApp-Kanal folgen!