Forschende aus Nigeria haben Daten aus internationalen Studien analysiert, um schädliche Folgen des Tabakrauchens und des Konsums von E-Zigaretten zu vergleichen.
Belastung für Lunge und Herz-Kreislauf-System
Die schädlichen Auswirkungen von E-Zigaretten-Aerosolen (Schwebeteilchen) werden hauptsächlich mit den sogenannten E-Liquids – den Flüssigkeiten, die verdampft werden – in Verbindung gebracht. Sie enthalten
- Nikotin (nicht in allen Liquids enthalten),
- Aromastoffe,
- Propylenglykol und
- andere unregulierte Zusatzstoffe.
Wie Studien zeigen, kann der Dampf aus E-Zigaretten die Atemwege reizen und Entzündungen auslösen – ähnlich wie herkömmlicher Tabakrauch.
Insbesondere Nikotin kann außerdem das Herz-Kreislauf-System belasten und langfristig zu Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße) führen. Es entstehen beim Verdampfen außerdem Stoffe, die giftig für die Herzmuskelzellen sind. Durch den Konsum von E-Zigaretten wurde in den ausgewerteten Studien aber keine Vernarbung des Gewebes beobachtet – anders als beim Tabakkonsum.
Gefahr für die Entwicklung des Gehirns
Bei E-Zigaretten wirkt eine Kombination von Nikotin, Aromastoffen und giftigen Stoffen wie Formaldehyd direkt auf das zentrale Nervensystem. Besonders Jugendliche sind gefährdet, da sich ihr Gehirn noch in der Entwicklung befindet. Dauerhafter Konsum kann zu
- Konzentrationsproblemen,
- erhöhter Impulsivität und
- einer schnellen Abhängigkeit führen.
Weitere Studien und Richtlinien notwendig
Die Studienautor:innen fordern klare Richtlinien zum Gebrauch von E-Zigaretten durch Gesundheitsorganisationen und gesundheitspolitische Entscheidungsträger. Auch sollten umfangreichere Studien über die Auswirkungen des langfristigen E-Zigaretten-Konsums stattfinden, um Wissenslücken zu schließen.
Quelle
Afolabi, S.O. et al.: Comparative effects of alternate tobacco products and traditional tobacco smoking on various organ/systems: A guide to regulators and health policy makers. In: Toxicol Rep. 2025, 21 (15): 102100