AdobeStock_101653400.jpeg

COPD: Wie Psyche und Lungenfunktion zusammenhängen

Menschen mit COPD sind häufig zusätzlich psychisch belastet. Bei vielen treten zum Beispiel Angstzustände oder Depressionen auf. Eine aktuelle Übersichtsstudie untersucht, inwieweit psychische Probleme mit der Lungenfunktion zusammenhängen.

Betroffene, die an COPD erkrankt sind, entwickeln häufiger Angstzustände und Depressionen als gesunde Menschen. Studien haben gezeigt, dass diese psychischen Belastungen sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung ungünstig beeinflussen. Sie erhöhen außerdem das Risiko für akute Krankheitsverschlechterungen.

Keine eindeutige Verbindung zwischen Angstzuständen und Lungenfunktion

In einer aktuellen Studie hat ein Wissenschaftsteam untersucht, wie die Lungenfunktion bei einer COPD-Erkrankung und psychische Belastungen zusammenhängen. Sie verglichen dabei die relative Einsekundenkapazität mit dem Risiko von Angstzuständen und Depressionen. Die relative Einsekundenkapazität beschreibt den Anteil der gesamten maximalen Ausatemluft, der in einer Sekunde ausgeatmet werden kann.

Der Wert kann genutzt werden, um die Lungenfunktion zu beurteilen.

Die Forschenden werteten insgesamt 37 Studien aus, davon lag der Fokus

  • von 6 Studien auf den Angstzuständen,
  • 22 beschäftigten sich mit Depressionen,
  • neun Studien untersuchten beides.

Die Forschenden konnten in der Übersichtsstudie keinen Zusammenhang zwischen Angstzuständen und der Lungenfunktion nachweisen. Drei Studien zeigten einen statistisch eindeutigen (signifikanten) negativen Zusammenhang – also dass eine schlechtere Lungenfunktion mit einem erhöhten Risiko für Ängste einhergeht.

Deutliche Hinweise auf Zusammenhang mit Depressionen

Dagegen zeigten die meisten der Studien, die sich mit Depressionen beschäftigten, einen signifikanten Zusammenhang zwischen der relativen Einsekundenkapazität und Depressionen.

Die Studienautor:innen empfehlen, weitere klinische Studien mit einer möglichst großen Anzahl an Teilnehmenden durchzuführen, um diese Fragestellungen noch genauer untersuchen zu können.

Quelle

Karlsen, J.H. et al.: Association between impairment of lung function and risk of anxiety and depression in patients with chronic obstructive pulmonary disease – a systematic review. In: Syst Rev 2024, 13, 300, doi: 10.1186/s13643-024-02720-z

Verwandte Nachrichten

Hand von Großmutter und Enkel

COPD beginnt oft früher als gedacht

COPD galt lange als typische Folge von langjährigem Rauchen und einem fortschreitenden Verlust der Lungenfunktion im Erwachsenenalter. Doch eine neue internationale Übersichtsarbeit zeigt: COPD beginnt oft viel früher – und könnte künftig auch früher…

Close up on a man exhaling vapor from an electronic cigarette

E-Zigaretten erhöhen Risiko für COPD

E-Zigaretten galten lange Zeit als weniger schädliche Alternative zum herkömmlichen Rauchen. Doch eine aktuelle Übersichtsstudie zeigt, dass sie das Risiko für chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) erhöhen.

AdobeStock_203915398.jpeg

Diabetes-Medikamente könnten COPD-Verschlechterungen reduzieren

Können blutzuckersenkende Medikamente das Risiko akuter Verschlechterungen einer COPD bei Menschen, die gleichzeitig einen Typ-2-Diabetes haben, beeinflussen? Eine aktuelle Datenauswertung lässt den Schluss zu, dass bestimmte Diabetes-Medikamente…

Pilz in der Lunge

Pilz-Infektionen der Lunge bei COPD häufig schwerwiegend

Forschende haben Daten von Menschen mit chronischer pulmonaler Aspergillose ausgewertet, um die Risikofaktoren dieser Pilz-Infektion der Lunge besser zu verstehen. Die Ergebnisse zeigen, dass sie häufig tödlich verläuft – besonders bei älteren…

Young man testing breathing function by spirometry

COPD: Zwei Werte können Risiko für Krankheitsverschlechterung anzeigen

Sowohl die Diffusionskapazität als auch die Überblähung der Lunge können das Risiko für eine Symptom-Verschlechterung bei COPD anzeigen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie eines Forschungsteams aus Deutschland und Österreich.

vitamin D and Omega 3 fish oil capsules supplement

Hat Vitamin D einen Effekt auf COPD?

Forschende vermuten, dass ein geringer Vitamin-D-Spiegel im Blut das Risiko für schwere COPD-Schübe erhöht. Eine systematische Übersichtsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Vitamin D bei COPD jedoch weder die Symptome verbessern noch…

News aus der Lungenforschung

Jetzt unseren Newsletter abonnieren und unserem WhatsApp-Kanal folgen!