Symbolbild Cannabis-Pflanze

Cannabiskonsum: Studie zeigt klare Risiken für die Lunge

Viele Menschen halten Cannabis für weitgehend unproblematisch – zumindest für die Lunge. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch: Wer regelmäßig Joints raucht, hat häufiger Atembeschwerden. Bei stärkerem, langjährigem Konsum lassen sich häufiger messbare Schädigungen in der Lunge nachweisen als bei Nichtrauchenden.

Forschende aus Kanada, den USA und Großbritannien untersuchten 139 Menschen, die Cannabis rauchten, sowie 57 Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Um den Konsum vergleichbar zu machen, nutzten sie als Kennzahl die sogenannten Joint-Jahre. Ein Joint-Jahr entspricht dem Konsum eines Joints pro Tag über ein Jahr. 

Die rauchenden Teilnehmenden wurden in drei Gruppen eingeteilt:

  • Geringer Konsum: bis zu fünf Joint-Jahre (44 Prozent)
  • Moderater Konsum: mehr als fünf bis 20 Joint-Jahre (28 Prozent)
  • Hoher Konsum: mehr als 20 Joint-Jahre (28 Prozent)

84 Prozent der Cannabisrauchenden gaben an, zusätzlich aktuell oder früher Tabak oder E-Zigaretten konsumiert zu haben. 

Mehr Atemwegsbeschwerden, geringere Lungenkapazität

Im Vergleich zu den Nichtrauchenden zeigten die Cannabisrauchenden eine schlechtere Lungenfunktion. Sie berichteten häufiger über typische Beschwerden wie:

Außerdem wurde bei Cannabis-Rauchenden mit hohem Konsum häufiger

Veränderungen im Immunsystem

Die Forschenden untersuchten außerdem Zellen der Atemwegsschleimhaut. Dabei zeigten sich Veränderungen im Immunsystem:

  • Eine verstärkte Typ-2-Immunantwort, die bei allergischen Entzündungen eine Rolle spielt. 
  • Eine abgeschwächte Typ-17-Immunantwort, die für die Abwehr bestimmter Keime wichtig ist.
  • Eine erhöhte Aktivität des Gens MUC5AC, das die Produktion von Schleim in den Atemwegen steuert. 

Da weltweit immer mehr Menschen Cannabis konsumieren, halten die Studienautor:innen es für wichtig, mögliche gesundheitliche Folgen frühzeitig zu erkennen.

Künftige Studien sollten mehr Teilnehmende über einen längeren Zeitraum begleiten. Außerdem müsse untersucht werden, ob sich die Beschwerden und Veränderungen zurückbilden, wenn Betroffene mit dem Rauchen aufhören.

Quelle

Leung, C. et al: Clinical, physiological, imaging and molecular responses to cannabis smoking: the Canadian Users of Cannabis Smoke (CANUCK) study. In: Eur Respir J 2026, 67 (1)

 

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