Viele Menschen mit Asthma oder COPD nutzen Dosieraerosole. Diese geben bei jedem Sprühstoß eine festgelegte Menge eines bronchienerweiternden Medikaments ab. Damit der Wirkstoff aus dem Inhalator austritt, enthält das Gerät ein Treibmittel.
Klimafreundlicheres Treibmittel im Test
Ein häufig verwendetes Treibmittel ist HFA-134a, aus der Gruppe der Fluorkohlenwasserstoffe. Es wirkt deutlich stärker auf die Klimaerwärmung als Kohlendioxid (CO₂).
Forschende suchen deshalb nach klimafreundlicheren Alternativen. Aktuell untersuchen sie das Treibmittel HFA-152a. Sein klimaschädliches Potenzial liegt deutlich niedriger. Ein Salbutamol-Dosieraerosol mit HFA-152a könnte den Klima-Fußabdruck des Inhalators um mehr als 90 Prozent verringern, so die Studienautorinnen und -autoren.
Entscheidend ist jedoch, dass ein neues Treibmittel die Salbutamol-Behandlung nicht beeinträchtigt. Dies wurde nun in zwei Phase-I-Studien überprüft.
Neues Salbutamol-Spray in zwei Studien getestet
An der ersten Studie nahmen 60 gesunde Erwachsene teil. Sie inhalierten Salbutamol in unterschiedlichen Dosierungen mit dem neuen oder dem bisherigen Treibmittel. Die Ergebnisse zeigten eine vergleichbar schnelle Aufnahme des Wirkstoffs über die Lunge ins Blut.
Die zweite Studie untersuchte 21 Erwachsene mit leichtem Asthma, bei denen eine kontrollierte Metacholin-Gabe eine Verengung der Atemwege herbeigeführt hatte. Die Inhalatoren zeigten mit beiden Treibmitteln eine vergleichbar gute bronchienerweiternde Wirkung.
Sicherheit des klimafreundlicheren Inhalators
Auch bei der Sicherheit fanden die Forschenden keine wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Treibmitteln. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen waren mild und traten bei beiden Varianten ähnlich häufig auf.
Die Studien liefern damit erste Hinweise darauf, dass sich HFA-152a als Treibmittel für Salbutamol-Dosieraerosole eignen könnte, ohne die therapeutische Wirkung zu verändern.
Asthma und COPD: Langzeituntersuchungen notwendig
Die Ergebnisse sind ein früher Schritt in der Entwicklung eines klimafreundlicheren Salbutamol-Dosieraerosols. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, wie sich das neue Dosieraerosol bei einer langfristigen Anwendung im Alltag bewährt.
Die Studien wurden von einem Pharmaunternehmen finanziert.
Quelle:
Moreira, S. et al.: Developing low-carbon salbutamol MDI: assessment of relative bioavailability and pharmacodynamic relative potency of salbutamol MDI with propellant HFA-152a. In: BMJ Open Respir Res 2026; 13 (1): e004036